Politik & Kunst

Gelsenkirchen: MLPD will vor Zentrale Lenin-Statue errichten

In ostdeutschen Städten, wie hier in Schwerin gab und gibt es noch Lenin-Statuen. In Gelsenkirchen soll am 14. März die erste in einem westdeutschen Bundesland errichtet werden – und zwar vor der Bundeszentrale der MLPD in Gelsenkirchen-Horst.

In ostdeutschen Städten, wie hier in Schwerin gab und gibt es noch Lenin-Statuen. In Gelsenkirchen soll am 14. März die erste in einem westdeutschen Bundesland errichtet werden – und zwar vor der Bundeszentrale der MLPD in Gelsenkirchen-Horst.

Foto: Jens Büttner / dpa

Gelsenkirchen-Horst.  Die MLPD will am 14. März vor ihrer Bundeszentrale in Gelsenkirchen-Horst die erste Lenin-Statue in einem westlichen Bundesland errichten.

Das ist keine Oktober-, sondern eine kleine Märzrevolution: Eine über zwei Meter hohe Lenin-Statue soll am 14. März in Gelsenkirchen aufgestellt werden – und zwar vor der im Stadtteil Horst angesiedelten Bundeszentrale der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) am Rande der Schmalhorststraße. Dort soll das gusseiserne Werk dauerhaft seinen neuen Platz finden. Es ist laut Parteichefin Gabi Fechtner das erste Denkmal dieser Art, das in einem westlichen Bundesland aufgestellt wird.

Der MLPD ist es nach eigenem Bekunden gelungen, eine jener Original-Lenin-Statuen zu erwerben, die in den 30er Jahren in der früheren Sowjetunion hergestellt wurden. Weltweit gebe nur eine Handvoll Exemplare aus dieser Gussform. „Damit bekommt Gelsenkirchen eine echte Rarität, die nicht nur politisch ein Signal, sondern auch kulturell und touristisch von Bedeutung ist“, so die Vorsitzende der MLPD. Zwar räumt die Partei ein, dass mancher Bürger dieser Stadt die Aufstellung als Provokation empfinden könnte. „Für andere ist es hingegen ein mutiges Zeichen gegen die Rechtsentwicklung“, so Fechtner.

Enthüllung der Lenin-Statue ist für den 14. März geplant

Die am äußerst linken Rand stehende Partei will mit dieser polarisierenden Aktion aber auch ein Zeichen gegen den Antikommunismus setzen, der europaweit um sich greife. „In Zeiten, wo immer noch Denkmäler der großen kommunistischen Vordenker und Revolutionäre abgerissen werden, wo immer mehr rechte Regierungen wie in Ungarn kommunistische Symbole verbieten, setzen wir bewusst ein Zeichen gegen den Antikommunismus“, so Fechtner in einer Pressemitteilung.

Die feierliche Enthüllung des Denkmals soll am Samstag, 14. März, ab 16.30 Uhr an der Kreuzung Schmalhorststraße/Ecke An der Rennbahn stattfinden. Sie soll laut MLPD eingebettet werden in die Feierlichkeiten zu „100 Jahre Rote Ruhr Armee“, die an besagtem Wochenende in zahlreichen Ruhrgebietsstädten steigen. In den kommenden Wochen will die Partei durch eine „breite Öffentlichkeitsarbeit“ die Menschen in dieser Stadt über das Projekt informieren.

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