„Show and tell“: Dieser Begriff ist zumindest in Deutschland erklärungsbedürftig. In den USA dagegen weiß jedes Kind, was er bedeutet: Dort bringen in der Regel Grundschülerinnen und -schüler einen Gegenstand ihrer Wahl mit zum Unterricht und stellen diesen dann ihrer Klasse vor – „show and tell“ bedeutet „zeigen und erklären“. Im Prinzip also genau das, was die Studentinnen und Studenten an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen am Donnerstag taten. Folgerichtig lautete auch der Titel der Veranstaltung „Show and tell“.
Dass es dabei etwas komplexer zuging als in der Grundschule, kann man sich vorstellen. Genau gesagt waren es Studierende des Fachbereichs Informatik, die einen Nachmittag lang die Projekte vorstellten, an denen sie zuvor in kleinen Gruppen ein Jahr lang gearbeitet hatten. Diese wurden nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.
Das lernen die Gelsenkirchener Studierenden bei dem Projekt

Bereits zum sechsten Mal fand „Show and tell“ an der Westfälischen Hochschule statt – „das ist ein Projekt mit ganz viel Praxisbezug, das ist uns wichtig“, erläuterte Professor Hartmut Surmann die Idee dahinter. „Die Studierenden lernen so nicht nur Informatik, sondern auch Dinge wie Teamarbeit, Abstimmung und Planung“. Vier bis sechs Studierende finden sich jeweils für das Projekt zusammen: „Dass es nicht immer einfach ist, sich abzustimmen und gut untereinander zu kommunizieren, lernen sie sehr schnell“, so Surmann.
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Am Donnerstag kam die Jahresarbeit zu ihrem Abschluss. Zunächst stellte jedes Team im Hörsaal der Hochschule sein Projekt vor, für diesen „Pitch“ hatten die Gruppen jeweils eine Minute Zeit. Ausführlich konnte man sich anschließend im Foyer einen Eindruck von den unterschiedlichen Projekten machen. Wie bei einer Messe hatte jedes Team einen Stand, an dem es über seine Arbeit informierte.
Roboter erstellen selbstständig eine Karte der Umgebung
So auch das Team „Rob-Swarm“. Die Aufgabenstellung: Ein Gruppe beziehungsweise ein Schwarm von Robotern soll in einer ihnen unbekannten Umgebung ausgesetzt werden und diese eigenständig erkunden, am Ende sollen die Roboter eine Karte der Umgebung erstellen. „Diese Roboter könnten dann beispielsweise bei Rettungsmissionen eingesetzt werden“, erklärte Sarah Picha, eine der Studentinnen aus dem sechsköpfigen Team. Als Grundlage nutzten sie sogenannte Kobuki-Roboter.
Auf dem Video, das die Studierenden präsentieren, ist zu sehen, wie die runden, flachen Geräte, die an Staubsaugerroboter erinnern, durch einen Raum wuseln, hin und herfahren – am Ende entsteht dabei eine genaue Karte des Raumes. Jede Menge Erfahrung habe man sammeln können, sagt Sarah Picha: „Man stößt immer wieder auf Probleme, die vorher nicht sichtbar sind.“ Dennoch, die anderen Studenten konnten sie mit ihrer Idee überzeugen: Bei der abschließenden Abstimmung landete der „Rob-Swarm“ auf Platz 1 der Master-Projekte.
Drohnen liefern 360-Grad-Bilder
Platz 1 bei den Projekten der Bachelor-Studenten ging an das Projekt „DIY-UAV“. Dabei ging es darum, kleine, leichte Flugroboter (Drohnen) zu bauen, die ebenfalls Rettungskräfte bei ihrer Arbeit unterstützen, wenn es beispielsweise darum geht, ein unzugängliches Gelände von oben zu erkunden. Unter anderem gehört zur Ausstattung der Flugroboter eine Kamera, mit der 360-Grad-Bilder möglich sind, eine Software sorgt dafür, dass die Drohne selbst bei den Rundum-Bildern nicht zu sehen ist. Damit gelingen eindrucksvolle Aufnahmen, wie ein Video beweist, das einen Rundflug durch die Hochschule zeigt. „Mittels einer Karte lässt sich für den Roboter auch eine Flugroute erstellen, die dann selbstständig abgeflogen wird“, erklärte Teammitglied Niklas Voigt.
Weitere Projekte beschäftigten sich unter anderem mit der virtuellen Steuerung eines Roboterarms für Menschen mit Assistenzbedarf, mit der effizienten Abfertigung von Flugzeugen auf dem Rollfeld eines Flughafens oder der Verteilung von Containern im Hafen. Die Gewinner konnten sich über ein Preisgeld von insgesamt 750 Euro freuen – und natürlich sammelten die Studierenden viele Punkte für ihr Studium.


