Orkan Friederike

Windböen reißen großes Loch in Steeler Kirchturm

Betrachten die heruntergestürzten Teile am Fuße der Kirche: (v.li.) Günter Reinz (Ingenieurbüro TTD) und Architekt Klaudius Krusch vom Bistum Essen

Betrachten die heruntergestürzten Teile am Fuße der Kirche: (v.li.) Günter Reinz (Ingenieurbüro TTD) und Architekt Klaudius Krusch vom Bistum Essen

Foto: Achim Pohl/Bistum Essen

Essen-Steele.   Orkantief Friederike hat das Dach der Kirche St. Laurentius so stark beschädigt, dass die Steeler Gemeinde die Messen verlegen muss.

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Während am Tag nach dem Sturm vielerorts im Stadtgebiet die Aufräumarbeiten, wie etwa an der Heisinger Straße, weiterliefen, meldete die Gemeinde St. Laurentius ein großes Loch im Dach ihrer Kirche. In Steele galt es daher zunächst, den beschädigten Turm zu sichern, damit nicht weitere Teile herabstürzen, und dann die Stelle abzudecken, damit kein Wasser ins Kircheninnere dringt. Gottesdienste müssen vorerst verlegt werden. Die Höhe des Schadens kann noch nicht beziffert werden.

„Gottlob nur Sachschäden, davon aber jede Menge, verzeichneten die Pfarreien“, meldet das Bistum Essen, nachdem Orkan Friederike am Donnerstag gewütet hat. In Frillendorf etwa hielt das Dach eines Autohauses den Böen nicht stand.

Loch ist mehrere Meter groß

„Mit ihren exponierten Türmen, oft großen Dachflächen sowie Grünanlagen und Gärten mit Baumbestand gab es vor allem im Ruhrgebiet in zahlreichen Gemeinden heruntergefallene Dachziegel, abgerissene Regenrohre und umgestürzte Bäume“, beschreibt Bistumssprecher Thomas Rünker. Besonders getroffen hat es im Essener Osten die Kirche St. Laurentius in Steele.

Dort hat der Sturm am Ansatz zwischen Gemäuer und schiefergedecktem Helm des 63 Meter hohen Kirchturms ein mehrere Meter großes Loch ins Dach gerissen. „Drei bis vier Meter lange Balken und Schindeln sind wie Wurfgeschosse herabgestürzt“, berichtet Pfarrer Andreas Geßmann. Ein Balken sei zudem ins Kirchenschiff eingeschlagen. Sofort seien die Kirche, die unmittelbare Umgebung und die vorbeiführende Paßstraße gesperrt worden. „Wir haben großes Glück gehabt, Gott sei Dank ist niemand verletzt worden“, sagt Geßmann auch mit Blick auf zwei benachbarte Schulen.

Gottesdienste in benachbarten Kirchen der Pfarrei

Weil Kirche und Paßstraße zunächst bis auf Weiteres gesperrt bleiben, verlegt St. Laurentius alle Gottesdienste für dieses Wochenende in benachbarte Kirchen der Pfarrei.

„Ähnlich wie beim Brand des ebenfalls neugotischen Turms von St.

Hubertus in Bergerhausen vor vier Jahren stellte auch in St. Laurentius die große Höhe die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen“, sagt Rünker. Weil die Drehleitern der Feuerwehr auch in Steele das Loch im Turmhelm nicht erreichen konnten, wurde eine Spezialarbeitsbühne aus Düsseldorf angefordert.“ Diese Arbeitsbühne hat aber solche Dimensionen, dass sie ausschließlich mit Ausnahmegenehmigungen bestimmte Autobahnbrücken passieren darf. Das wiederum habe die Sicherung des Schadens – und damit die erhoffte Freigabe von Kirche und Straße – hinausgezögert.

Später traf ein kleinerer Hubwagen in Steele ein, mit dem Dachdecker sofort erste Sicherungsarbeiten vornehmen konnten. Am Wochenende, 20. und 21. Januar, soll weitergearbeitet werden – dennoch bleiben das Kirchenumfeld und die Paßstraße bis Montag, 22. Januar, gesperrt.

>>TERMINE DER MESSEN AM 20. UND 21. Januar

Die Gemeinde trifft sich am heutigen Samstag, 20. Januar, zur Vorabendmesse um 18.30 Uhr in der Kapelle der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung, Steeler Straße 642.

Am Sonntag, 21. Januar, feiert die Gemeinde um 10 Uhr Heilige Messe in der Pax-Christi-Kirche, An St. Albertus Magnus 45. Die Messe um 11.30 Uhr sowie die Abendmesse um 18 Uhr finden erneut in der Kapelle der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung statt.

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