Tiere

Seltene Nutztiere beziehen neuen Bauernhof im Grugapark

Das Tierpfleger-Team des Grugaparks hat nun einige Schützlinge mehr. Darüber freuen sich v.l.: Saskia Malcher, Daniela Cudnochowski, Hermann-Josef Golbach, Katrin Schönberg, Katrin Nadel und Yessica Ebbers (v.l.).

Das Tierpfleger-Team des Grugaparks hat nun einige Schützlinge mehr. Darüber freuen sich v.l.: Saskia Malcher, Daniela Cudnochowski, Hermann-Josef Golbach, Katrin Schönberg, Katrin Nadel und Yessica Ebbers (v.l.).

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Alte Nutztierrassen ziehen am Donnerstagmittag im neu errichteten Bauernhof im Grugapark ein – darunter Schweine, Ziegen und Hühner.

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Es dauert keine zehn Minuten, da haben die beiden Bentheimer Jungsauen ihr mit frischem Rollrasen ausgestattetes Gehege im Grugapark schon in eine unordentliche Kinderstube verwandelt. Grunzend pflügen die beiden mit ihren Nasen die Erde um, begleitet vom Gegacker ihrer neuen und sehr flatterhaften Nachbarn: Hühner der seltenen Rasse „Bergischer Schlotterkamm.

Hermann-Josef Golbach, Tierpflegemeister im Grugapark, freut sich über das Spektakel: „Ist doch super, dass die sich alle so schnell sauwohl fühlen.“ Auf ihn und seine zehn Mitarbeiter kommt nun etwas mehr Arbeit zu: Gestern wurde das historische Bauernhaus im Grugapark zwischen Ponyhof und Kleintiergehege eröffnet – und seine neuen Bewohner durften endlich einziehen.

Historische Fachwerk-Fassade wurde integriert

Neben den schwarz gefleckten Schweinen und der Hühnerschar samt Hahn bezogen auch zwei Deutsche Edelziegen und zwei Coburger Fuchsschafe die Stallungen. Sie alle kommen auf deutschen Bauernhöfen kaum noch vor: „Diese alten Haustierrassen sind allesamt vom Aussterben bedroht. Deswegen wird auch die Zucht bei uns künftig eine Rolle spielen“, erklärt Golbach.

Zunächst sollen sich die Tiere aber einleben auf dem Bauernhof, der allein schon eine Attraktion ist. So wurde die historische Fachwerk-Fassade des Altenessener Bark-Hofs integriert, die zuletzt im Ruhr-Museum eingelagert war. „Die erste Nennung des Bauernhofs geht zurück auf das Jahr 1332, die Fassade selbst ist etwas jünger“, erklärte Ulrich Spie, Vorsitzender des Stiftungsvereins Grugapark, der das Projekt finanziell mit unterstützt hat. Es sei schwierig gewesen, das Fachwerk im Original zu erhalten. Dadurch habe sich die ursprünglich für den Sommer geplante Eröffnung etwas verzögert.

Gastronomie weiter entwickeln

Insgesamt war es von der Idee bis hin zum fertigen Hof ein weiter Weg, wie Hans-Peter Huch (CDU) vom Umweltausschuss schilderte: „Anfang 2000 waren die Besucherzahlen des Grugaparks mit 750.000 auf ihrem Tiefpunkt. Damals haben wir überlegt, wie wir den Park wieder attraktiver gestalten können.“ Ein Besuch im Erfurter Egapark habe schließlich den Anstoß gegeben, einen Bauernhof im Grugapark aufzubauen. Mittlerweile zählt der Park wieder 1,1 Millionen Besucher, kamen allein zur Veranstaltung „Essen erntet“ vor Kurzem 40.000 Besucher.

Hans-Peter Huch weiß dabei um eines der größten Defizite: „Das Thema Gastronomie ist noch ausbaufähig. Aktuell laufen Gespräche, wie wir das Angebot verbessern können, spruchreif ist da aber noch nichts.“ An den Plänen eines Bauernhof-Cafés in Kooperation mit dem Franz-Sales-Haus halte man weiter fest. Wann sie realisiert werden können, sei aber noch unklar, sagte Huch. Die Finanzierung müsse zunächst stehen. Das Bauernhaus selbst habe nur dank vieler Akteure gebaut werden können, lobte Ulrich Spie.

Neben dem Stiftungsverein, dem Freundeskreis Grugapark, Unternehmen und privaten Sponsoren trug auch die Stadt einen Teil der Kosten von insgesamt 175.000 Euro. „Die Gruga soll wieder das werden, was sie zu ihren Glanzzeit einmal war – ein Volksgarten für Essener Bürger“, sagte Hans-Peter Huch. Neben der Aufwertung des Grugaparks verfolge man aber auch ein pädagogisches Ziel mit dem Bauernhof. So sollen gezielt Schulklassen und Kindergärten angesprochen werden. Ein Aufenthaltsraum mit Schautafeln und Tiere zum Anfassen sollen den Kindern das bäuerliche Leben im Ruhrgebiet nahe bringen.

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