Gedenken

Wildenbruchplatz soll Gedenkort werden

Die Stadt denkt über einheitliche Gedenktafeln an Erinnerungsorten nach.

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Die Stadt denkt über einheitliche Gedenktafeln an Erinnerungsorten nach. Foto: WAZ

Gelsenkirchen.   Wo heute Straßen.NRW und Polizei-Inspektion Süd stehen, wurden im Januar 1942 Juden deportiert. Der Kulturausschuss hat das Institut für Stadtgeschichte mit der Erarbeitung einer Rahmenkonzeption für Tafeln im Rahmen des Projekts „Erinnerungsorte“ beauftragt.

Der Ausschuss für Kultur und Tourismus beauftragte am Mittwoch in seiner letzten Sitzung in dieser Wahlperiode das Institut für Stadtgeschichte (ISG) damit, eine Rahmenkonzeption für die Ausstattung der Stadt mit Tafeln im Rahmen des Projekts „Erinnerungsorte“ zu erarbeiten.

Ausschlaggebend dafür war die Anregung eines Bürgers, in Höhe des Wildenbruchplatzes 2 in Bulmke-Hüllen einen Gedenk- und Erinnerungsort zu errichten. Von dort wurden am 27. Januar 1942 mehr als 500 Juden aus Gelsenkirchen und Umgebung in das Ghetto Riga nach Lettland deportiert. Die in Kooperation mit der städtischen Öffentlichkeitsarbeit entstehende ISG-Rahmenkonzeption soll dann auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft werden. Heute sind am Wildenbruchplatz die Polizei-Inspektion Süd und Straßen.NRW beheimatet.

Kooperationsprojekte mit unterschiedlichen Partnern

„An die Deportation von jüdischen Menschen aus Gelsenkirchen erinnern in Gelsenkirchen schon verschiedene Erinnerungsorte, Tafeln und Mahnmale sowie Publikationen, wiederkehrende Veranstaltungen und Aktionen etc.“, heißt es seitens ISG-Leiter Stefan Goch in der Beschlussvorlage. Aus verschiedenen Projekten – z.B. Stadtteilprogrammen – würden über 200 Informationstafeln mit „mehr oder weniger einheitlichem Design“ stammen.

Allein im Rahmen des Projekts „Erinnerungsorte“ seien darüber hinaus für 2014 bislang mehrere Kooperationsprojekte mit unterschiedlichen Partnern in Arbeit. Als Beispiele nennt Goch das Dahlbusch-Denkmal im Dahlbuschpark, die Erinnerung an polnische Zwangsarbeiter im Nationalsozialismus auf dem Ostfriedhof, die Beschilderung des alten jüdischen Friedhofs, die Erinnerung an den jüdischen Friedhof in Horst und bestattete sowjetische Kriegsgefangene, das Kapp-Putsch-Denkmal Horst und den Friedhof Rotthausen. Weitere Projekte seien in der Diskussion.

Angesichts des bislang wenig systematischen Ausbaus von Informationstafeln, gibt der ISG-Leiter zu bedenken, sei auch die Vernetzung mit neuen Medien fortan dringend geboten.

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