TV-Gottesdienst

St. Suitbert – Eine Kirche wird zum Fernsehstar

Pfarrer Gereon Alter vor der Kamera.

Pfarrer Gereon Alter vor der Kamera.

Foto: ARD

Überruhr.   Wenn Pfarrer Gereon Alter an Christi Himmelfahrt zum Gottesdienst in die Kirche St. Suitbert bittet, sitzen all seine Schäfchen „in der ersten Reihe“.

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Wenn Pfarrer Gereon Alter am Christi Himmelfahrt-Tag zum Gottesdienst in die Kirche St. Suitbert nach Überruhr bittet, dann sitzen alle seine Schäfchen sprichwörtlich „in der ersten Reihe“. Die ARD wird am 5. Mai ab 10 Uhr live den Gotteshaus an der Klapperstraße übertragen.

800 Besucher in der Osternacht

Dass der Westdeutsche Rundfunk, der im Auftrag der ARD produziert, ausgerechnet Überruhr als Drehort auserkoren hat, hat gute Gründe: Zum einen machte St.
Suitbert erst kürzlich durch seine aufwändig gestaltete Osternachtfeier, zu der sich mehr als 800 Menschen versammelten, auf sich aufmerksam, zum anderen wurde die Kirche, die durch ihre extravagante Satteldach-Architektur besticht, vor fast genau 50 Jahren eingeweiht.

Die Tatsache, dass Pfarrer Gereon Alter seit sieben Jahren „Das Wort und Sonntag“ verkündet und längst als Medienprofi gilt, ist zwar von Vorteil, war aber nicht ausschlaggebend: „Es war jetzt nicht so, dass ich nur mit dem Finger zu schnippen brauchte. Es gab eine redaktionelle Vorbesichtigung, um zu klären, ob das hier produktionstechnisch geht.“ Der in der Kirche verlegte Parkettboden kommt dem Drehteam sogar entgegen, „weil die sechs bis acht eingesetzten Kameras darauf gut rollen und keine Schienen verlegt werden müssen.“ Zudem hat Pfarrer Alter ein 30 Seiten starkes Drehbuch erarbeitet, „damit die Regie stets genau weiß, wer beim Gottesdienst wo steht und wer wann etwas sagt.“

Gewisse Probleme müssen die knapp 50 eingesetzten Fernsehleute dennoch lösen. „Normalerweise werden einige Kameras und die Beleuchtung an Säulen angebracht. Doch dies ist in St. Suitbert nicht möglich. Es gibt nämlich keine.“ Deshalb müssen aufwändig Traversen gezogen werden, um den Kirchgängern und den Menschen vor dem Bildschirm den Kirchbau zu präsentieren – innen wie außen.

Wie zu Beginn einer solchen Übertragung üblich, soll auch das St.-Suitbert-Gotteshaus in seiner ganzen Pracht gezeigt werden. Die Fernsehmacher setzen eine Drohne ein, die eindrucksvolle Luftbilder liefern soll. „Im Moment macht uns der Wind noch Sorgen, denn bei Böen beginnt der kleine Flieger ordentlich zu schaukeln“, sagt Pfarrer Alter. Schon während der Messe will er ein paar erklärende Worte an die Gläubigen richten und davon erzählen, was er selbst über die „Zeltdachkirche“ weiß.

Auch der Aufwand der Gemeinde ist beträchtlich: „Wir haben zwar keinen einzigen Cent investiert, doch dafür waren während der Vorbereitung mehr als 20 Ehrenamtliche im Einsatz – und das vier Tage lang“, lobt Pfarrer Alter. Doch der Einsatz lohnt: „Wir sehen das in erster Linie als Angebot an Menschen, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht mehr am lebendigen Gottesdienst ihrer Gemeinde teilnehmen können.“

Weitere Informationen im Internet auf: www.daserste.de

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