Rat der Stadt

Gelsenkirchen und die Zukunft des Fünf-Minuten-Takts

Eine Straßenbahn der Linie 302 auf Höhe der Schalker Meile an der Kurt-Schumacher-Straße.

Eine Straßenbahn der Linie 302 auf Höhe der Schalker Meile an der Kurt-Schumacher-Straße.

Foto: Martin Möller/Archiv

Gelsenkirchen.   Rat billigt Green-City-Plan. Damit können Gelder für die Verbesserung der Luftqualität beantragt werden. 302 fährt erstmal nur alle zehn Minuten.

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Nicht nur das Schuljahr endete am Freitag – es war auch der letzte Tag für ein zukunftweisendes Pilotprojekt: Nach einer gut fünfmonatigen Testphase fuhr die Straßenbahnlinie 302 der Bogestra zwischen Gelsenkirchen und Buer Rathaus zum (vorerst) letzten Mal im Fünf-Minuten-Takt. Mit Beginn der Sommerferien rollen die Bahnen nun erst mal wieder alle zehn Minuten.

Green-City-Plan im Stadtrat einstimmig beschlossen

Der Rat der Stadt beschloss in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig den Green-City-Plan. Die Reduzierung des Individualverkehrs unter anderem durch einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist eines der Hauptziele des Plans. Ihn jetzt verabschiedet zu haben, ebnet der Stadt den Weg zur Beantragung von Fördergeldern – Gelder, mit denen nachhaltig die Luft entlang der Kurt-Schumacher-Straße an der Schalker Meile verbessert werden soll.

Es geht um alles, was mit Mobilität zusammenhängt. Einbezogen wird der Individualverkehr, der öffentliche Nahverkehr, die Ampelschaltung, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub. „Es gibt viele Stellschrauben, an denen man drehen muss“, sagte OB Frank Baranowski bereits bei der Vorstellung des Plans Mitte Juni.

Fraktionsübergreifend Lob von allen Seiten

Im Rat gab es nun fraktionsübergreifend Lob dafür, in so kurzer Zeit einen Plan ausgearbeitet zu haben. Manfred Leichtweis (SPD): „Wir sind begeistert, dass unsere Verwaltung den Green-City-Plan vorlegen kann. Damit sind wir die erste Kommune mit solch einem umfangreichen Konzept.“ Die Grünen, die letztlich auch zustimmten, äußerten allerdings ihre Bedenken, die Maßnahmen könnten nicht ausreichen. „Wird mit der möglichen Umsetzung der im Green-City-Plan dargestellten Projekte also alles gut in Gelsenkirchen?“, fragte Burkhard Wüllscheidt. „Wir meinen: Nein.“ Es drohten weiterhin Fahrverbote. Im Ansinnen, diese zu vermeiden, waren sich aber alle einig.

Stadt führt Gespräche mit der Bogestra

Die Grünen bemängelten, dass es noch nichts Konkretes zur Fortführung des Fünf-Minuten-Takts auf der Linie 302 gebe.

Dazu sagte Stadtbaurat Martin Harter: „Wir sind in Gesprächen mit der Bogestra, das Pilotprojekt fortzusetzen.“ Dabei ginge es vor allem um eine Finanzierungsaufteilung. Ein zwischenzeitlich angedachter 7,5-Minuten-Takt sei organisatorisch nicht machbar; man konzentriere sich jetzt wieder auf eine Fortführung des Fünf-Minuten-Takts. Immerhin: Durch die kurze Taktung konnte laut Harter ein Fahrgastzuwachs von 15 Prozent verzeichnet werden.

>> Testlauf begann im Februar 2018

Der Testlauf für den Fünf-Minuten-Takt begann am 5. Februar. Seit diesem Tag fuhr die Linie 302 zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und GE-Buer Rathaus montags bis freitags zwischen 6 und 19 Uhr zwölfmal in der Stunde.

Diesen Testlauf stemmte die Bogestra ausschließlich mit eigenen Finanzmitteln. Für eine Verlängerung oder gar Etablierung der Taktung muss auch die Stadt in die Tasche greifen.

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