Stadtplanung

Bürger wollen Bebauung an der Tinkrathstraße verhindern

In der „Bürgerinitiative Tinkrathstraße“ engagieren sich Jürgen Toutneur, Reinhard Fey, Claudius Berger, Evelyn Schnell und Silke Berger.  Sie kämpfen gegen die Bebauung des Areals zwischen Tinkrathstraße und Diepenbeck.

In der „Bürgerinitiative Tinkrathstraße“ engagieren sich Jürgen Toutneur, Reinhard Fey, Claudius Berger, Evelyn Schnell und Silke Berger. Sie kämpfen gegen die Bebauung des Areals zwischen Tinkrathstraße und Diepenbeck.

Foto: Michael Dahlke

Bürgerinitiative ist gegen die Bebauung an der Tinkrathstraße. Mitglieder befürchten zusätzlichen Verkehr. Stadt verspricht maßvolle Planung.

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Für „völlig überdimensioniert“ hält die Bürgerinitiative Tinkrathstraße (BIT) die Neuauflage des Bebauungsplanes für die rund zehn Hektar große Fläche zwischen Tink-rathstraße, Velauerstraße und Diepenbeck. Die aktuellen Planungen sehen dort eine neue Siedlung mit 60 Wohneinheiten vor.

Die Anwohner fürchten zu viel zusätzlichen Verkehr, Probleme bei der Ableitung von Abwasser und Oberflächenwasser und weisen auf die im Untergrund befindlichen Schäden aus der Zeit des Bergbaus hin. Der bisher vorliegende Bebaungsplan hätte weitreichende Auswirkungen, nicht nur für die direkten Anwohner, sondern darüber hinaus auch für angrenzende Stadtteile, ist die Bürgerinitiative überzeugt.

Idee kam schon 1992 und 2002 auf

Mit dem aktuellen B-Plan-Verfahren versuchen die fünf Eigentümer des Geländes und die Stadt zum dritten Mal – nach 1992 und 2002 – das Ackerland in die Flächenentwicklung aufzunehmen. Damals hatten verschiedene Faktoren dazu geführt, die Idee wieder fallen zu lassen – auch Proteste der Anwohner wegen verbauter Frischluftschneisen spielten eine Rolle. Jetzt also wird die Fläche ein drittes Mal überplant. „Dabei haben sich die planerischen Voraussetzungen seit dem Scheitern der letzten Planung bis heute weiter verschlechtert“, sagt Evelyn Schnell, Sprecherin der Bürgerinitiative, und führt aus: „In den vergangenen Jahren sind im direkten Umkreis bereits 60 neue Wohneinheiten, etwa durch die Bebauung am Priesters Hof, hinzugekommen.“ Verkehrsverdichtung, zu viel Abwasser für die Kanäle, die bereits an ihrer Belastungsgrenze seien, sowie Zerstörung der Natur prangert die Bürgerinititative an. Ihr Engagment stößt auf Interesse: „Bei unseren ersten Treffen waren bis zu 130 Besucher“, berichtet Evelyn Schnell. Ein weiteres Treffen folgt in dieser Woche (siehe Info-Box unten).

130 Besucher beim ersten Treffen der Initiative

Bei der Stadt gibt man sich einsichtig. „Die Planung von 60 Wohneinheiten ist das Maximum dessen, was wir dort sehen“, sagt Felix Blasch, Abteilungsleiter Stadtplanung und Stadtentwicklung. Damit liege man etwa um die Hälfte unter der ursprünglichen Planung mit 110 Einheiten. „Aus heutiger Sicht waren das zu viele Einheiten. Damals hat man zu viel gewollt“, sagt Blasch und räumt ein: „Die Entwässerung dort ist nicht ganz einfach.“ Klar sei, dass Niederschlag nicht ins Kanalsystem einfließen darf, sondern versickern muss. Doch dafür braucht man Flächen. „Auch davon hängt ab, wieviel gebaut werden kann“, so Blasch. Technische Lösungen wie etwa unterirdische Speicher für Regenwasser, hält Blasch aufgrund der geologischen Situation für schwierig – Bohrungen haben alte Flöze und Schächte aus dem Bergbau aufgezeigt. Generell sei zu erwägen, ob die Flächen, die am meisten durch Bergbauschäden gefährdet sind, freizulassen seien.

Weniger Schwierigkeiten sieht der Stadtplaner hingegen beim Thema Verkehr: „Das Problem haben wir entschärft, dadurch, dass wir mit zwei von einander unabhängige Wohnquartiere planen, die über neu anzulegende Erschließungsstraßen von der Tinkrath­straße und der Diepenbeck angefahren werden sollen.“ Es bleibe allerdings die Frage, sagt Blasch, wieviel Verkehr die Knotenpunkte an der Veleauer Straße und am Priestsers Hof vertrügen.

>> INFO
Die Pläne zum Bebauungsplan Diepenbeck/Velauer Straße/Tink­rathstraße (G 12) können im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung noch bis Montag, 18. September, im Amt für Stadtplanung im Technischen Rathaus, Hans-Böckler-Platz 5, 19. Etage (linke Flurseite) eingesehen und Äußerungen zur Niederschrift vorgetragen werden.

Die Bürgerinitiative Tinkrath­straße veranstaltet am Donnerstag, 7. September, um 18.30 Uhr ein Treffen zum Thema im Wennmann Haus, Tinkrathstraße 68.

Auch die Stadt lädt zur Bürgerversammlung zum Bebauungsplan Tinkrathstraße ein: Mittwoch, 13. September, 18.30 Uhr, in den Räumen der kath. Kirche in Heißen, Hingbergstraße 387-389.

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