Film-Premiere

Schicksale im Film „A Walk in the Dark“ sorgen für Gänsehaut

Gelsenkirchens Bürgermeisterin Martina Rudowitz (3.v.l.) stand am Sonntag gemeinsam mit Schauspielern und Verantwortlichen des Films "A Walk in the Dark" auf dem roten Teppich, der eigens zur Premiere des Films im Foyer des Apollo-Kinos ausgelegt worden ist. Der rund 90-minütige Film ist eine Gemeinschaftsproduktion der AWO Jugendgruppe und Geflüchteten sowie Darstellern unterschiedlicher Altersgruppen aus Deutschland.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchens Bürgermeisterin Martina Rudowitz (3.v.l.) stand am Sonntag gemeinsam mit Schauspielern und Verantwortlichen des Films "A Walk in the Dark" auf dem roten Teppich, der eigens zur Premiere des Films im Foyer des Apollo-Kinos ausgelegt worden ist. Der rund 90-minütige Film ist eine Gemeinschaftsproduktion der AWO Jugendgruppe und Geflüchteten sowie Darstellern unterschiedlicher Altersgruppen aus Deutschland.

Gelsenkirchen.  Die Awo-Jugendgruppe „Think forward - create future“ hat unter der Regie von Urs Kessler und Wayne A. Graves einen beachtlichen Film gedreht.

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Der rote Teppich wurde am Sonntagabend im Apollo-Kino ausgerollt: die Awo-Jugendgruppe „Think forward – create future“ lud zur Premiere des Filmes „A Walk in the Dark – Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft“ ein. Während die beiden Regisseure Urs Kessler und Wayne A. Graves, die Darsteller sowie das gesamte weitere Team sich im Eingangsbereich des Kinos den Fragen der Journalisten und den Kameras der Fotografen stellten, kam auf den Tag genau zwei Wochen vor der Oscar-Verleihung ein wenig Hollywood-Feeling in Gelsenkirchen auf.

Eng mit betroffenen Menschen zusammengearbeitet

Bevor die zahlreichen Gäste sich in den Kinosaal begeben, verweist Cirsten Piduhn von „Quest Media“ – der Firma also, mit deren Hilfe die Awo-Jugendgruppe das ehrgeizige Projekt realisieren konnte – auf die Multikulturalität vor und hinter der Kamera: „Wir haben eng mit Menschen zusammengearbeitet, die selbst aus Kriegsgebieten nach Deutschland geflohen sind. Ihre Geschichten sind die Inspirationen für ,A Walk in the Dark’.“

Die Integrationsagentur der Arbeiterwohlfahrt half dabei, den Kontakt herzustellen. „Die Betroffenen erzählen ja nicht ohne weiteres Fremden von ihrer Flucht; wir mussten ihnen erst zeigen, wie ernst es uns damit ist, ihre Sache seriös darzustellen“, fährt Piduhn fort, „wir wollen daher unseren Partnern danken, die halfen, das notwendige Vertrauen aufzubauen.“

Drei Familien verlieren ihr Zuhause

Als der Film schließlich im Kinosaal 5 anläuft (der übrigens komplett belegt ist), dürfen die Zuschauerinnen und Zuschauer das Ergebnis einer fast zweijährigen Zusammenarbeit der Awo-Jugendgruppe und Quest Media bewundern: „A Walk in the Dark“ erzählt in etwas über einer Stunde von einer „umgedrehten“ Flüchtlingskrise, denn hier ist der Krieg in Deutschland ausgebrochen, die Flüchtlinge zieht es in den fiktiven arabischen Staat „Andora“. Drei Familien, deren Schicksale miteinander verknüpft sind, sehen sich mit den Konsequenzen des Kriegs konfrontiert, sie verlieren ihre Besitztümer, ihr Zuhause, ihre Geliebten und Nächsten.

Perspektive sorgt für Empathie beim Betrachter

Diese neue Perspektive sorgt für Empathie beim Betrachter, wie es Medienberichten aus der „Tagesschau“ oder anderen Nachrichtensendungen nicht möglich ist: Anstatt davon zu hören, dass irgendwo auf der Welt Tod und Gewalt herrschen, die Menschen davor fliehen, ist der Zuschauer mittendrin, er spürt die Hungersnot, hört die permanente Geräuschkulisse der röhrenden Bomben und sieht die Familienmitglieder der Protagonisten sterben. Eine Authentizität, die für Gänsehaut sorgt.

Ein Film mit klarer Botschaft

Den Verantwortlichen war es wichtig, mit dem Film eine klare Botschaft zu senden: „Der Krieg in Syrien und anderen Ländern betrifft uns alle, denn wir sind alle Menschen. Wir gehören alle dazu und wir müssen dem Leid, das dort geschieht, direkt in die Augen sehen.“ Das erklärt Urs Kessler, der neben seiner Aufgabe als einer der Regisseure auch für das Drehbuch sowie weitere Arbeiten an „A Walk in the Dark“ verantwortlich zeichnete.

Die Idee für den Film, an dem insgesamt 96 Mitwirkende beteiligt waren, kam ihm und Wayne A. Graves, dem zweiten Regisseur, bereits vor zwei Jahren. „Damals war die Geschichte jedoch als reiner Kriegsfilm konzipiert“, erläutert Kessler, doch aufgrund der Flüchtlingskrise beschlossen die beiden, einen anderen Fokus zu legen. Maßgebend hierfür war die Dokumentation „Mein Leben, dein Leben, Leben!“, welche ebenfalls von der Awo-Jugendgruppe produziert wurde und in Interviews Flüchtlinge und ihre lebensgefährliche Reise nach Deutschland porträtierte.

Ausleihe von Dokumentation und Film möglich

Die Dokumentation und der Film (inklusive eines Making Of’s) können übrigens als DVD für Vorführungen in der Schule oder anderen Einrichtungen ausgeliehen werden. Ansprechpartnerin dafür ist Awo-Mitarbeiterin Carolin Plöger, die unter 0209 40 94-142, oder quartiersarbeit@awo-gelsenkirchen.de zu erreichen ist.

>>> Informationen über die Gruppe „Think forward – create future“ und die Firma „Scream Media“ gibt es hier: www.awo-gelsenkirchen.de und www.scream-media.de

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