Outdoor-Sport

Trendsport: Gelsenkirchener macht Podcast übers Joggen

Andere joggen mit Hund, Thomas Müller joggt mit Pferd. Wenn seine Tochter keine Zeit hat, übernimmt der 51-Jährige die Bewegung von Haflinger Nino.

Andere joggen mit Hund, Thomas Müller joggt mit Pferd. Wenn seine Tochter keine Zeit hat, übernimmt der 51-Jährige die Bewegung von Haflinger Nino.

Foto: Thomas Müller / Privat

Beckhausen.  Thomas Müller ist Läufer. Über seine Leidenschaft spricht der Gelsenkirchener im „Running Podcast“ – und gibt unter anderem Tipps für Anfänger.

Thomas Müller läuft. Aber nicht so wie andere, die es ab und zu für eine Runde in den Park zieht, wenn die Sonne scheint und sie gerade genug Motivation aufbringen können. Wenn sich der 51-Jährige auf einen Wettkampf, meist einen Marathon, vorbereitet, dann läuft er mindestens acht Stunden pro Woche. Manchmal sogar mit einem Pferd im Schlepptau.

Müller bereitet sich häufig vor: Ein Wettkampf pro Monat ist für den Beckhausener keine Seltenheit. Hinter diesem Ehrgeiz steht allerdings nicht bloß eiserne Disziplin, sondern vor allem eine große Leidenschaft für den Sport. Für Müller ist das Laufen die perfekte Gelegenheit, um Zeit in der Natur zu verbringen und den Alltagsstress zu vergessen.

Der Gelsenkirchener gehört inzwischen zur Gruppe der „Ultraläufer“

Alles fing vor zwölf Jahren an. „Meine Frau traf sich mit unserer Nachbarin zum Joggen“, erinnert sich Müller. „Damals wollte ich einfach sehen, ob ich die zwei oder drei Kilometer durchhalte.“ Heute gehört der 51-Jährige zu den sogenannten „Ultraläufern“, die regelmäßig Distanzen bewältigen, die über eine Marathonstrecke hinausgehen.

Bei einem Wettkampf ist er 100 Kilometer gelaufen – in elfeinhalb Stunden. „Letztendlich ist es die Herausforderung, die einen antreibt“, sagt Müller. Was gar nicht bedeute, die anderen Läufer zu schlagen. „Sind wir ehrlich. Gewinnen wird man selten“, sagt Müller lachend. „Es geht vor allem darum, persönliche Bestzeiten aufzustellen.“

Gelsenkirchener startete seinen Podcast 2014

Seine Leidenschaft fürs Joggen teilt der Gelsenkirchener in seinem Podcast „Running Podcast“, den man bei gängigen Streaming-Anbietern wie Spotify oder iTunes hören kann. 2014 startete er das Projekt. „Ich habe damals schon gerne Podcasts gehört. Einer übers Laufen hat aber noch gefehlt“, erzählt er. Im „Running Podcast“ lädt Müller Gäste aus der Lauf-Community ein, spricht über Laufveranstaltungen oder das passende Equipment und klärt mit seinen Gesprächspartnern zum Beispiel, was man beim Laufen mit Hund beachten muss oder wie man Lauftrainer wird. Wie viele Leute seinen Podcast mittlerweile hören, weiß Müller nicht genau. Fest stehe aber, dass die Folgen in der Regel mehrere Tausend mal heruntergeladen werden.

Vor allem seit Ausbruch der Corona-Pandemie beobachtet Müller, wie das Joggen wieder zum Trend wird und sich immer mehr Neulinge für „seinen“ Sport begeistern: „Das war ja auch eine der wenigen Sportarten, die während des Lockdowns ohne Einschränkung ausgeübt werden konnten.“ Aber wie legt man als Anfänger mit guten Vorsätzen am besten los? Der Experte rät: „Nicht zu viel darüber nachdenken, einfach machen.“ Motivieren könne es, sich eine schöne Strecke auszusuchen – zum Beispiel um den Berger See herum. Besonders empfiehlt Müller in Gelsenkirchen außerdem die Route entlang des Rhein-Herne-Kanals.

Tipps für Einsteiger: Langsam steigern und zunächst zeitliche Ziele setzen

Gerade zu Beginn ist aber auch Vorsicht geboten: „Man sollte sich langsam an die Belastung gewöhnen, und erstmal nicht häufiger als zwei- oder dreimal pro Woche joggen“, so Müller. Außerdem gelte die Faustregel: „Nur so schnell laufen, dass man sich dabei noch unterhalten kann.“ Für Anfänger sei es außerdem sinnvoll, sich für den Anfang ein zeitliches Ziel zu setzen. Das können schon 15 oder 20 Minuten sein. „Wer wenig Zeit hat, kann das Laufen auch in den Alltag integrieren und zum Beispiel joggend die Brötchen holen“, so Müller. An Equipment brauche man dafür gar nicht so viel. Das A und O: „Vernünftige Schuhe. Sonst besteht Verletzungsgefahr.“

Wer sich nun motivieren lässt und eine Joggingrunde durch Gelsenkirchens Natur dreht, trifft vielleicht auf Müller in etwas ungewöhnlicher Begleitung: Während andere mit ihrem Hund joggen, läuft er seit der Corona-Zeit regelmäßig acht bis zehn Kilometer mit Nino, dem Pferd seiner Tochter. So entlastete er die 18-Jährige, die zur Hochzeit der Krise ihr Abitur machte. Dem Haflinger gefalle das unkonventionelle Training auf jeden Fall, versichert Müller: „Das ist eine super Abwechslung für ihn.“

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