• Fernleitungsnetzbetreiber Gascade hat bei Europipe 635.000 Tonnen Großrohre bestellt
  • Die Rohre dienen dem Bau einer Gaspipeline von der deutschen Ostsee bis nach Tschechien
  • Auch Salzgitter Mannesmann Grobblech und Mülheim Pipecoatings profitieren

Die Mülheimer Unternehmen von Europipe, Salzgitter Mannesmann Grobblech (MGB) und Mülheim Pipecoatings können in ihre Auftragsbüchern erneut ein volumenträchtiges Geschäft aufnehmen: Der Fernleitungsnetzbetreiber Gascade hat bei Europipe 635.000 Tonnen Großrohre für eine Gaspipeline von der deutschen Ostsee bis nach Tschechien bestellt.

Die Europäische Gasanbindungsleitung (Eugal) soll von Lubmin bei Greifswald, wo die Ostsee-Pipeline aus Richtung Russland anlandet, über Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen nach Tschechien geführt werden. Insgesamt 485 Kilometer Strecke sind durch Ostdeutschland zu bauen. In weiten Teilen ist die Pipeline als Doppelstrang geplant.

Das Großrohrwerk von Europipe wird als Weltmarktführer besagte 635.000 Tonnen Rohre liefern. Grobblech-Produzent MGB wird traditionell 50 Prozent des Vormaterials produzieren, die andere Hälfte liefert entsprechend der Europipe-Gesellschafterverhältnisse die Dillinger Hütte. Für die Beschichtung der im Durchmesser 56 Zoll großen Rohre wird die Belegschaft von Mülheim Pipecoatings sorgen.

Produktion läuft bis ins Jahr 2019

Der Auftrag könnte die Stellenabbau-Pläne bei Europipe, die die Geschäftsführung aufgrund der Großaufträge zuletzt ohnehin schon auf unbestimmte Zeit eingefroren hatte, noch tiefer in der Schublade verschwinden lassen. Auch dem zuletzt unter chronischem Auftragsmangel leidenden Werk von MGB dürfte der aktuelle Großauftrag wieder einige Luft verschaffen.

Die Produktion der Eugal-Rohre ist für den Zeitraum von 2017 bis 2019 eingeplant. Ende 2019 soll durch die Leitung das erste Gas fließen. Derzeit laufen noch Raumordnungsverfahren für die Gasanbindungsleitung. An diese sollen im Sommer die Planfeststellungsverfahren anknüpfen.