Gegen Rassismus

Projekttage gegen antisemitische Vorurteile offiziell eröffnet

„Der ewige Sündenbock ? Antisemitische Vorurteile - Gestern - Heute“: Schüler, Lehrer und Gäste des Emscher-Lippe-Weiterbildungskollegs bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der Projekttage. Foto: Thomas Schmidtke

Foto: WAZ FotoPool

„Der ewige Sündenbock ? Antisemitische Vorurteile - Gestern - Heute“: Schüler, Lehrer und Gäste des Emscher-Lippe-Weiterbildungskollegs bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der Projekttage. Foto: Thomas Schmidtke Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.  Mit Vorträgen und Diskussionen, dem Besuch des Jüdischen Friedhofs und einer Führung durch die neue Synagoge sowie der Vorführung des Films „Jud Süß“ will das Weiterbildungskolleg Emscher-Lippe aktiv zum Abbau von Vorurteilen beitragen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Schule ohne Rassismus nimmt ihre Aufgabe ernst. Sehr ernst: Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen wollen Schulleiter Günter Jahn, Kollegium und Lernende des Weiterbildungskollegs Emscher-Lippe couragiert die Stirn bieten.

In diesem Sinne wurden am Montagmittag die Projekttage „Der ewige Sündenbock? Antisemitische Vorurteile gestern – heute“ eröffnet. Mit einem Zitat des Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno aus dessen Abhandlung über die „Erziehung nach Auschwitz“ brachte Jahn das Anliegen der Projekttage auf den Punkt: Es müsse ein geistiges, kulturelles und gesellschaftliches Klima geschaffen werden, „damit sich das Grauen nicht wiederholt“.

An einen großen Sohn Gelsenkirchens erinnerte Dr. Susanne Franke, Vorsitzende der Schalker Fan-Initiative gegen Rassismus und Patin der Schule ohne Rassismus, in ihrem Vortrag: An den jüdischen Arzt und Unternehmer Dr. Friedrich Moritz Levisohn. Nach dem ersten Verhör durch die Gestapo, die ihm die Approbation entzog, floh Levisohn in die Niederlande, wurde dort Leiter einer Widerstandsgruppe.

"Er konnte verzeihen"

1942 wurde er verhaftet und ins KZ Amersfoort gebracht. Dem Gelsenkirchener gelang die Flucht. „Und was macht der Mann nach Kriegsende? Nach all dem, was man ihm angetan hat?“ fragte Susanne Franke. „Er kommt zurück nach Gelsenkirchen.“ Er nennt sich Fritz Lenig, wird wieder Arzt, geht auch zurück zu Seppelfricke. Aber noch als Friedrich Levisohn sei er im Mai 1946 der erste Nachkriegs-Vorsitzende des FC Schalke 04 geworden. „Er konnte verzeihen“, sagte sie. „Er ist für mich ein Vorbild. Ich habe gar nicht so viele Hüte, die ich gerne vor ihm ziehen möchte.“

Unter den Gästen der Veranstaltung lauschte auch Judith Neuwald-Tasbach der Erinnerung an Levisohn. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde ist ins Projekt eingebunden.

Die WAZ berichtet noch.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik