Die Signale waren überdeutlich, doch dann gab es doch noch einen Rückzieher: Im Prozess gegen ein weiteres, mutmaßliches Mitglied einer Herner Profi-Einbrecherbande hat der Angeklagte (23) am Montag überraschend weiter geschwiegen. Dabei hatten die Bochumer Richter ihm zuvor eine vergleichsweise milde Bewährungs-Jugendstrafe in Aussicht gestellt.
„Eine Einlassung soll vom Angeklagten im Moment nicht abgegeben werden“, ließen die zwei Verteidiger des aus Rumänien stammenden jungen Mannes die 8. Strafkammer nach einer kurzen Beratungspause wissen. Das Gericht hatte dem Mann zuvor für den Fall eines umfassenden Geständnisses die Verhängung einer Jugendhaftstrafe im Bereich von 21 bis 24 Monaten (jeweils ausgesetzt zur Bewährung) signalisiert. Obwohl dieser Vorschlag dem zu Beginn von den Anwälten selbst ausgegebenen Verteidigungsziel („eine Bewährungsstrafe“) entsprach, blieben die Lippen des mutmaßlichen Serieneinbrechers trotzdem weiter verschlossen. Ein vorzeitiges Prozess-Ende durch ein frühes Geständnis rückte damit auch wieder in weite Ferne.


