Theater

Theaterstück „Pontius Pilatus“ in Gelsenkirchen aufgeführt

Der römische Präfekt Pontius Pilatus (Dominik Hertrich, 2. von rechts) und Jesus (Alexander Kupsch, 2. von links) am 9. April auf der Bühne im Gemeindezentrum Rotthausen.

Foto: Martin Möller

Der römische Präfekt Pontius Pilatus (Dominik Hertrich, 2. von rechts) und Jesus (Alexander Kupsch, 2. von links) am 9. April auf der Bühne im Gemeindezentrum Rotthausen. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen   Nach einer Romanvorlage von Michail Bulgakow zeigte das freie Theater Glassbooth die „Pilatus-Geschichte“ im Gemeindezentrum Rotthausen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Ich wasche meine Hände in Unschuld“ – auf diesen berühmten Satz von Pontius Pilatus warteten die rund 50 Besucher des Gemeindezentrums Rotthausen am Sonntagabend vergeblich. Im Gegenteil, der vom Freien Theater Glassbooth gezeichnete römische Statthalter fühlte sich schuldig und feige, war zutiefst verzweifelt und getrieben. Regisseur Jens Dornheim, künstlerischer Leiter und Mitbegründer der Theatergruppe, hat in glänzender Form die „Pilatus-Geschichte“ aus dem Roman „Der Meister und Margarita“ des russischen Schriftstellers Michail Bulgakow für die Bühne adaptiert. „Seit ich das Werk zum ersten Mal gelesen habe, war ich davon fasziniert“, informierte Dornheim.

Christlich-religiöse Deutung steht nicht im Vordergrund

Drei Monate Probenzeit mit der aus professionellen Schauspielern und Amateuren geformten Gruppe, eine packende Inszenierung und Premiere im März, in Rotthausen die erst vierte Vorstellung überhaupt. Von Beginn an spürte der Zuschauer eine Bindung zwischen Pilatus (Dominik Hertrich) und Jeschua Ha-Nozri (Alexander Kupsch), die weltliche hebräische Bezeichnung für Jesus, Jesus der Nazarener. Es gibt eine intuitive Überzeugung „unsere Namen werden ewig miteinander verbunden sein“, aber die christlich-religiöse Deutung steht nicht im Vordergrund. Vielmehr die große Frage der persönlichen Schuld aus Feigheit.

Pilatus aufgewühlter Seelenstatus übertrug sich durch eingespielte dramatische Chormusik in vollster Lautstärke auf das Publikum. Dornheim verwendet eigens gedrehte Filmszenen auf riesiger Leinwand – die Kreuzigung als Nahaufnahme, der Zoom in das Auge des Sterbenden als sich in Pilatus Hirn bohrender Zweifel.

Gelsenkirchener realisieren Filmsequenzen

Realisiert wurden die gelungenen Filmsequenzen von den Gelsenkirchenern Dirk Gerigk und Stefan Bahl. Jesus Christus ein wandernder Philosoph, Evangelist Matthäus als manischer Sonderling und Pilatus als Initiator und Mäzen des Neuen Testaments. Der Erzähler (Hans-Peter Bause) wird von Wärtern einer Irrenanstalt abgeführt – alles doch nur ein wirrer Traum?

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik