Literatur

Mord in der Nachbarschaft

Alexander Pentek ist erst 24 Jahre alt und hat mit „Deimos“ seinen zweiten Revierkrimi vorgelegt. Der dritte Teil der Reihe ist auch schon fertig und soll Ende des Jahres erscheinen. Foto: Martin Möller

Alexander Pentek ist erst 24 Jahre alt und hat mit „Deimos“ seinen zweiten Revierkrimi vorgelegt. Der dritte Teil der Reihe ist auch schon fertig und soll Ende des Jahres erscheinen. Foto: Martin Möller

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Gelsenkirchen.Schon wieder sind in Gelsenkirchen zwei Morde passiert. Zum Glück nur rein fiktiv: In seinem neuen Revier-Krimi „Deimos“ lässt der junge Autor Alexander Pentek zwei Senioren sterben, auf ganz unterschiedliche, aber grausame Weise. Und es dauert rund 220 Buchseiten, bis das Ermittlerteam den Mördern auf die Spur kommt...

„Deimos“ beginnt an einem schwül-heißen Sommertag und ist damit wie geschaffen als Urlaubslektüre für Krimi-Fans. Und wie schon im ersten Buch der Reihe, das „Phobos“ heißt und 2009 erschien, geht es in diesem Taschenbuch um die dunklen Seiten der Stadt. Allerdings treibt diesmal kein gefährlicher Serienmörder sein Unwesen, sondern ein Mord in der Nachbarschaft wühlt die Protagonisten auf.

Erpresserische Anrufe und Eifersuchtsdramen

Alexander Pentek, der in Rotthausen wohnt, sein Abitur am Schalker Gymnasium baute und an der Bochumer Ruhr-Universität seit vier Semestern Jura studiert, zieht alle Register: Erpresserische Anrufe, Eifersuchtsdramen, Drogenrausch und ein totes Tier sind dabei nur der Anfang des Übels. Und das mitten in Gelsenkirchen. In der fiktiven Tannenhäherstraße. „Ich habe ganz bewusst keine real existierende Straße genommen, weil das Buch ja in einer kleinen Nachbarschaftssiedlung spielt und ich niemandem auf die Füße treten wollte“, erklärt Alexander Pentek. Und auch die Erwähnung von prägnanten Punkten des Gelsenkirchener Stadtgebiets hat der 24-Jährige in seinem neuen Werk weitgehend vermieden. „Man muss mit diesen Beschreibungen sparsam umgehen, sonst liest sich der Krimi wie ein Stadtführer“, so der Autor.

So haben es diesmal lediglich die Halde Rheinelbe, das Eiscafe am Neumarkt, die Bahnhofstraße als Einkaufsmeile, die evangelischen Kliniken und das Sportparadies ins Buch geschafft. Und das Polizeipräsidium natürlich, von dem aus die junge Ermittlerin Jennifer Hartmann gemeinsam mit ihren Kollegen zu ihren Tatorten startet.

Leser tappen bis zum Schluss im Dunkeln

Und so viel sei verraten: Auch diesmal hat der pensionierte Ermittler Karlheinz Kappler, der den letzten Fall Phobos auf grandiose Weise löste, wieder seine Karten im Spiel. Bei acht Verdächtigen, die alle ein Motiv gehabt hätten, ihre verhasste Nachbarin Hermine Ziegler umzubringen, ist es schon ein wenig schwierig für die Ermittler, die Übersicht zu behalten. Nach und nach entwickelt sich ein klassisches „Whodunit“, bei dem man als Leser bis ganz zum Schluss im Dunkeln tappt. Pentek zeichnet seine Protagonisten mit feinen Nuancen und hintersinnigem Witz, zeitweise wird seine Sprache richtig poetisch, gleitet aber nicht ins Kitschige ab.

Ob er Bammel gehabt hat, nach einem richtig tollen Erstlingswerk an den hohen Erwartungen zu scheitern? „Ein bisschen komisch war das schon, deshalb sollte dieses Buch ganz anders werden. Und die Rückmeldungen sind ganz gut: Mir wurde gesagt, das Buch sei nicht so düster wie das erste“, sagt der Jura-Student. Übrigens ist Buch Nr.3 auch schon fertig und könnte, wenn alles gut geht, Im November erscheinen...

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