Trinkhallen Tour

Blasmusik mit viel spontanem Spielwitz an Mülheimer Kiosk

Bei der Trinkhallen Tour Ruhr gastierte die Gruppe "Die Verwechslung" beim Enisco Kiosk am Muhrenkamp. Darstellerin Sara Hasenbrink (r.) interagierte dabei mit den Zuschauern, hier mit einem jungen Mädchen.

Bei der Trinkhallen Tour Ruhr gastierte die Gruppe "Die Verwechslung" beim Enisco Kiosk am Muhrenkamp. Darstellerin Sara Hasenbrink (r.) interagierte dabei mit den Zuschauern, hier mit einem jungen Mädchen.

Foto: Hendrik Steimann

Mülheim.   Bei ihrer Trinkhallen Tour Ruhr überraschte die Gruppe „Die Verwechslung“ am Enisco Kiosk Gäste. Sie hatten nicht nur geplante Momente in petto.

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Ganz vorsichtig lehnt sich Sara Hasenbrink aus dem Fenster des Enisco Kiosks. In der Hand hält sie graue dünne Rohrisolatoren. Damit fuchtelt sie Felix Fritsche erst im Gesicht rum und dann an seiner Blasklarinette, die er parallel spielt. Überraschende Momente wie diese ergaben sich am Dienstagabend immer wieder am Muhrenkamp.

Dort trat die Gruppe „Die Verwechslung“ vor rund 40 Personen im Rahmen ihrer Trinkhallen Tour Ruhr auf. Das Klarinetten-Trio mit Florian Walter, Felix Fritsche und Lutz Streun sorgte eine Stunde lang für dumpfe und ruhige, aber auch mal helle und schrille Töne. Die Darstellerin Sara Hasenbrink machte Faxen, mal mit ihren Kollegen, mal mit den Zuschauern – wenn sie es zuließen.

Die vierte Wand fällt quasi weg

„Man kann nicht auf Leute zugehen, die abgeschreckt sind“, sagt sie. Doch die Mülheimer lachten viel und machten die Späße mit. „Das lässt es wachsen, so sind wir nicht nur alleine die Bühne, zu der alle hochschauen. Die vierte Wand fällt quasi weg“, beschreibt Hasenbrink den Effekt. So stolzierte sie, umschlungen mit Isolierern und bepackt mit Styroporteilen in Hose und Shirt, durch die Reihen vor dem Kiosk und suchte sich ihre „Spielkameraden“.

Denn: „Wir wollen doch alle nur spielen. Und das machen wir öffentlich so, als ob wir alleine wären. Gäste links und rechts erfreuen sich aber“, sagt Hasenbrink, die barfuß über Straße und Bürgersteig schlich. Nachdem sie Musiker Florian Walter während eines Stückes einen Schuh und Socken auszog, um ihm die Nägel zu lackieren, machte sie bei einem Gast weiter. Manuel Drost war allerdings etwas vorbereitet, da er die Gruppe schon mal gesehen hatte. „Es ist so erfrischend anders, nah am Menschen und spontan“, freute er sich nach dem Auftritt. Ob er die pinke und grüne Farbe auf seinen Nägeln lässt? „Das ist nach der Nummer hier keine Schande“, sagt er entschlossen und lacht.

Abkühlung mittels einer Sprühdose

Anderen Personen gönnte die Darstellerin eine Abkühlung mittels einer Sprühdose. Dafür entblößte ein älterer Herr sogar seinen Bauch. Mit ihren Rohrisolierern trieb Sara Hasenbrink ebenfalls Schabernack: An einem Ende hielt sie das Material in der Hand, das andere Ende ragte in die Bluse einer Dame. Hasenbrink schaute durch das Loch in der Mitte und grinste dabei.

Während einige Besucher verdutzt schauten, freuten sich andere über die kreative Vorstellung. „Für uns ist es ebenfalls spannend, auf Leute zu treffen, die nicht wissen, was sie erwartet. Wir schaffen einen öffentlichen Raum, in dem wir Personen zusammenbringen, die sich sonst nicht begegnet wären“, sagte Gruppenleiter Florian Walter.

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