Schlägerei

Gewalt in Gelsenkirchen: Männer halten Metal-Fan für Nazi

Schlägerei in Gelsenkirchen. Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services GmbH

Schlägerei in Gelsenkirchen. Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services GmbH

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.  Am Rande des Jazz-Festivals in Gelsenkirchen schlagen Männer auf einen Musik-Fan ein, den sie fälschlicherweise für einen Rechtsradikalen halten.

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Am Rande der Jazz-Festtage in der Gelsenkirchener Altstadt am vergangenen Wochenende ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Männern gekommen, der nach Auskunft von Augenzeugen und einer Sprecherin der Polizei ein politisches Missverständnis vorausging.

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte die Polizei, dass gegen 22.50 Uhr zwei "erheblich alkoholisierte" Männer (26 und 27 Jahre alt) einen Musik-Fan zunächst verbal und später auch körperlich angegriffen haben. Der Heavy-Metal-Fan trug ein T-Shirt mit einem Adleraufdruck. Dieses Motiv hielten die betrunkenen Männer wohl für einen "Reichsadler", wie ihn auch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) von Adolf Hitler verwendete.

Angegriffener beteuerte, kein Nazi zu sein

Die Männer seien wohl aus einem Taxi gestiegen, sagt eine Polizeisprecherin, und hätten den Metal-Fan direkt auf sein T-Shirt angesprochen. Obwohl der Angegriffene nach Auskunft von Augenzeugen laut und deutlich erklärt habe, dass es sich beim Aufdruck auf seinem Shirt nicht um Nazi-Symbolik handle und er als Heavy-Metal-Fan alles andere als rechtsradikal sei, entwickelte sich eine handfeste Schlägerei vor der Bühne an der Von-Oven-Straße.

Nach Auskunft der Polizei wurden alle drei Männer noch vor Ort angetroffen. Der eine Mann verweigerte einen Atemalkoholtest - beim zweiten Angreifer ergab der Test einen Wert von 1,7 Promille. Die Beamten stellten Strafanzeige gegen die beiden Angreifer wegen Körperverletzung. Zum Glück wurde bei der Schlägerei wohl niemand ernsthaft verletzt.

Polizei betont: Angreifer sind keine Ausländer

Bei den Angreifern handele es sich nicht um Ausländer, betont eine Polizeisprecherin, und widerspricht damit dem Eindruck eines Augenzeugen. Der Mann, der den ganzen Abend an der Bühne an der Von-Oven-Straße verbracht hat, berichtet weiter, dass die beiden Angreifer später ihrerseits von einer fremden Männergruppe verprügelt worden wären, nachdem sie den Heavy-Metal-Fan attackiert hatten.

Das bestätigt die Polizeisprecherin jedoch nicht. Es habe keinen weiteren Polizei-Einsatz wegen Körperverletzung beim Jazz-Festival gegeben. (sat/ne)

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