Öffentlicher Nahverkehr

Ursache für Fahrtausfälle: Verdi widerspricht Ruhrbahn

Bei der Ruhrbahn sind zuletzt eine Reihe von Fahrten ausgefallen. Das Unternehmen führt es auf den hohen Krankenstand zurück, Verdi widerspricht.

Bei der Ruhrbahn sind zuletzt eine Reihe von Fahrten ausgefallen. Das Unternehmen führt es auf den hohen Krankenstand zurück, Verdi widerspricht.

Foto: Foto: STEFAN AREND

Essen.  Verdi widerspricht der Ruhrbahn: Nicht der Krankenstand sei die Ursache für die vielen Fahrtausfälle. Die Personaldecke sei zu dünn.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi widerspricht der Ruhrbahn, wonach der hohe Krankenstand der Grund für die vielen Fahrtausfälle sei. Tatsächlich sei die dünne Personaldecke die Ursache, betont Verdi.

Die Ruhrbahn hat öffentlich mitgeteilt, dass der Krankenstand aufgrund der außergewöhnlichen Hitzewelle in den letzten Tagen stark angestiegen sei und es dadurch aktuell zu Fahrtausfällen auf verschiedenen Linien im gesamten Ruhrbahn Bedienungsgebiet gekommen sei.

Das Phänomen sei nicht neu, sondern ein Ergebnis des Sparzwangs der vergangenen Jahre

Rainer Sauer, Gewerkschaftssekretär Fachbereich Verkehr im Verdi-Bezirk Ruhr-West, will das so nicht stehen lassen. „Wir wollen der Ruhrbahn natürlich nicht unterstellen, dass sie Unwahrheiten verbreitet. Doch wenn der Fahrdienst ohnehin ständig unterbesetzt ist, wirkt sich dies sofort nachteilig auf das Liniennetz aus, sobald der Krankenstand ansteigt“, argumentiert Sauer. Wäre ausreichend Personal vorhanden, würde es gar nicht oder kaum zu Fahrtausfällen kommen.

Dieses Phänomen sei nicht neu, denn schon seit Jahren werde an Personal gespart - „und zwar auf Kosten der Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst und der Bürgerinnen und Bürger, deren Mobilität dadurch erheblich eingeschränkt wird“.

Fahrausfälle in dieser Größenordnung seien aber nicht nur bei der Ruhrbahn zu beobachten, sondern auch in anderen öffentlichen Nahverkehrsbetrieben, betont Rainer Sauer. Dies sei eine Folge des Sparzwangs der letzten Jahre.

Die Personaldecke sei erheblich geschrumpft, während die Fahrgastzahlen und Einnahmen zugenommen haben. „Bundeweit haben wir 18 Prozent weniger Personal als noch vor 20 Jahren, aber 24 Prozent mehr Fahrgäste“, betont Rainer Sauer. Laut Verdi sind die Belegschaften zudem überaltert. Nahezu die Hälfte aller Fahrerinnen und Fahrer seien älter als 50 Jahre.

Verdi drängt auf bessere Arbeitsbedingungen im Fahrdienst

Sauer hält bessere Arbeitsbedingen für dringend geboten: „Mehr Personal im Fahrdienst ist dringend erforderlich, sonst laufen uns noch mehr Fahrer-Kolleginnen und -Kollegen davon. Hier muss endlich mehr Geld in die Hand genommen werden. Zudem sind bessere Arbeitszeiten, eine bessere Entlohnung und mehr Wertschätzung ein Muss, um auch den Beruf attraktiver zu machen und den erforderlichen Nachwuchs zu bekommen.“

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