Bühne

Gelsenkirchener Schultheatertage ziehen alle Register

Szene aus der Inszenierung von „Der Zauberer von Oz“ der Grundschule Günnigfeld für die Gelsenkirchener Schultheatertage.  

Foto: Schultheatertage

Szene aus der Inszenierung von „Der Zauberer von Oz“ der Grundschule Günnigfeld für die Gelsenkirchener Schultheatertage.   Foto: Schultheatertage

Gelsenkirchen.   Bei den Gelsenkirchener Schultheatertagen, die am Sonntag endeten, überzeugten die Nachwuchsmimen im Musical ebenso wie beim Shakespeare-Casting.

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Am Sonntag gingen die Gelsenkirchener Schultheatertage im Musiktheater im Revier zu Ende. Hier einige Kritiken.

„Der Zauberer von Oz“:

Kleine Schauspieler ganz groß

Vertraue auf dich selbst und pass auf dich auf – das ist die Botschaft des Musicals „Der Zauberer von Oz“, die die „Children of Peace“, der offene Musicalkreis der Kirchengemeinde und Grundschule Günnigfeld unter der Leitung von Ute Dahlke am Freitag, 9. März, im Kleinen Haus aufführten. Die eigens entwickelte Variante von Ute Dahlke, Phan Trat Quan und Bernhard Schürkens erzählt die Geschichte von Dorothy, die durch einen Sturm ins Zauberland Oz verschlagen wurde und auf dem Weg nach Hause neue Freunde trifft: die einfach gestrickten, aber sehr einfühlsamen Munchkins, eine Vogelscheuche ohne Verstand, einen Blechmann ohne Herz und einen Löwen ohne Mut. Die mitreißenden Songs begleitete ein Erwachsenen-Orchester live. Die Darsteller spielten, sangen und tanzten mit viel Spaß. Vor allem der Blechmann und die böse Hexe überzeugten durch authentisches Spiel und Souveränität. Besonders heraus stachen die liebevoll gestalteten Kostüme und Frisuren. Das Publikum forderte eine Zugabe.
Lena Abbas und Anna Lucia Lenz

„Halleluja - Martin Luther“:

Halleluja, das war toll!

Fesselnd und mitreißend von Anfang bis Ende – so war die Aufführung des Musicals „Halleluja – Martin Luther“ der Grundschule Gutenbergschule, auch unter Leitung von Ute Dahlke, am Freitag. Sie hatte das Stück zum Reformationsjahr 2017 geschrieben und nun mit anderer Besetzung für die Schultheatertage neu einstudiert. Mehrere Monate hatten die Schauspieler im Musikunterricht geprobt, Hauptdarstellerin Hanna Marie Kemmerling stieß jedoch erst im Januar dazu. Kaum zu glauben, denn sie überzeugte mit tollem Gesang, starkem Schauspiel und sicherer Beherrschung ihrer vielen Textpassagen. Ihr Gegenspieler, Mick Albrecht in der Doppelrolle des Ablassverkäufers Johann Tetzel/Teufel, verkörperte seine Partien pfiffig und mit großer Glaubwürdigkeit. Die Ausstattung war detailreich der Zeit Martin Luthers nachempfunden und ein echter Blickfang. Besonders begeisterte die live gespielte Musik von Bernhard Schürkens: Sie hatte mittelalterliche Elemente, war aber dabei zugleich modern und mitreißend, so dass man sich oft beim Mitklatschen und -wippen erwischte.
Lena Abbas und Anna Lucia Lenz

„All about Shakespeare“:

Shakespeare mal ganz anders

Der literarische Himmel ist voll, was kann man da nur tun? Ein Casting, moderiert von „Heidi Plump“ und „Donald Dump“, soll Abhilfe schaffen. Shakespeares berühmteste Figuren stellen sich der Herausforderung. Leider scheiden einige schon auf dem Weg dorthin gewaltsam aus und wandeln auf ewig im Jenseits. Die Anderen müssen unmögliche Aufgaben bewältigen, etwa eine vergiftete Rose essen wie Oberon oder auf hochhackigen Schuhen laufen wie Hamlet. Am Ende holen sich Romeo und Julia ihr von Shakespeare nicht vergönntes Happy End.

So die Handlung des offenen Theaterstücks des Literaturkurses Jg. 12 der Gesamtschule Ückendorf, das am Freitagabend im MiR Premiere feierte. Viele moderne Theatermittel, auch eingespielte Chartmusik und Partybeleuchtung, wurden genutzt. Die Darsteller waren mit viel Elan bei der Sache, hatten selbst aktiv an der Entwicklung des Stückes mitgewirkt. Das Publikum belohnte dies mit Standing Ovations. Nur: Eine geschlossenere Form hätte den Zuschauern vielleicht geholfen, leichter durch das Stück zu finden.
Lena Abbas, Marie E. Dallmann und Louisa Skowron

„Remote“: Wie starte ich

eine Revolution?

Wie kann ich allein diese Welt verändern? Kann ich das überhaupt? Und wen interessiert es noch, wenn die Welt zugrunde geht? Diesen Fragen stellt sich das englischsprachige Stück „Remote“, das die Theater-AG des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums (Leitung: Michael Scharnowski) am Samstagabend aufführte. Nach einer verletzenden Nachricht entschließt sich Antler, auf den größten Baum im Park zu klettern, um dort einen Protest zu starten. In der Zwischenzeit machen sich ihr Freund Oil und ihre kleine Schwester Chrystal auf die Suche nach ihr und treffen unterwegs auf eine üble Mädchengang, angeführt von Blister und Skin. . .

Das ebenso tiefgründige wie humorvolle Stück von Set Smithi wurde von den Schülern ausgewählt und durch eigene Monologe ergänzt. Diese fügten sich großartig in das Stück ein und bewegten das Publikum. Ebenso die schauspielerische Leistung des Ensembles, das wunderbar zusammen agierte. Besonders hervorzuheben wären neben Hauptdarstellerin Helena Zablotny Blister (Lisa Samagga) und Skin (Sophia Helm). Eine großartige Aufführung, die Anfang Mai noch zwei Mal im Consol-Theater zu sehen ist.
Lena Abbas, Lara Bode, Marie E. Dallmann und Louisa Skowron

>>> Abschluss mit Bochumer Gastspiel und Urkunden

Die 18. Gelsenkirchener Schultheatertage endeten am Sonntag mit einer Aufführung des Jugendclub 2 des Schauspielhauses Bochum.

Bei der Abschlussveranstaltung würdigte die Beobachtergruppe des Literaturkurses Jg. 12 der Gesamtschule Buer-Mitte, die auch die Kritiken verfasste, alle Gruppen mit einer Urkunde.

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