Verdi

Wahl der Essener Verdi-Geschäftsführerin endet im Eklat

Vera Winnemund (vorn) und

Vera Winnemund (vorn) und

Foto: Andre Hirtz

Essen.   Eigentlich wollte Verdi das schwelende Führungsproblem nun gelöst sehen. Doch die Wahl der Geschäftsführung am Dienstag endete überraschend.

Die Gewerkschaft Verdi in Essen steckt in einem neuen Führungsdilemma: Die bisher nur kommissarisch eingesetzte Geschäftsführerin Henrike Eickholt ist am Mittwoch offiziell in das Amt gewählt worden. Nun muss sich Verdi allerdings eine neue stellvertretende Geschäftsführerin suchen. Denn die bisherige Stellvertreterin Vera Winnemund hat ihre Wahl am Mittwoch nicht angenommen. Eine Zusammenarbeit mit Eickholt sei nicht möglich, soll sie sinngemäß als Grund genannt haben.

Eickholt ist auch im Bezirksvorstand, in dem die ehrenamtlichen Verdi-Vertreter sitzen, umstritten. Das zeigt das knappe Wahlergebnis am Dienstag. Sie wurde mit nur einer Stimme Mehrheit bestätigt. Vor einem Jahr, als nur der Essener Vorstand abstimmte, war sie noch mit deutlicher Mehrheit durchgefallen. Unter anderem steht Eickholts Führungsstil und ihre teils mangelnde Kommunikation in der Kritik. Allerdings bestätigte der Bezirk Mülheim-Oberhausen Eickholt damals mehrheitlich.

Kommissarische Verdi-Geschäftsführung war ein Kompromiss

Der Kompromiss daher: Eickholt leitete den seit Jahresbeginn fusionierten Bezirk zunächst nur kommissarisch. Verdi Essen und Mülheim-Oberhausen gingen im Bezirk Ruhr-West auf. Seit September gibt es auch einen gemeinsamen Bezirksvorstand und dieser sollte nun über die künftige Geschäftsführung nochmals abstimmen. „Das Ergebnis ist Ausdruck eines demokratischen Prozesses“, sagte die Vorstandsvorsitzende Carolin-Beate Fieback. Gleichzeitig bedauerte sie den Schritt von Winnemund.

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