Bau-Verzögerungen

Hasseler Lukas-Kirche öffnet nach Umbau wieder im Juli

Der Innenraum samt Einbauten der Lukas-Kirche am 28.05.2018 in Gelsenkirchen-Hassel. Die Kirche und das benachbarte Gemeindezentrum Eppmannshof werden renoviert und umgebaut. Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services GmbH

Der Innenraum samt Einbauten der Lukas-Kirche am 28.05.2018 in Gelsenkirchen-Hassel. Die Kirche und das benachbarte Gemeindezentrum Eppmannshof werden renoviert und umgebaut. Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services GmbH

Foto: Olaf Ziegler

Hassel.   Die evangelische Lukas-Kirche in Hassel wird multifunktional: Nach fast zweijährigem Umbau öffnet sie wieder beim Stadtteilfest am 1. Juli.

Wer böse unkte, in Hassel entstehe angesichts der Bauverzögerungen ein zweiter Berliner Flughafen, wird nun eines Besseren belehrt: Die Umgestaltung der Lukas-Kirche zum multifunktionalen Veranstaltungsraum geht ihrem Ende entgegen. Und so ist die Bürgerstiftung „Leben in Hassel“ als Bauherr optimistisch, dass Sonntag, 1. Juli, beim Stadtteilfest die Wiedereröffnung gefeiert werden kann.

Tatsächlich ist das Innere kaum wiederzuerkennen: Wo bis zum Baustart im Sommer 2016 zahlreiche Stühle standen, sind im hinteren Bereich zwei 42 und 25 Quadratmeter große Einbauten in Samenform entstanden, abgegrenzt vom übrigen Kirchenraum durch stäbchenförmige Holzlamellen, die vor die Glasscheiben gesetzt sind. Diese ermöglichen einen Blick zum Altarbereich, sorgen aber auch für eine Privatsphäre.

Für Stadtteil offen

„Dort können sich Gruppen versammeln, wie die Frauenhilfe oder eine Hochzeitsgesellschaft. Die Emporen bieten Platz für 60 Personen, etwa für Musiker oder den Chor“, erläutert Presbyteriums-Vorsitzender Wolfgang Rossmann die Idee des Dortmunder Architekturbüros Kroos+Schlemper.

„Damit tragen wir unserem Ziel Rechnung, das Gotteshaus multifunktionaler zu gestalten, um es auch baulich dem Stadtteil zu öffnen. Es soll nicht nur Gottesdienst-Standort sein, sondern auch Versammlungsort und damit Nicht-Gemeindegliedern offenstehen“, betont Pfarrer i.R. Rolf Heinrich, Vorsitzender der Bürgerstiftung.

Schon früher hatten dort Veranstaltungen wie Bürgerversammlungen, Ratssitzungen, ein Zirkus von Flüchtlingen sowie Konzerte stattgefunden, „für die wir aber großen technischen Aufwand betreiben mussten“, so Heinrich. Das gehört nun der Vergangenheit an, wurde der Raum doch im Altarbereich mit Scheinwerfern, einer Traverse für Veranstaltungstechnik und einer Lautsprecheranlage ausgestattet. „Während das Stadtteilzentrum ,Bonni’ mit seinem Zimmertheater 100 Zuschauer fasst, bietet die Kirche Raum für 276 Sitzplätze. Das ergänzt sich optimal.“

Kostenrahmen wird eingehalten

Im Eingangsbereich, wo sich früher die Sakristei befand, hat das Gotteshaus zwei neue Toilettenräume erhalten sowie eine neue Betondecke. „Dort waren unerwartet Feuchtigkeitsschäden entdeckt worden, die wie Lieferschwierigkeiten und Terminprobleme einzelner Gewerke zur Verzögerung beitrugen“, berichtet Rossmann. Weil als Wiedereröffnungstermin ursprünglich Mai 2017 vorgesehen war, muss(te) er die Hintergründe der Verspätung immer wieder Gemeindegliedern erklären, „von denen einige mittlerweile schon sehr ungehalten sind“.

Heinrich unterstreicht, „dass alle Veranstaltungen stattfinden konnten, wenn auch an Ausweichstandorten. Und: Das Budget von rund 500 000 Euro haben wir eingehalten.“ 80 Prozent der Kosten übernehmen Bund und Land, 20 Prozent teilen sich je zur Hälfte Stadt und Bürgerstiftung.

Nun sind nur noch Restarbeiten zu erledigen: Auf den Emporen der Einbauten wird Parkett verlegt, auch die Orgel muss noch gereinigt werden. Das sollte – wie die Bauabnahme durch die Stadt – bis zum 1. Juli zu schaffen sein, meint Heinrich, während Rossmann bereits die nächste Baustelle im Blick hat: die Sanierung von Fassade, Dach und Turm der Kirche. Baustart? „Im August. Wenn alles glatt geht.“

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