Konzert

Gothicband konzertierte in Gelsenkirchener Trauerhalle

Sang beeindruckend von Tod und Vergänglichkeit: Die Sängerin Sonja Kraushofer trat mit der Band Persephone in der Trauerhalle des Gelsenkirchener Altstadtfriedhofs auf.

Sang beeindruckend von Tod und Vergänglichkeit: Die Sängerin Sonja Kraushofer trat mit der Band Persephone in der Trauerhalle des Gelsenkirchener Altstadtfriedhofs auf.

Foto: Frank Oppitz

Gelsenkirchen-Altstadt.   Die Gothic-Band Persephone trat in der Trauerhalle des Altstadtfriedhofs auf. Die Gruppe spielt Lieder rund um Tod und Vergänglichkeit.

Ungewöhnliches Treiben auf dem Katholischen Altstadtfriedhof: Am Samstagabend marschierte nicht etwa ein Trauerzug über das Gelände an der Kirchstraße, sondern die auffällig gekleideten Fans des Gothic-Ensembles Persephone. Die Gruppe rund um Sängerin Sonja Kraushofer präsentierte in der Trauerhalle des Friedhofs ein Unplugged-Konzert der besonderen Art. Unter dem Motto „A Mourning Hall Concert“ wurde die besondere Atmosphäre dazu genutzt, die schaurig-schönen Melodien zu unterstreichen.

Die Trauerhalle ist ja kein gewöhnlicher Ort

„Der Friedhof ist natürlich die perfekte Location“, erklärt ein Gast, der gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden aus dem gesamten Ruhrgebiet angereist ist. Namentlich genannt werden will allerdings keiner von ihnen. Zwar kleiden sich Anhänger der Gothic-Szene teilweise sehr auffällig (düstere Gewänder, silberner Schmuck, Schminke oder auch Kontaktlinsen), jedoch sehen sie sich aufgrund ihres extravaganten Kleidungsstils häufig Vorurteilen ausgesetzt und wollen lieber anonym bleiben. Nichtsdestotrotz freut sich die Gruppe auf das Konzert. Einer von ihnen sagt: „Die Trauerhalle ist ja kein gewöhnlicher Ort. In einer solchen Kulisse kann die Musik von Persephone deutlich besser zur Geltung kommen.“ Gothic setzt sich mit Tod und Vergänglichkeit auseinander. Entstanden in den 80er Jahren, verbindet das Genre komplexe Themen wie Tod und Vergänglichkeit mit Musik, dem sogenannten Gothic Rock.

Schwarzes Kleid und weiße Blumen

Was genau sich der Laie darunter vorstellen soll? Schwer zu beschreiben, denn gerade ein Auftritt wie der von Persephone ist schwer an Einzigartigkeit zu überbieten. Die Österreicherin Sonja Kraushofer ist in der Szene eine echte Größe und weiß sich gekonnt selbst zu inszenieren: Nachdem sich die übrigen drei Ensemble-Mitglieder bereits an das Klavier, die Geige und das Percussions gesetzt haben, tritt Kraushofer langsam und verträumt in den Raum, gehüllt in ein schwarzes Kleid und als Kontrast einen weißen Blumenstrauß in der Hand. Was folgt ist Kammermusik, akustisch und mit Gesang ohne Mikrofon.

In der kleinen Trauerhalle tanzt die Sängerin umher, geht merklich in ihrer Musik auf. Die Stücke gehen nahtlos ineinander über, denn die vorgetragenen Lieder basieren auf dem Fantasie-Roman „Die Andere Seite“ des Autoren Alfred Kubin. Dementsprechend ist die Musik fantastisch und düster, eine Alptraumwelt, die das Publikum für rund anderthalb Stunden vollkommen in ihren Bann zieht.

>>> Lieder vom fünften Studioalbum

Die gespielten Lieder in der Trauerhalle des Altstadtfriedhofs stammen vor allem von Persephones inzwischen fünftem Studioalbum. Das trägt den Titel „Perle“.

Weitere Informationen über die außergewöhnliche Formation, die nach der griechischen Göttin der Unterwelt benannt ist, gibt es unter: de-de.facebook.com/persephoneband

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