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Stadtfest Essen Original trennt sich vom Turock-Open-Air

Bands wie Pennywise und Bodyfarm zogen im vergangenen Jahr tausende Besucher zum Viehofer Platz. Weil die Turock-Bühne immer beliebter wird, muss eine neue Genehmigung her, die die EMG nicht finanzieren will.

Foto: Kerstin Kokoska

Bands wie Pennywise und Bodyfarm zogen im vergangenen Jahr tausende Besucher zum Viehofer Platz. Weil die Turock-Bühne immer beliebter wird, muss eine neue Genehmigung her, die die EMG nicht finanzieren will. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Essen Original trennt sich aus Kostengründen von einem der meist besuchten Veranstaltungsorte. Aus Sicht des Turock ist das ein „Armutszeugnis“.

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Das Stadtfest Essen Original trennt sich von der Turock-Bühne am Viehofer Platz. Das hat der Chef der Essen Marketing GmbH, Dieter Groppe, bestätigt. Weil die Veranstaltung am Viehofer Platz immer mehr Besucher anziehe, reiche die bislang geltende Sondernutzung nicht mehr.

Stattdessen müsse eine weiter greifende Baugenehmigung beantragt werden. Das verursache Kosten in Höhe von 10 000 Euro, die das Stadtmarketing nicht tragen wolle, erklärte Dieter Groppe.

Für Peter Siewert von der Diskothek Turock, dessen Team das Programm für die Bühne bucht, ist die Entscheidung „ein Armutszeugnis für eine Großstadt wie Essen“. Fans von Rock, Punk und Metal, die jedes Jahr in Scharen anreisen, beruhigt Siewert aber: „Wir veranstalten das Turock-Openair natürlich trotzdem. Allerdings unabhängig von Essen Original und zwei Wochen vorher.“

Turock-Betreiber bedauert Ausschluss der Bühne

Während Dieter Groppe von einer Entscheidung „im gegenseitigen Einvernehmen“ spricht, beteuert Siewert, das ihm gar nichts anderes übrig geblieben sei: „Mir als Organisator ist es im Prinzip egal, wann wir das Turock-Open­air veranstalten. Ich finde es nur schade für das Stadtfest, das sich damit rühmt, Programm für alle Essener zu bieten. Die Rock- und Metalszene wird davon ausgeklammert.“

Dabei bedient die Bühne am Viehofer Platz längst nicht mehr nur eine Subkultur: International bekannte Bands aus der Punk-, Rock- und Metalszene wie Pennywise, Sepultura und Paradise Lost zogen zuletzt tausende Musikfans in die nördliche Innenstadt.

Dass dieser Teil der City beim Stadtfest nun außen vor bleibe, dem widerspricht Groppe: „Wir bieten auf dem Flachsmarkt wieder eine offene Bühne an und sind mit dem Kulturbüro auch am Kopstadtplatz vertreten“, sagt er. Zwar sei das Stadtfest für alle Essener Bürger da. Das bedeute aber nicht, dass man jeder einzelnen Musikrichtung eine Bühne biete.

Koordinierungsstelle hat strengere Auflagen verfügt

Bislang hatte die Essen Marketing Gesellschaft das Turock bei der Genehmigung und durch Werbekosten unterstützt. Dass die Bühne am Viehofer Platz strengere Auflagen erfüllen müsse, habe sich im vergangenen Jahr schon abgezeichnet, sagt Dieter Groppe: „Das Sicherheits- und das Brandschutzkonzept müssen überarbeitet werden. Das ist auch nicht unsere Entscheidung, sondern die der Koordinierungsstelle der Stadt.“ In dem Gremium sitzen Fachleute aus dem Ordnungs- und Bauamt sowie von Feuerwehr und Polizei.

Peter Siewert ist zuversichtlich, das Turock Openair auch ohne Hilfe der EMG stemmen zu können: „Wir haben bislang ja auch fast alles selbst finanziert.“ Ein Datum steht bereits fest: Das Turock Open-Air steigt am 18. und 19. August am Viehofer Platz. In zwei Wochen gibt das Turock erste Bands bekannt – darunter ein Headliner aus den USA, bei dem vielen Rock-Fans das Herz aufgehen dürfte. Mehr wollte Siewert noch nicht verraten.

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