Gesundheit

Sieben Tipps: Wie die Erholung nach dem Urlaub länger hält

Warum nicht mal zurücklehnen und durchatmen? Das klappt auch nach dem Urlaub im Büro.

Warum nicht mal zurücklehnen und durchatmen? Das klappt auch nach dem Urlaub im Büro.

Foto: Getty

Essen.   Die Psychologin Anja Gerlmaier von der Uni Duisburg-Essen gibt Tipps, wie sich die Erholung nach dem Urlaub in den Arbeitsalltag retten lässt.

Die Koffer sind gerade erst nach dem Urlaub ausgepackt, da geht es für viele schon wieder zur Arbeit. Das E-Mail-Postfach quillt über und der Stapel auf dem Schreibtisch sieht nicht besser aus. Schnell ist die Erholung purem Stress gewichen.

Psychologin Dr. Anja Gerlmaier vom „Institut Arbeit und Qualifikation“ an der Universität Duisburg-Essen kennt kleine Tricks, mit denen sich das gute Gefühl vom Urlaub in den Arbeitsalltag retten lässt.

1. Montags nicht als ersten Arbeitstag wählen

„Der Montag wird in Unternehmen oft mit Besprechungen vollgepackt“, sagt Anja Gerlmaier, „deshalb ist es sinnvoll, seinen ersten Arbeitstag auf einen Dienstag oder Mittwoch zu legen.“

2. Einen Ansturm vermeiden

„Viele Menschen brauchen nach dem Urlaub zwei bis drei Tage, bis sie wieder in die Arbeitsstrukturen finden“, weiß die Psychologin. Falls es möglich ist, könne man sich von der Sekretärin zunächst verleugnen lassen.

„Oder den Urlaub in der Abwesenheitsnotiz einen Tag verlängern. So kommt am ersten Tag kein Ansturm, obwohl man schon wieder am Schreibtisch sitzt“, erklärt Gerlmaier. Wenn es die Tätigkeit erlaubt, ist es sinnvoll, den ersten Tag verkürzt im Büro zu verbringen.

3. Prioritäten beim Abarbeiten setzen

Angesichts voller E-Mail-Fächer stürzen sich die frisch Erholten wie wild auf alles, was ansteht. „Man sollte zwischen bedeutsam und nicht bedeutsam, dringlich und nicht dringlich unterscheiden. Manche Dinge können liegen bleiben.“

4. Kurze Pausen sind wichtig

Täglich acht oder mehr Stunden ununterbrochen vor dem Computer zu hocken oder an der Maschine zu stehen, verursacht eine Dauerbelastung. „Kurzpausen sind wichtig. Ruhig mal neben der Kaffeemaschine stehen bleiben und die Gedanken schweifen lassen. Sich an den Kaffee aus dem Urlaub erinnern und daran, wie toll er doch geschmeckt hat“, sagt die Expertin für Arbeitspsychologie.

Sie rät: Alle 90 Minuten sollten sich Arbeitswütige für fünf Minuten vom Schreibtisch losreißen und „auch die Kollegen mit einbinden.“ Gemeinsam eine Runde um den Block drehen und ein Pläuschchen fern ab vom Schreibtisch halten.

5. Die eigene Grundeinstellung ändern

„Bei uns in der Gesellschaft ist immer noch verankert, dass ein Mensch seinen Wert über seine Arbeit definiert. Je mehr ich arbeite, desto wertvoller bin ich“, erklärt Gerlmaier.

Diesen Gedanken müsse man aus dem Kopf bekommen. Denn: „Wenn der Akku bis zum Urlaub komplett leer gemacht wurde, dann lässt er sich in den Ferien nicht so leicht wieder aufladen.“

6. Urlaubsmomente für zu Hause erhalten

„Dinge, die einem im Urlaub gut getan haben, sollte man sich für die Zeit danach erhalten. Viele Menschen wissen nämlich gar nicht mehr, was ihnen überhaupt gut tut“, zeigt sich Gerlmaier besorgt. Schwimmen, Wandern oder ein Buch lesen – für all das bleibt auch zu Hause Zeit. „Am besten einen festen Tag dafür in der Woche einplanen, dann kann sich auch die Familie darauf einstellen.“

Und den Sport der Wahl gemeinsam mit Freunden machen, dann lässt sich der innere Schweinehund leichter überwinden. Wer seine Freizeit hingegen nur auf dem Sofa verbringt, ist nachher nicht ausgeruht. „Während der Arbeit wird Adrenalin angestaut. Dieses muss aktiv abgebaut werden.“ Und hier kommen die Dinge ins Spiel, die für ein gutes Gefühl sorgen. Sport lasse den Pegel ebenso sinken, wie eine geistige Beschäftigung.

7. Eine Zeit auch mal offline sein

Nachrichten-Dienste wie Whats­app oder Mails, die auf das Smartphone geleitet werden, sorgen für Stress. „Wer ständig online und vernetzt ist, der ist auch ständig aufmerksam“, sagt die Expertin. Bei jedem Pling wird auf das Smartphone geschielt.

„Die Neugier siegt eben doch immer. Es könnte ja etwas Wichtiges sein.“ Sie empfiehlt: Zur Abwechslung mal auf die altmodische Art Kontakt suchen. Der Gang zum Nachbarn oder das Telefonat mit der Freundin seien gute Alternativen zum dauerhaften Onlinesein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben