Konzert

Entdeckungsreise im Schloss Horst mit Pariser Quintett

Yerushe gestalteten eine spannende Entdeuckungsreise durch die Musik jüdischer Immigranten. Services

Yerushe gestalteten eine spannende Entdeuckungsreise durch die Musik jüdischer Immigranten. Services

Foto: Christoph Giese

Horst.   „Yerushe“ – Erbe – nennt sich das Quintett, das jetzt im Schloss Horst zur spannenden musikalischen Entdeckungsreise in Klezmer-Welten lud.

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Die Idee zu diesem Projekt kam Eléonore Biezunski, als sie in New York in einem Kurs bei Lorin Sklamberg, kein Unbekannter bei den „Klezmer-Welten“, saß. Denn Sklambergs Kurs basierte auf dem Repertoire von Ruth Rubin, einer großen Sammlerin von jüdischer Musik. Die im Jahre 2000 verstorbene Rubin hatte über 20 Jahre lang jüdische Immigranten und deren Musik aufgenommen, damit sie der Nachwelt erhalten bleibt. Aus diesem Repertoire speiste sich das Programm von Biezunski und ihrer Band am Samstagabend in der Glashalle von Schloss Horst.

„Yerushe“, Erbe, hat die sympathische Sängerin und Geigerin aus Paris passenderweise ihr Quintett mit Banjo, Akkordeon, Kontrabass und Klarinette genannt – zu fünft gestalten die Franzosen ihre Reise durch weniger bekanntes jiddisches Liedgut. Da sind eine Reihe Freilachs zu hören, fröhliche Hochzeitslieder, zu denen sich prima tanzen ließe. Aber eben auch ein Stück über die dunkle Periode im Leben jüdischer Frauen.

Emotionale Ausflüge auf der Klarinette

Wenn Eléonore Biezunski dann ganz verschmitzt von der Frau singt, die nicht reich und schön ist, nichts besitzt und trotzdem etwas wert ist, dann wird daraus ein leichtfüßiges Liebeslied. Ein schöner Kontrast ist so ein Song zu den wunderbar getragenen, melancholischen Momenten dieses bunten Abends.

Lieder mit Gesang wechseln sich mit instrumentalem Klezmer ab. Und bieten dann den exzellenten Musikern Räume, die vor allem Michel Schick für emotionale Ausflüge auf seiner Klarinette nutzt. „Yerushe“ lassen im Schloss viele fast vergessene Musikperlen, die bisher in den Archiven schlummerten, neu erstrahlen. Und bieten dem zahlreichen Publikum damit eine jederzeit spannende Entdeckungsreise.

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