Auf ihre Hilfe können sich die Menschen in Ladakh verlassen: Es war bereits das siebte Mal, dass Anne Penteker in 2018 in den indischen Teil des Himalaya-Gebirges reiste. Diesmal konnte sie dank einer Kooperation mit dem Verein „Ärztecamp International“ so viele Ärzte und Krankenschwestern gewinnen wie nie zuvor. 15 Helfer verschiedenster Fachrichtungen waren dabei und untersuchten und behandelten kostenlos im leerstehenden Krankenhaus des Mahabodhi Centers die mittellosen Einheimischen. Die Ladakhi leben in einer kargen Region auf 3700 Metern Höhe, viele sind oft arbeitslos – und medizinisch schlecht versorgt.
„Wir hatten wieder viele Sachen mitgenommen. Instrumente und Medikamente, aber auch 2000 Zahnbürsten und über 1000 Brillen“, berichtet Anne Penteker. Noch vor der Abreise checkte eine Optikerin jede Brille auf ihre Stärke, schließlich wollte sie die Menschen am Zielort auch mit der passenden Brille versorgen. Auch Sonnenbrillen hatten die Helfer dabei – gespendet von den Saarner Optikern Jess & Jess. „Die Ladakhi haben wegen des Sonnenlichts Probleme mit den Augen, aber auch mit der Haut“, erzählt die Camp-Gründerin. Erstmals hatte sie auch eine Hautärztin mit im Team und Medikamente für Hauterkrankungen im Gepäck.
Mehr als 1200 Patienten in 14 Tagen
Mehr als 1200 Patienten fanden im Laufe des 14-tägigen Einsatzes den Weg ins Medical Camp. „Schon als wir am ersten Tag ankamen, standen 50 Leute vor der Tür“, so Penteker. Manche waren stundenlang gelaufen, um bei den Ärzten Hilfe zu erhalten. Interdisziplinär wurden Erkrankungen diagnostiziert und therapiert. Stundenlange Wartezeiten machten den Patienten nichts aus. „Die Leute sind geduldig, nutzen die Zeit, um miteinander zu reden und zu lachen“, hat die Saarnerin beobachtet. Die Ladakhi, fast alle Buddhisten, seien immer freundlich, leise und tolerant.
Im Mahabodhi-Zentrum gibt es neben dem ungenutzten Krankenhaus, auch Schulen, einen Kindergarten, ein Altenheim, zwei Gaststätten, ein Wohnhaus. Dort übernachten die deutschen Helfer, Reisekosten und Unterbringung bezahlen sie selbst. Zwei Klöster für Mönche und Nonnen im Kindesalter sind vor Ort auch angesiedelt. „Dort werden die Ärmsten der Armen aufgenommen“, erzählt Anne Penteker. Für alle Kinder hatte das Helfer-Team auch Spielsachen mitgebracht.
Einen Notfall im Helfer-Team musste man diesmal leider auch verkraften. Eine Krankenschwester erlitt einen Schlaganfall, ihr konnte durch das schnelle Handeln ihrer deutschen Kollegen aber gut geholfen werden. „Sie wurde rund um die Uhr von ihnen versorgt, obwohl sie im Government-Hospital in Leh lag. Der Teamgeist in unserer Gruppe war einfach toll“, lobt Anne Penteker.


