Nahverkehr

Die Linienbusse steuern wieder den ZOB in Gelsenkirchen an

Die Linienbusse rollen wieder auf dem „Deckel“ am Hauptbahnhof.

Die Linienbusse rollen wieder auf dem „Deckel“ am Hauptbahnhof.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Altstadt.   Noch ist nicht alles fertig, aber seit Mittwoch rollen die Busse wieder am Zentralen Omnibus-Bahnhof. Musik und Kaffee gratis zur Einweihung.

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Flotte Live-Blasmusik der „Bogestraner“ mit ihrem Dirigenten Ralf Lukas, zwei Wagen der „Mobile Coffee Company“, lokale Prominenz, Linienbusse aus allen Himmelsrichtungen und vor allem viele gespannte Nahverkehrskunden, die der Normalität am ÖPNV-Knotenpunkt entgegenfiebern: Richtig abgefahren, wie es da am Mittwochmorgen am neuen Zentralen Omnibus-Bahnhof, dem ZOB, zugeht.

„AbGEfahren“ steht auch auf den 300 blauen Mehrweg-Bechern, die an die Wiedereröffnung des ZOB nach 17-monatiger Bauzeit erinnern sollen. Oberbürgermeister Frank Baranowski und Bogestra-Vorstand Gisbert Schlotzhauer verteilen die Mehrweg-Becher mit lecker Kaffee an Besucher und Durchreisende. Anja Schlutius, die schon am Fuß der neuen Rolltreppe erwartungsvoll-fröhlich drein schaut, ist die erste, die einen Becher in Empfang nimmt.

Umsteigen ohne lange Ampelphasen

Seit gut einem Jahr arbeitet die Essenerin in Erle und musste bislang immer an der Ersatzhaltestelle der Linie 380 umsteigen. Nun steht sie zum ersten Mal auf dem „Deckel“ über den Bahnhofs-Kurzparkbuchten und meint: „Ich werde es genießen, jetzt ab hier weiter zu fahren. Das verkürzt meinen Weg zur Arbeit.“ Die Ampelphasen zur früheren Ersatzhaltestelle seien nämlich sehr lang gewesen. Während sie ihren Kaffee genießt, schauen sich zwei ältere Frauen interessiert um. „Das sieht sehr gut aus. Damit kann die Stadt sich sehen lassen“, kommentieren sie wohlwollend. Und legen nach: „Hoffentlich bleibt das auch so!“

Was auf keinen Fall so bleiben kann ist die kleine Mulde, die sich an einer leicht abschüssigen Stelle des Deckels entstanden ist. Der Regen bringt es Mittwoch an den Tag: Hier wabert eine Riesenpfütze.

Treue Kunden kommen wieder

„Da muss nachgearbeitet werden“, sagt Stadtsprecher Martin Schulmann. Er hatte gehofft, dass nur ein Abfluss verstopft ist: „Aber da ist keiner.“ Nur kurz ist auch die Störung des Aufzugs, ohne den Rollstuhlfahrer, Leute mit Kinderwagen oder Rollator nicht auf den Deckel kommen.

Überhaupt ist noch einiges zu tun, aber wichtig war den Akteuren, dass die Busse wieder rollen und die Ersatzhaltestellen verschwinden. Bogestra-Sprecherin Karoline Rösner: „Betrieblich klappt alles einwandfrei.“ Das Ende der Bauzeit freut auch Ladenbesitzer wie etwa Sinan Cengiz. Er hat seinen „Bussteig X“ – hier kriegt man vom belegten Brötchen über „Kaffee to go“, dem Kaltgetränk und Tabakwaren alles, was man auf die Schnelle braucht – komplett neu gestaltet. Cengiz hat schon vor zehn Jahren erlebt, wie sich eine Geschäftspause anfühlt, als der ZOB sieben Monate gesperrt war. „Die Kundschaft kommt wieder.“ Das könne aber durchaus zwei Monate dauern.

Auch das Referat Verkehr nimmt den ZOB in Augenschein. Referatsleiterin Bettina Lenort lässt den Blick schweifen – und kündigt Pflanzen an.

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