Kooperation

Schüler forschen und entdecken

Birgit Klein und Prof.Dr. Stefan Goch vom Institut für Stadtgeschichte unterschreiben einen Kooperationsvertrag mit Grillo-Schulleiterin Christhilde Schwindt und Lehrerin Katharina Schulenberg.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Birgit Klein und Prof.Dr. Stefan Goch vom Institut für Stadtgeschichte unterschreiben einen Kooperationsvertrag mit Grillo-Schulleiterin Christhilde Schwindt und Lehrerin Katharina Schulenberg. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Das Grillo-Gymnasium kooperiert mit dem Institut für Stadtgeschichte, um das Schicksal ehemaliger jüdischer Schüler aufzuarbeiten.

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Schüler forschen und entdecken, Schulen und Archive sind der Vermittlung kultureller, historischer und politischer Bildung verpflichtet. Da ist eine Kooperation zwischen schulischen Wissensvermittlern und städtischem Archiv naheliegend. Gestern unterzeichneten Professor Stefan Goch, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte (ISG), und Christhilde Schwindt, Schulleiterin am Grillo-Gymnasium,einen Kooperationsvertrag.

„Durch die eigenständige Arbeit mit vielfältigen Originalquellen“, so Christhilde Schwindt, „können die Schülerinnen und Schüler einen lebendigen Zugang zu vergangenen Epochen und zu den eigenen Wurzeln finden.“

Durchgangslager Westerbork schon besucht

Auch schon vor Abschluss des Vertrages interessierten sich die Schüler für die Geschichte der Stadt und des Grillo-Gymnasiums. Geschichtslehrerin Katharina Schulenberg hat mit Sechstklässlern über das Schicksal jüdischer Schüler am Grillo recherchiert. Eine Erinnerungstafel in der Schule listet ehemalige Schüler auf, die das Gymnasium in der Nazizeit verlassen mussten. Viele wurden später in Vernichtungslagern ermordet. 20 Oberstufenschüler besuchten das frühere Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden. Die Schüler begaben sich auf weitere Spurensuche. Von hier aus wurde auch Ernst Alexander, der als Jugendlicher für Schalke 04 spielte, nach Auschwitz deportiert. Die Schüler haben weiter recherchiert und noch mehr erfahren über das Leid vieler jüdischer Bürger aus Gelsenkirchen, die von den Nazis in Treblinka, Theresienstadt oder Auschwitz ermordet wurden. „Einzelschicksale“, sagt Katharina Schulenberg, „machen den Holocaust erst begreifbar.“

Auch Industrialisierung wird ein Thema sein

„Wir erklären Schülern die Stadt“, nennt Stefan Goch die Vorteile der Dokumentation. Er will mit dem Kooperationsvertrag auch die städtische Geschichte vor und nach dem Dritten Reich für die Schüler lebendig werden lassen. „Wir ermöglichen mit dem Stadtarchiv, der Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ und dem Forschungsbereich einen außerschulischen Lernort.“ Auch die zunehmende Industrialisierung, der Niedergang des Bergbaus wie auch der Strukturwandel werden zu den Themen in den nächsten Jahren zählen.

„Das Fach Geschichte“, weiß Katharina Schulenberg, „ist bei Schülern der Oberstufe sehr beliebt. Bei den Projekten, die wir durchführen, können sie mitwirken und mitgestalten.“

Die Arbeit der Schüler ist auch bei Schalke 04 auf fruchtbaren Boden gestoßen. Der Verein hat in Erinnerung an den jüdischen Schüler die „Ernst-Alexander-Auszeichnung“ ausgelobt. Schalke wie auch das Grillo wenden sich gegen Rassismus und Diskriminierung. Beim Heimspiel gegen Bremen im Februar wird dem Grillo die mit 1904 Euro dotierte Auszeichnung überreicht.

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