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Corona: Essen bei der Nachverfolgung von Fällen „am Limit“

Was macht die Maske mit dem Immunsystem?

Masken schützen vor Coronaviren, anderen Viren und Bakterien. Hat das negative Folgen für das Immunsystem? Virologe Prof. Dittmer im Interview.

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Essen.  In Essen liegt der Inzidenzwert jetzt bei 90,9. Laut Stadt sind die Ansteckungsketten mit Zeitverzug noch nachvollziehbar. Mehr dazu im Newsblog.

  • Bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten sei die Stadt „am Limit“, so Dezernent Peter Renzel
  • Inzidenzwert springt auf 90,4 bei RKI und 90,9 bei Stadt Essen
  • Aktuelle Straßenumfrage: So stehen Bürger zur Maskenpflicht in der City
  • Weihnachtsmarkt wird in Essen vorläufig nicht abgesagt
  • Rosenmontagsumzug in Essen-Kupferdreh fällt aus, auch die „Essen Motor Show“ und der Zombiewalk finden nicht statt
  • Debatte zur Maskenpflicht geht weiter: Im Freien muss vorerst kein Mundschutz getragen werden

Corona-Hotspot Essen: Die Infektionen steigen weiter an. Seit Mitte Oktober gilt die „Gefährdungsstufe 2“ für das Stadtgebiet. Angesichts der kritischen Lage werden immer mehr Veranstaltungen abgesagt. Der Rosenmontagsumzug in Kupferdreh findet nicht statt, auch die Motorshow und der Zombiewalk fallen aus. Die für Ende Januar 2021 geplante Pflanzen- und Gartenbaumesse IPM fällt ebenfalls ins Wasser. Der Weihnachtsmarkt in Essen – Stand jetzt – soll aber stattfinden.

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Die wichtigsten Corona-Entwicklungen in Essen:

Freitag, 23. Oktober: Jeden Tag einer neuer Höchstwert für Corona-Hotspot Essen

19 Uhr: Die Nachverfolgung der Corona-Infizierungen in Essen wird zunehmend schwieriger, aber sie ist noch machbar. „Wir sind allerdings am Limit“, sagte Gesundheitsdezernent Peter Renzel am Freitag Abend. Mit einer gewissen Zeitverzögerung und dank eines neuerlich erhöhten Personaleinsatzes könne man die Infizierungen und Ansteckungsketten noch nachverfolgen und die Umfeldanalysen leisten. Auch Aushilfen seien dabei entscheidend. „Als Universitätsstadt konnten wir Medizinstudenten aus höheren Semestern für diese Arbeit gewinnen“, so Renzel. Das sei auch deshalb nützlich, weil medizinische Grundkenntnisse vorhanden sind. Die Hilfe der Bundeswehr brauche man derzeit noch nicht.

Es ist das Hochschnellen der Zahlen, das Probleme bereitet. Am Freitag meldete die Stadt 629 Menschen, die derzeit infiziert sind – 82 mehr als am Tag zuvor. Die Zahl der Essener in Quarantäne betrug gestern 2110 und damit über 200 mehr als am Tag zuvor. Hier noch den Überblick zu behalten, sei „ambitioniert“, so Renzel. Neue Maßnahmen plane die Stadt derzeit aber nicht. „Die Corona-Schutzverordnung des Landes gilt bis 31. Oktober, danach sehen wir weiter.“ Die Regelungen müssten sich nun erst einmal in ihrer Wirkung entfalten.

In den Essener Krankenhäusern waren, Stand Donnerstag, 58 Patienten wegen wegen Corona in stationärer Behandlung, elf davon lagen auf der Intensivstation. Das ist laut Renzel, was die Kapazitäten betrifft, noch keine bedrohliche Situation.

17.20 Uhr: Am Freitagmorgen waren nach Angaben der Stadt Essen 629 Personen mit dem Coronavirus infiziert (Vortag: 547), seit Beginn der Erkrankungswelle im Frühjahr sind es insgesamt 3.298. In den vergangenen sieben aufeinanderfolgenden Tagen (16.10. bis 22. Oktober) hat es 530 Neuinfektionen gegeben, was einen Inzidenzwert (Anzahl infizierte Personen pro 100.000 Einwohner) von 90,9 ausmacht. Die unterschiedlichen Inzidenzwerte(RKI: 90,4) resultieren aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette.

13.41 Uhr: Die Corona-Werte steigen, eine Maskenpflicht im Freien gibt es aber noch nicht. Wie finden das die Essener? Wir haben uns auf der Straße umgehört: So stehen Bürger zur Maskenpflicht in der Innenstadt

7.40 Uhr: Jeder Tag ein neuer Höchstwert: Das Robert Koch-Institut (RKI) weist am Freitag, 23. Oktober, erneut einen gestiegenen Inzidenzwert für den Corona-Hotspot Essen aus. Demnach liegt der Wert jetzt bei 90,4 (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen).

24 Stunden zuvor lag der vom RKI veröffentlichte Wert noch bei 79,6. Die Stadt Essen hat dann Donnerstagvormittag aktualisiert auf 81,2. Die unterschiedlichen Inzidenzwerte resultieren aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette.

Donnerstag, 22. Oktober: Essen will den Weihnachtsmarkt nicht absagen

18.35 Uhr: Anders als in vielen Nachbarstädten soll der Mitte November startende Weihnachtsmarkt in Essen vorläufig nicht abgesagt werden. „Wir haben ja erst vor einigen Tagen die Corona-Schutzverordnung des Landes umgesetzt, und jetzt warten wir erst einmal ab, wie sich das auswirkt“, sagt Stadtsprecherin Jasmin Trilling. Es gebe keinen dringenden Grund, nun schon wieder Neues zu beschließen. Auch OB Thomas Kufen erklärte, „aktuell“ denke man nicht eine Absage.

Nach Angaben von Essen Marketing-Chef Richard Röhrhoff sind einige Betreiber schon mit dem Aufbau beschäftigt. „Wir wissen natürlich, dass bei weiter verschärfter Infektionslage auch ein kurzfristiger Abbruch noch möglich ist.“ Die Stadt Duisburg hatte die Absage ihres Weihnachtsmarkts unter anderem damit begründet, dass zu viele Menschen aus niederländischen Krisenregionen sich auf den Weg machen könnten. Auch Essen kann jedes Jahr traditionell viele niederländische Gäste zum Budenzauber begrüßen.

Die EMG sagt, sie habe ein tragfähiges Hygienekonzept für den Weihnachtsmarkt entwickelt, das die Abstandsregeln ermögliche.

13.10 Uhr: Essen hat seine Corona-Statistik am Donnerstagmorgen auf den neuesten Stand gebracht. Danach sind inzwischen 547 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Erkrankungswelle im Frühjahr sind es insgesamt 3.164 Essener. Davon sind 2565 Personen wieder genesen. 52 Essener sind an oder in Verbindung mit einer CoronaInfektion verstorben. In den vergangenen sieben aufeinanderfolgenden Tagen (15. bis 21. Oktober) hat es 473 Neuinfektionen gegeben, was einen Inzidenzwert von 81,2 ausmacht. Das Landeszentrum Gesundheit des Landes NRW und das Robert Koch-Institut (RKI) weisen für Essen heute einen Wert von 79,6 aus. Die unterschiedlichen Inzidenzwerte resultieren aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette.

Rosenmontagszug in Essen-Kupferdreh abgesagt

12.10 Uhr: Der 149. Kupferdreher Rosenmontagszug wird nicht stattfinden. Die Organisatoren vom Kupferdreher Festausschuss haben zudem für die Session 2020/21 die Durchführung sämtlicher Veranstaltungen abgesagt. Die Entscheidung sei schweren Herzens gefallen, da jedes Jahr tausende Besucher, darunter viele Familien zum Rosenmontagszug auf der Ruhrhalbinsel kämen.

Aber die Verantwortung in Zeiten der Corona-Pandemie sei zu groß. Zu groß sei ebenfalls die Planungsunsicherheit für Vereine in Zeiten der Pandemie und die ständigen Veränderungen, die sich aktuellen Zahlen und Fakten ergäben.

10.13 Uhr: Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) hat in der Sendung "Frühstart" des Nachrichtenkanals NTV die Vielzahl neuer Corona-Regelungen kritisiert, die aus den Runden zwischen Bund und Ländern ausgehen „In der Tat ist es sehr ärgerlich, wenn quasi im Wochentakt neue Regelungen verkündet werden und man den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder neu erklären muss, dass das, was die Frau Bundeskanzlerin in der Talkshow gesagt hat, nicht automatisch auch Gesetzeskraft in einem Bundesland oder einer Kommune hat“, sagte Kufen am Donnerstagmorgen. Kufen wünschte sich „einen längerfristigen Zeitplan“ und kritisierte zudem, dass die Ministerpräsidenten oftmals kurz nach den Konferenzen wieder neue Maßnahmen forderten: „Das hätte man ja auch mal am Tag vorher klären können. Das führt zu einer zusätzlichen Verunsicherung.“ (dpa)

9.32 Uhr: Für weiterführende Schulen in NRW gilt nach den Herbstferien die Maskenpflicht – auf diese Ankündigung von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat die Stadt Essen schon seit Tagen gewartet. Wie sich die Stadt auf den Schulstart nach den Herbstferien vorbereitet, lesen Sie hier: Essen hatte Maskenpflicht für Schulen längst vorbereitet

8.48 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Krise gilt seit Samstag in Essen eine verpflichtende Sperrstunde. Dagegen sind am Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster weitere Eilanträge eingereicht worden. Am Mittwoch ging auch ein Antrag von drei Wirten aus Essen ein, die gemeinsam mit Kollegen aus Dortmund und Hemer (Märkischer Kreis) gegen die Sperrstunde vorgehen.

8.45 Uhr: Der Inzidenzwert für Neuinfektionen ist im Corona-Hotspot Essen weiter gestiegen. Am Donnerstag, 22. Oktober, weist das Robert Koch-Institut für Essen einen aktualisierten Wert von 79,9 aus, fast acht Prozentpunkte mehr als am Vortag.

Auch die Zahl der registrierten Corona-Fälle steigt weiter an. Am Donnerstag meldete die Stadt 547 positiv getestete Essenerinnen und Essener.

Mittwoch, 21. Oktober: Wegen Coronavirus – Essen Motor Show und Zombiewalk abgesagt

19.35 Uhr: Im Senioren- und Pflegeheim Bettina von Arnim-Haus im Stadtwald gibt es mehrere Coronafälle, meldet das Gesundheitsamt der Stadt Essen. Aktuell wurden drei Mitarbeiter und drei Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Es ist der erste Ausbruch in einer Essener Senioren- oder Pflegeeinrichtung seit Monaten. Die Senioreneinrichtung bietet mehrere Unterbringungsformen an. Die Corona-Infektionen sind ausschließlich im ambulanten Dienst und im Service-Wohnen aufgetreten. Im stationären Bereich sind derzeit keine Fälle bekannt. Allen Betroffenen geht es laut Stadt den Umständen entsprechend gut.

Am Donnerstag werden bei allen Bewohnern und dem gesamten Personal Testungen auf das Coronavirus durchgeführt. Für die gesamte Einrichtung wurde durch das Lagezentrum Untere Gesundheitsbehörde vorsichtshalber und vorerst eine Quarantäne und ein Besuchsverbot angeordnet.

Am Mittwoch hat es außerdem einen weiteren Todesfall nach einer Corona-Infektion gegeben. Ein 85-jähriger Essener ist im St. Elisabeth-Krankenhaus der Contilia Gruppe in Hattingen nach einem längeren stationären Aufenthalt verstorben. Der schwer vorerkrankte Mann wurde aus anderen Gründen im Krankenhaus behandelt und zeigte dann während seines Aufenthalts Corona-Symptome, woraufhin er positiv getestet wurde.

13.30 Uhr: Großveranstaltungen in Essen sind kaum noch durchführbar: Jetzt wurden der beliebte Zombiewalk und die publikumsstarke Motorshow in den Rüttenscheider Messehallen abgesagt. Wie es mit dem Weihnachtsmarkt weitergeht, steht bisher nicht fest.

12.31 Uhr: In der Sparkassen-Filiale in der Gemarkenstraße 35 gibt es einen Corona-Fall. Deshalb ist die Zweigstelle vorübergehend geschlossen. Mehr dazu lesen Sie hier: Corona-Fall: Sparkasse Essen schließt vorsorglich Filiale

12.15 Uhr: Corona wirbelt den närrischen Fahrplan durcheinander: Das Festkomitee Essener Karneval hat alle Veranstaltungen, die in Sälen stattfinden, für die Session 2020/21 abgesagt. Hoppeditz-Erwachen und Rosenmontagszug sollen aber stattfinden.

9.15 Uhr: Essen bleibt weiterhin Corona-Hotspot. Gegenüber dem Vortag ist der Inzidenzwert abermals leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) beziffert ihn am Mittwoch, 21. Oktober, um 0.00 Uhr mit 72,2 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben aufeinanderfolgenden Tagen.

Während im Berchtesgadener Land bereits der Lockdown verhängt wurde, versuchen anderen Städte wie Essen diesen zu verhindern. Denn der Lockdown im Frühjahr hatte für die Kitas in Essen fatale Folgen, sagen Erzieherinnen. Deshalb gelten in vielen Kitas jetzt strenge Hygieneregeln. Welche weiteren Corona-Regeln in den Einrichtungen gelten, lesen Sie hier.

Dienstag, 20. Oktober: 51 Corona-Tote in Essen

In Essen hat es einen weiteren Todesfall nach einer Corona-Infektion gegeben. Ein 39-jähriger Mann ist im Universitätsklinikum Essen nach einem längeren stationären Aufenthalt verstorben, bestätigt die Stadtverwaltung.

Der vorerkrankte Mann war am 6. Oktober wegen akuter Corona-Symptome ins Universitätsklinikum Essen eingeliefert worden. Dort wurde er intensivmedizinisch betreut und musste beatmet werden. Insgesamt sind damit 51 Essenerinnen und Essener an oder in Verbindung mit einer Corona-Infektion verstorben.

Die evangelischen Kliniken Essen-Mitte haben derweil die Besuchszeiten wegen Corona fast halbiert. Trotzdem ist die Neuregelung vergleichsweise liberal. Die übrigen Krankenhäuser der Stadt halten unterdessen an der seit Monaten geltenden einheitlichen Besuchsregelung fest. Mehr dazu lesen Sie hier: Corona-Hotspot: Kliniken Essen-Mitte verkürzen Besuchszeiten

Sie möchten mehr zur Corona-Lage in NRW lesen? Auf unserer Themenseite gibt’s den Überblick.

Ungeachtet der neuen Regeln in nahezu allen Nachbarstädten, will Essen in der Innenstadt oder in anderen Einkaufsstraßen vorläufig keine Pflicht zum Maskentragen anordnen. „Es ist eine Option, die wir in Betracht ziehen, je nachdem, wie sich das Infektionsgeschehen noch entwickelt“, sagt Stadtsprecherin Jasmin Trilling. „Aber wir haben aktuell keine Hinweise darauf, dass sich durch Begegnungen in der Fußgängerzone das Infektionsgeschehen erhöht hat.“

OB Kufen: Abstandhalten in der Innenstadt ist möglich

Vor einigen Tagen hatte Oberbürgermeister Thomas Kufen im Gespräch mit dieser Zeitung sein Unbehagen gegenüber Verboten oder anderen Maßnahmen ausgedrückt, die keinen praktischen Nutzen in Bezug auf das Infektionsgeschehen versprächen. Das Tragen von Masken sei selbstredend überall dort sinnvoll und dringend geboten, wo es keine Chance gibt, jederzeit den nötigen Abstand von Mensch zu Mensch einzuhalten. In der Essener Innenstadt und in den Stadtteilzentren ist dies jedoch nach Überzeugung des OB unter freiem Himmel kein Problem.

In Teilen der Innenstädte von Bochum, Gelsenkirchen, Mülheim, Oberhausen und einigen weiteren Revierstädten ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes inzwischen Pflicht. Die Städte müssen genau ausweisen, wo die Pflicht beginnt und endet.

Inzidenzwert steigt weiter an: Am Dienstagmorgen beträgt er 68,1

Die Stadt Essen hat am Dienstagmorgen neue Daten über die Verbreitung des Coronavirus veröffentlicht. 438 Essener sind demnach infiziert. Seit Beginn der Erkrankungswelle Ende Februar / Anfang März sind es insgesamt 2.965. Die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter an: In den vergangenen sieben aufeinanderfolgenden Tagen vom 13. bis zum 19. Oktober gab es 397 Neuinfektionen, was einen Inzidenzwert von 68,1 ausmacht.

Das Landeszentrum Gesundheit des Landes NRW und das Robert Koch-Institut (RKI) weisen für Essen Dienstag einen Wert von 65,7 aus. Die unterschiedlichen Inzidenzwerte resultieren nach Angaben der Stadt aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in Essen weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am 20. Oktober, 0 Uhr, einen neuen Inzidenzwert veröffentlicht: In den vergangenen sieben Tagen gab es umgerechnet auf 100.000 Einwohner 65,7 Neu-Infektionen. Seit Beginn der Coronapandemie haben sich laut RKI 2924 Essener Bürger mit dem Coronavirus infiziert.

Montag, 19. Oktober: 468 Menschen in Essen mit Coronavirus infiziert

Die Stadtverwaltung hat am Montagvormittag (10.10 Uhr) aktuelle Zahlen zur Corona-Situation in Essen veröffentlicht. Danach sind 468 Menschen (Sonntag: 443) mit dem Coronavirus infiziert, seit Beginn der Erkrankungswelle im Frühjahr sind es insgesamt 2.909 Essenerinnen und Essener.

In den vergangenen sieben aufeinanderfolgenden Tagen (12. bis 18. Oktober) hat es 376 Neuinfektionen gegeben, was einen Inzidenzwert (Anzahl infizierte Personen pro 100.000 Einwohner) von 64,5 ergibt. Das Robert Koch-Institut wie auch das Landeszentrum für Gesundheit NRW weisen für Essen heute einen Wert von 61,1 aus. Die unterschiedlichen Inzidenzwerte resultieren aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in Essen zu Wochenbeginn wieder leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut hat am 19. Oktober um 0.00 Uhr einen neuen Inzidenz-Wert für Essen veröffentlicht, er liegt jetzt bei 61,1. Das heißt: In den vergangenen sieben Tagen gab es umgerechnet auf 100.000 Einwohner 61,1 Neu-Infektionen mit dem Corona-Virus.

Sonntag, 18. Oktober: OB Kufen sieht keinen Anlass für Maskenpflicht im Freien

Die Sieben-Tage-Inzidenz des Robert-Koch-Instituts für die Stadt Essen stellt sich für den 18. Oktober etwas freundlicher dar als zuletzt: Demnach gab es in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 54,7 Fälle von Neuinfektionen. Der Inzidenzwert gilt als wichtiger Indikator für die Gefahren durch das Virus, ab 50,0 gilt die Gefährdungsstufe 2, wodurch besondere Einschränkungen in Kraft treten.

Am Sonntag gab die Stadt Essen folgende Zahlen bekannt: In den vergangenen sieben aufeinanderfolgenden Tagen (11. bis 17. Oktober) hat es 376 Neuinfektionen gegeben, was einen Inzidenzwert (Anzahl infizierte Personen pro 100.000 Einwohnern) von 64,5 entspricht.

Die unterschiedlichen Inzidenzwerte resultieren aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette, erläutert die Stadt.

Oberbürgermeister Thomas Kufen sieht für eine Maskenpflicht in den Geschäftsstraßen vorläufig keinen Anlass. Die Möglichkeit, Abstand zu halten, sei überall gegeben.

Freitag, 16. Oktober: Coronavirus – Gefährdungsstufe 2 in Essen

Die Landesregierung hat den Städten am Freitag Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie gegeben, noch am späten Freitagabend hat die Stadtverwaltung in Essen die Gefährdungsstufe 2 offiziell festgestellt und in aller Eile eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Somit müssen sich Bewohner, Gastronomen und Kulturanbieter auf einige Änderungen einstellen.

Was in Essen vorläufig noch nicht vorgesehen ist: die Maskenpflicht im Freien, etwa in Fußgängerzonen. Die Maskenpflicht gilt mittlerweile in vielen Städten mit hohem Inzidenzwert auch draußen, und zwar da, wo sich der Abstand von 1,5 Metern von Mensch zu Mensch nicht einhalten lässt. Das Land begrüßt das und nennt beispielhaft Fußgängerzonen.

In Essen ist das aber vorläufig kein Thema, so Stadtsprecherin Jasmin Trilling: „Ohne nachweisbares Infektionsgeschehen werden wir das nicht machen.“ Dies gelte zumindest vorerst.

Die Essener Innenstadt mit der Fußgängerzone sei luftig gebaut und nicht überlaufen und biete genügend Platz zum Abstand halten. Theoretisch könnte Essen etwa auf der Kettwiger und der Viehofer Straße auf Sicht Maskenpflicht einführen, möglicherweise auch in einigen Stadtteilzentren wie Steele und Rüttenscheid, wo es regelmäßig eng wird auf Straßen und Gehwegen. Am Freitagabend setzte Trilling dann einen anderen Akzent: „Wir werden das in den nächsten Tagen prüfen“, sagte sie.

Coronavirus in Essen: Diese Regeln gelten jetzt

  • Alkoholhaltige Getränke dürfen generell im Außenbereich nicht mehr verkauft werden.
  • In der Öffentlichkeit dürfen nur fünf Personen als Gruppe auftreten. Mehr dürfen es nur sein, wenn ein enges Verwandtschaftsverhältnis vorliegt.
  • Private Feiern im öffentlichen Raum dürfen nur noch mit höchstens zehn Personen stattfinden, nicht mehr mit 25, wie es bislang galt.
  • In allen städtischen Gebäuden herrscht Maskenpflicht.
  • An Veranstaltungen kommerzieller Art dürfen maximal 100 Besucher teilnehmen, mit Ausnahmegenehmigung der Stadt maximal 250. Was das für die Essener Kultur-Institutionen bedeutet, ist noch unklar. Mit 100 Gästen würden sich viele Veranstaltungen nicht mehr lohnen.
  • In Theatern und Philharmonie herrscht ab sofort in allen Häusern auch auf den Sitzen Maskenpflicht.

Seit Samstag, 17. Oktober, von 23 bis 6 Uhr, gilt eine Sperrstunde für die Gastronomie. Wirte müssen ihre Gäste um 23 Uhr hinausbitten, um 6 Uhr dürfen die ersten Cafés und Bäckereien mit Ausschank öffnen. Oberbürgermeister Thomas Kufen und Marketing-Chef Richard Röhrhoff hatten sich dezidiert gegen diese Restriktion ausgesprochen. Gastronomien seien in Essen keine Orte, in denen Ansteckungen nachzuweisen seien. Das ist für die Umsetzung nun allerdings ohne Belang.

Erst wenn Essen wieder zuverlässig unter dem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 liegt, können die Kneipen und Restaurants wieder öffnen so lange sie wollen. Bars und Kneipenbesitzer wettern derweil gegen die neue Verfügung.

Trotz Coronavirus – Rüttenscheider Kneipen gut besucht

Damit am Freitagabend (16. Oktober) nicht noch wilde Abschiedsfeiern unter Ignorierung der Corona-Regeln in Rüttenscheid stattfinden, hat Ordnungsdezernent Christian Kromberg den Ordnungsdienst der Stadt nach Rüttenscheid beordert.

Ferner werde eine Hundertschaft der Polizei nach dem Rechten sehen, so Kromberg. Viel gesehen haben Besucher der Rü davon aber nicht. Die Gastronomiebetriebe waren bis in die tiefe Nacht gut besucht, tatsächlich gab es wohl die Neigung, ein letztes Mal bis in die Nacht auszugehen, bevor für voraussichtlich längere Zeit die Sperrstunde gilt.

Stadt kündigt Kontrollen auf den „bekannten Essener Gastromeilen“ an

„Das Ordnungsamt der Stadt Essen wird gemeinsam mit der Polizei insbesondere verstärkt auf den bekannten Essener Gastronomiemeilen und im öffentlichen Raum die Einhaltung der bestehenden Corona-Regelungen kontrollieren“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Essen gilt offiziell seit Sonntag, 11. Oktober, als Risikogebiet oder Hotspot mit einem Inzidenzwert, der dauerhaft über 50 liegt. Entspannung ist vorläufig nicht in Sicht. Am Freitag, 16. Oktober, liegt die Zahl aktuell infizierter Bürger bei 424 – das ist ein neuer Höchststand seit dem Ausbruch der Pandemie. Am 1. März wurde in Essen der erste Corona-Fall bestätigt. Auch der Inzidenzwert liegt am Freitag, 16. Oktober, auf einem neuen Rekord-Level – 60,4.

OB Kufen kündigt an, die Maßnahmen eins zu eins umzusetzen – kein Flickenteppich mehr

Von einer Sperrstunde für gastronomische Betriebe hatte die Stadt so lange wie möglich abgesehen – seit Mittwoch hatten zum Beispiel Düsseldorf und Köln entsprechende Regeln verhängt, Essen aber nicht. Eigensinn gilt nun allerdings nicht mehr. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten Politik aus einer Hand sowie Entschiedenheit im Einsatz gegen das Coronavirus“, erklärte Oberbürger Thomas Kufen am Freitagabend.

Ein „Flickenteppich an Regelungen“ führe zur Verunsicherung und untergrabe die Akzeptanz der Maßnahmen. „Daher werden wir in Essen eins zu eins die heute für ganz NRW verabredeten Maßnahmen übernehmen und auch kontrollieren“, so der OB.

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