Parteitag der SPD

100 Prozent: Mülheimer SPD bestätigt Griefahns OB-Kandidatur

Monika Griefahn erzielte beim Kommunalpolitischen Parteitag der SPD in der Luftschiffhalle in Mülheim als OB-Kandidatin 100 Prozent der Delegierten-Stimmen.

Monika Griefahn erzielte beim Kommunalpolitischen Parteitag der SPD in der Luftschiffhalle in Mülheim als OB-Kandidatin 100 Prozent der Delegierten-Stimmen.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die Mülheimer SPD bestätigt Monika Griefahns OB-Kandidatur mit 100 Prozent der Delegiertenstimmen. Die 65-Jährige sieht sich als Teamplayerin.

„100-Prozent-Ergebnisse bringen Unglück", sagte vor wenigen Tagen noch der ehemalige SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz bei einem TV-Auftritt. Monika Griefahn wird wohl gut damit leben können. Mit dem optimalen Resultat wurde die 65-Jährige am Samstagmorgen erwartungsgemäß zur Mülheimer Oberbürgermeister-Kandidatin der SPD gewählt. Sie setzt auf eine „neue Mülheimer Denkschule".

„Mit Stolz und voller Elan" präsentierte sich Griefahn den 126 wahlberechtigten Sozialdemokraten. Es liege viel Arbeit vor ihr, „aber auch viel Freude". Die gesteckten Ziele möchte die gebürtige Mülheimerin als Teamplayerin erreichen. „Alleine schaffe ich das nicht, ich brauche Euch alle", rief die frisch gekürte OB-Kandidatin den Delegierten zu.

OB-Kandidatin möchte in Mülheim für strittige Themen runde Tische einberufen

Dazu passt auch die Idee eines Innovationsrats aus Wissenschaft, Gewerkschaften, Wirtschaft, Umwelt- und sozialen Initiativen. Zu den strittigen Themen wie aktuell der Volkshochschule möchte sie Runde Tische einberufen, neue kommunale Partner ins Boot holen und die städtischen Töchter gewinnbringend vernetzen.

Mülheim als grüne Familienstadt

Mülheim stellt sie sich in Zukunft als „gesunde und grüne Familienstadt" vor. Und sie möchte den Stolz in die Stadt zurückbringen. Aber wie? „An erster Stelle müssen wir unsere Kraft darin investieren, das finanzielle Fundament unserer Kommune zu stärken - langfristig und auf Dauer", erklärte Griefahn in ihrer Rede. In diesem Zusammenhang sieht sie eine gerechte Gemeindefinanzierung, die Übernahme von Altschulden und Kosten der sozialen Sicherung durch Bund und Land als Grundpfeiler.

Keine Denkverbote für die Ansiedlung neuer Firmen in Mülheim gefordert

Als Anwältin und Botschafterin für Mülheim möchte Monika Griefahn auftreten. Bei der Ansiedlung neuer Firmen dürfe es keine Denkverbote geben. „Ich zeige Euch gerne Beispiele aus Venlo oder Amsterdam, wo Gewerbe im Einklang mit der Natur steht", versuchte die die neue Hoffnungsträgerin der SPD zwei Themen zu verbinden, die wohl Hauptrollen im Wahlkampf spielen dürften.

Anregungen und Ergänzungen für das Kommunalwahlprogramm gesammelt

Den Umwelt- und Klimaschutz bringt sie auch direkt mit sozialer Schieflage in Verbindung. „Kinder, die an lauten und verschmutzen Straßen leben, sind schlechter in der Schule. Menschen, die keinen unmittelbaren Zugang zu Gewässern und Grünanlagen haben, leben kürzer", führte Griefahn aus.

Ihre gesamte Kandidatur wird Griefahn unter das Motto „Cradle to cradle“ stellen - von der Wiege zur Wiege. Dieses Konzept beinhaltet eine konsequente Kreislaufwirtschaft und die komplette Vermeidung von Abfall. Es wurde später auch im Leitantrag mit einer Enthaltung angenommen. Etablieren möchte die OB-Kandidatin diese Grundsätze in einer „neuen Mülheimer Denkschule". Und wieder geht es um Zusammenarbeit und Vernetzung. „Wieso nicht Junior-Uni, Hochschule und Volkshochschule an einem Ort denken?"

„Monika Griefahn bringt vielleicht nicht völlig neue Themen mit, aber ganz neue Ansätze", freut sich der Mülheimer SPD-Vorsitzende Rodion Bakum. Er und seine Mitstreiter sammelten beim Parteitag noch einmal Anregungen und Ergänzungen für das Kommunalwahlprogramm, das am 14. März verabschiedet werden soll. „Es wird kein Prüf-, sondern ein Entscheidungsprogramm", verspricht Bakum.

Zeit der Fünf-Jahres-Pläne ist vorbei

Der SPD-Chef garantiert auch, dass das Papier in Zukunft jährlich überprüft wird. „Die Zeit der Fünf-Jahres-Pläne ist vorbei", betont Bakum, und nennt als Beispiel gerne das Wahlprogramm von 2014. Dort kommt kein Wort über Migration und Integration vor.

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