Krankenhaus

Dem St. Josef-Hospital in Horst droht 2018 die Schließung

Das St. Josef Hospital in Horst gehört zum Verbund der Katholische Kliniken Emscher-Lippe GmbH. 2017 wird entscheidend für die Zukunft des Hauses.

Das St. Josef Hospital in Horst gehört zum Verbund der Katholische Kliniken Emscher-Lippe GmbH. 2017 wird entscheidend für die Zukunft des Hauses.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Im Juni 2017 schließt im St. Josef-Hospital Horst voraussichtlich die Onkologie. 2018 könnte das Aus für die gesamte Klinik folgen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Onkologie am St. Josef Hospital in Horst wird voraussichtlich zum 30. Juni 2017 schließen – und in der Folge womöglich die ganze Klinik. Der Hintergrund: Der Chefarzt der Onkologie in Horst, Privat-Dozent Dr. Gerald Meckenstock, wechselt im Juni 2017 mit seinem Team ans Marienhospital Ückendorf.

Damit, so Aufsichtsratsvorsitzender Werner Philipps und Geschäftsführerin Dr. Ulrike Ellebrecht, verliere das Haus ein wesentliches Standbein, das nicht ersetzt werden könne. Zehn Millionen Euro weniger Umsatz seien in der jetzigen Situation nicht aufzufangen. Daher werde wohl eine Schließung des kompletten 280-Betten-Hauses unvermeidbar sein.

Dies kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende der Katholischen Kliniken Emscher-Lippe (KKEL) am Montag den Mitarbeitern aller Häuser an. In den nächsten zwei Jahren soll der Klinikzusammenschluss mit dem St. Barbara-Hospital in Gladbeck, dem St. Antonius-Krankenhaus in Kirchhellen und dem Seniorenzentrum Hedwig saniert und neu ausgerichtet werden.

KKEL beklagen Defizit von 1,5 Millionen Euro

In Gladbeck ist gerade erst die Geburtshilfe aufgegeben worden, nun wird das Barbara-Hospital wohl erweitert. Eine Interims-Geschäftsführerin soll zwei Jahre lang die Gesellschaft sanieren. Der damit verbundene Personalabbau bei den 960 Vollzeitstellen soll sozialverträglich erfolgen.

Geschäftsführerin Dr. Ulrike Ellebrecht, seit August KKEL-Geschäftsführerin, bleibt an Bord, wird jedoch vorrangig strategisch-strukturell aktiv sein – gemeinsam mit der neuen Geschäftsführerin Ines Manegold, die als Kliniksaniererin bekannt ist und den operativen Part übernehmen soll. Ziel ist weiterhin die Fusion mit dem Bottroper Marien-Hospital, die für Ende 2018 angestrebt ist.

Hervorragende Medizin, aber zu hohe Ausgaben

Grund für die Sanierung sei die wirtschaftlich angespannte Situation. „Die KKEL-Häuser schreiben seit zehn Jahren, bis auf ein Ausnahmejahr, rote Zahlen,“ so Werner Philipps. 2015 habe man ein Defizit von 1,5 Millionen Euro hinnehmen müssen. Dr. Ellebrecht: „Die Häuser bieten hervorragende medizinische Leistungen, aber auf der Ausgabenseite stimmt es nicht.“ Mit einer „Optimierung von Prozessen, Zusammenlegung einzelner Bereiche, verstärktem Controlling der Buchhaltung“ und Personalabbau will die KKEL wieder schwarze Zahlen schreiben.

Rund 120 Betten sollen von Gelsenkirchen nach Gladbeck kommen, allein die Hälfte davon für die Geriatrie. Die Mitarbeiter, so Mitarbeitervertreter Wulf-Christian Jordan, hätten die Nachricht „relativ unaufgeregt aufgenommen“. Die Gerüchte in Horst um den Weggang der Onkologie seien seit längerem bekannt gewesen, und jetzt gebe es endlich Klarheit. Besänftigt hat die Mitarbeiter möglicherweise auch die Auszahlung des Weihnachtsgeldes. Dass es das geben würde, war Mitte des Jahres nicht sicher.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (5) Kommentar schreiben