Feuerwehr-Doku

Zweite Staffel „Feuer und Flamme“ wurde noch nicht gedreht

Training für den Ernstfall, damit bei den Einsätzen jeder Handgriff sitzt: Zugführer Mathias Fröhlich im Brandhaus der Hauptwache in Gelsenkirchen.   

Training für den Ernstfall, damit bei den Einsätzen jeder Handgriff sitzt: Zugführer Mathias Fröhlich im Brandhaus der Hauptwache in Gelsenkirchen.  

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.   Eigentlich sollte TV-Dreh für die Fortsetzung von „Feuer und Flamme“ schon längst laufen. Doch so schnell wie die Feuerwehr ist der WDR nicht.

Wer sich für das neue Jahr vorgenommen hat, geduldiger zu werden, kann den guten Vorsatz jetzt schon mal in die Tat umsetzen. Zumindest, wenn er auf die neue Feuerwehrdokumentation „Feuer und Flamme“ wartet. Die zweite Staffel sollte schon längst gedreht werden. Aber so schnell wie die Feuerwehr sind WDR und Produktionsfirma dann doch nicht.

Direkt Feuer und Flamme war Simon Heußen (38) nicht, als er 2016 hörte, dass der WDR die Einsätze der Feuerwehr hautnah begleiten wollte. Aber der frühere stellvertretende Leiter der Gelsenkirchener Wehr stand dem Wunsch nicht übermäßig skeptisch gegenüber. Als klar war, dass es kein Drehbuch geben, nichts dramatisiert wird und vor allem die Opfer von Unglücken nicht im Vordergrund stehen, stand einer Zusammenarbeit nichts mehr im Weg.

Serie wird auf Youtube angeklickt

Bisher, freut sich Simon Heußen, habe die Begeisterung der Bürger an der Staffel nicht abgenommen. Immer noch werden mit guten Zahlen auf Youtube die einzelnen Serienteile angeklickt. „Außerdem kann man sich die Staffel mittlerweile auch als DVD und Blue Ray bestellen. Das hab’ ich natürlich auch gemacht und hab’ die Serie jetzt zu Hause.“

Und es wurde die ganze Bandbreite der Einsätze gezeigt: Die Taucher, die Höhenretter, der Rettungsdienst, der ja täglich im Einsatz ist. Die Staffel kam wohl deswegen so gut an, weil ein realistisches Bild gezeigt wurde. „Da waren auch schon mal Bilder von Einsätzen zu sehen, bei denen man einiges hätte besser machen können“, sagt der jetzige stellvertretende Leiter der Feuerwehr, Daniel Hüwe. Aber das sei bewusst auch in den Filmen gelassen worden.

Die Doku soll kein Lehrfilm für Feuerwehrleute sein

„Es sollte ja kein Lehrfilm für den Feuerwehrnachwuchs entstehen“, betont Heußen, der mittlerweile Chef der Bochumer Feuerwehr ist. „Die Filmemacher und auch wir wollten authentische Arbeit zeigen. Es war wirklich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Kameramänner, die uns bei den Einsätzen begleiteten, haben uns in keiner Weise behindert.“

Denn die Feuerwehr war mit Kameras am Helm und an der Kleidung ausgestattet, die Filmprofis machten ihre Arbeit aus einiger Distanz. Alle Menschen, die auf den Aufnahmen zu sehen sind, seien gefragt worden und hätten ihr Einverständnis für eine Veröffentlichung gegeben.

„Geplant waren eigentlich nur sechs Folgen“, sagt Simon Heußen, aber noch während der ersten Drehs hätten die Verantwortlichen die Szenen und Inhalte so hervorragend gefunden, dass man sich entschloss, anstatt sechs sogar neun Teile zu drehen.

Feuerwehrdrohne zeigt auch schöne Landschaft

Und dann wurde gedreht, wie die Einsätze kamen: Mal ein Verkehrsunfall, dann ein Wohnungsbrand, Ausrücken zum Gefahrguttransporter, Rettungseinsätze der Sanitäter. „Ein positiver Nebeneffekt waren auch die fantastischen Bilder von Gelsenkirchen, die unsere Drohne aufgenommen hat. Da waren garantiert viele Gelsenkirchener erstaunt, dass es so schöne Ecken in der Stadt gibt“, freut sich Simon Heußen, der viele Jahre bei der Feuerwehr in dieser Stadt gearbeitet hat und nichts auf seine Kollegen kommen lässt.

„Als dann die Filmpremiere vorab in Buer im Schauburg-Kino vor 400 Kollegen stattfand, war das schon eine sehr emotionale Stunde“, gibt Simon Heußen zu. Da hätten so einige heimlich mit den Tränen gekämpft.

Stationiert waren die Kameramänner an der Hauptwache an der Seestraße, wo ihnen die Feuerwehr zwei Räume für die fünf Monate Drehzeit zur Verfügung gestellt hatte. Für die zweite Staffel legt die Feuerwehr Wert darauf, dass auch dieselben Kameraleute wieder vor Ort sind. „Das ist mittlerweile ein eingespieltes Team, man braucht nicht wieder von vorne anzufangen, es muss nichts mehr erklärt werden“, sagt der jetzige stellvertretende Feuerwehrchef Daniel Hüwe, der die zweite Staffel betreuen wird.

>>> Serie erreicht beim WDR hohe Marktanteile

  • Mehr als 7600 Menschen sprachen sich bei einem Online-Voting für eine Fortsetzung der Doku aus, lediglich sieben waren laut WDR dagegen.
  • Auch beim Blick auf die Prozentzahlen der Marktanteile dürften die Verantwortlichen gejubelt haben. In der Zielgruppen der 35- bis 55-Jährigen war die Serie mit 7,1 Prozent dabei.
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