Kriminalität

Zunehmende Verbitterung in Altenessen wegen Clan-Kämpfen

Großeinsatz an der Altenessener Straße am Montagabend.

Großeinsatz an der Altenessener Straße am Montagabend.

Foto: Justin Brosch

Essen.  Zweimal innerhalb weniger Tage musste die Essener Polizei bei Straßenkämpfen anrücken: „Das geht so nicht mehr weiter“, sagt SPD-Vize Endruschat.

Zwei Großeinsätze der Polizei in Altenessen binnen weniger Tage rund um Straßenauseinandersetzungen rivalisierender Clans: In der Altenessener Nachbarschaft liegen die Nerven wegen der Vorfälle nun teilweise blank. „Das kann so nicht weitergehen“, sagt Karlheinz Endruschat, stellvertretender Vorsitzender der Essener SPD und mittlerweile so etwas wie die politische Stimme von Altenessen.

Alles Bemühen, im Stadtteil eine soziale Mischung unter Einschluss von Familien und relativ Gutsituierten zu erhalten, werde durch solche Vorfälle konterkariert, so Endruschat. „Hausbesitzer sagen mir, dass sie an der Gewerkenstraße große Mühe haben, Mieter vom Wegzug abzuhalten.“

Besorgte Anwohner hatten eine auffällig große Menschenansammlung gemeldet

An der Gewerkenstraße waren am Freitagabend 30 Menschen wegen eines Beziehungsstreits aneinander geraten und hatten sich zu einer Massenschlägerei auf der Straße getroffen. Die Polizei konnte die Lager rasch trennen, nahm fünf besonders renitente Teilnehmer in Gewahrsam und erteilte Platzverweise. Am Montagabend dann drohte eine Auseinandersetzung zweier libanesischer Clans auf der viel befahrenen Altenessener Straße. Nachdem besorgte Anwohner eine auffällige Menschenansammlung gemeldet hatten, traf die Polizei so rechtzeitig ein, dass eine Schlägerei schon im Ansatz unterbunden werden konnte.

Zu den Hintergründen des Falls am Montag konnte Polizeisprecher Christoph Wickhorst auch Dienstag nicht allzu viel sagen. Man befrage die Kontrahenten zwar, erhalte aber keine verwertbaren Antworten, „da die Zusammenarbeit mit der Polizei regelmäßig verweigert wird“. Polizeitaktisch habe sich bewährt, sofort mit großem Aufgebot anzurücken, um sich Respekt zu verschaffen, was auch gelinge. „Natürlich ist dann erstmal Ruhe.“

Gewaltmonopol des Staates werde nicht anerkannt

Oft spreche man auch die Drohung aus, im Wiederholungsfall am selben Tag die Schläger in Gewahrsam zu nehmen. Das schließe allerdings nicht aus, dass schon am nächsten Tag an anderer Stelle alles von vorne losgehe.

In der Gruppe „Für die Zukunft des Essener Nordens“ im Netzwerk Facebook entspann sich als Folge der Vorkommnisse eine hitzige Diskussion, die sich erneut um die Frage drehte, wieviel Zuwanderung der Stadtteil vertrage und wie die Zuwanderer besser zu integrieren seien. Laut Karlheinz Endruschat gehen die Massen-Auseinandersetzungen regelmäßig von Migrantengruppen aus, die das Gewaltmonopol des Staates nicht anerkennen. Dies sei keine Grundlage für ein gedeihliches Zusammenleben.

Leserkommentare (102) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik