Pfarrentwicklungsprozess

St.-Marien-Kirche in Karnap: Das Aus kommt womöglich früher

Das Aus von St. Marien ist beschlossen, der Termin aber noch unklar.

Das Aus von St. Marien ist beschlossen, der Termin aber noch unklar.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Karnap.   In Karnap und GE-Horst wird überlegt, wann und in welcher Reihenfolge Kirchen geschlossen oder umgebaut werden können. Jetzt gibt es neue Ideen.

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Totgesagte leben länger: Diesen Eindruck scheint die Karnaper St.Marien-Kirche der (Gelsenkirchen-)Horster Pfarrei St. Hippolytus zu bestätigen. Denn eigentlich sollte sie ein halbes Jahr nach dem St.-Laurentius-Gotteshaus in Horst-Süd geschlossen werden, was wiederum für 2016 geplant war. Doch Probleme bei einem möglichen Umbau des Denkmals zu Seniorenwohnungen führten zu Verzögerungen. Nun aber scheint der Knoten in Sachen St.-Laurentius-Umnutzung durchschlagen – und der Termin für die Aufgabe von St. Marien könnte vorgezogen werden.

Dies berichtete Berthold Hiegemann, Pfarrgemeinderats-Vorsitzender in St. Hippolytus, gestern bei der Vorstellung des weiteren Entwicklungsprozesses. Im März will die Koordinierungsgruppe der Pfarrei, die für die Umsetzung der Umstrukturierungspläne verantwortlich ist, mit dem Bistum darüber beraten, ob St. Marien nicht doch vor St. Laurentius geschlossen werden könnte, um Finanzmittel einzusparen.

„Bei den Gläubigen in Karnap wird das Thema einer vorgezogenen Schließung offensiv diskutiert. Mein Eindruck ist, dass sie sich damit arrangieren könnten, weil das Gemeindezentrum ja zunächst erhalten bleibt – auch wenn wir da keine Garantien für Jahrzehnte geben können“, so Hiegemann. Weil die Verwaltung des Gebäudes bereits auf den Förderverein übergegangen sei, seien viel mehr Menschen als vorher unmittelbar mit der weiteren Nutzung befasst und dementsprechend motiviert, Ideen zu entwickeln.

Beerdigungscafé ist eins von vielen Vorschlägen

Eine davon ist der Vorschlag, dort Beerdigungscafés anzubieten. „Wir müssen sehen, ob sich ein Team von Ehrenamtlichen findet, das in der Lage ist, solche Bewirtungen kurzfristig zu organisieren.“ Völlig unklar ist unterdessen, wie die Kirche nach einer Schließung genutzt werden könnte. „Die schwierige Lage an den Eisenbahngleisen erschwert die Vermarktung ebenso wie die schlechte Bausubstanz“, so Hiegemann.

Für das Gotteshaus St. Laurentius hat eine Jury bei einem Architektenwettbewerb den Beitrag des Bochumer Büros „zwo+ Architekten“ zum Sieger gekürt. Demnach könnten 30 Seniorenwohnungen von 44 oder 62 Quadratmetern Größe in dem Denkmal entstehen, wobei Chor-, Orgelbühne, Taufkapelle, das Wandmosaik hinter dem Altar und die Kirchenfenster erhalten bleiben sollen. Die Sakristei würde nach diesen Plänen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Umbau zum Seniorenzentrum ist noch nicht beschlossen

Träger dieser Service-Wohnungen für Senioren könnte der Verein Haus Marienfried sein, der nebenan bereits das gleichnamige Seniorenzentrum an der Marienfriedstraße betreibt. Beschlossene Sache ist dieser Umbau jedoch noch nicht. „Der Vorstand muss erst einmal prüfen, ob sich das Projekt wirtschaftlich rechnet. Nur dann wird er dem Vorhaben zustimmen, für das auch der Kirchenvorstand der Pfarrei noch grünes Licht geben muss“, so Pfarrer Wolfgang Pingel, sich seiner Doppelfunktion als Vorsitzender von Haus Marienfried und Kirchenvorstand durchaus bewusst.

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