Bauchspeicheldrüse

Seit der Operation im Krupp Krankenhaus schmerzfrei

Brunhilde Marquwardt mit Prof. Marco Niedergethmann (r.) und Dr. Andreas Schäfer.

Brunhilde Marquwardt mit Prof. Marco Niedergethmann (r.) und Dr. Andreas Schäfer.

Foto: Essen

Essen.   Brunhilde Marquardt wurde viele Jahre von ihrer chronisch entzündeten Bauchspeicheldrüse gequält. Das neue Pankreaszentrum im Krupp konnte helfen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Vier Jahre hatte Brunhilde Marquardt massive Probleme mit ihrer chronisch entzündeten Bauchspeicheldrüse. Sie erhielt in dieser Zeit über 20 Stents eingesetzt, musste alle zehn Wochen eine schmerzhafte Bauch-Spiegelung über sich ergehen lassen. Seit einer Operation im Alfried-Krupp-Krankenhaus in Rüttenscheid ist die Kupferdreherin schmerzfrei.

Bauchschmerzen gehörten für Brunhilde Marquardt lange Zeit zum Alltag. „Gegen die Schmerzen habe ich Mittel bekommen. Die Ursache war unklar“, erklärt die 59-Jährige. 2010 nahm die Intensität der Schmerzen plötzlich deutlich zu. „Solche Schmerzen im Bauch kann man sich nicht vorstellen. Die wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind. Ich konnte nicht stehen, nicht liegen, nicht sitzen“, erinnert sich die Kupferdreherin.

Häufigste Ursachen – Alkohol, Rauchen, Gallensteine

Die Ärzte suchten und diagnostizierten eine chronisch entzündete Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). Das Organ findet sich, auf Nabelhöhe, im hinteren Bauch und ist vor allem in die Verdauung und in die Regulation des Blutzuckerspiegels eingebunden. Die häufigsten Ursachen für die Erkrankung – Alkohol, Rauchen, Gallensteine – fielen bei der Kupferdreherin weg. „Frau Marquardt gehört zu den 10 bis 15 Prozent der Fälle, bei denen die Ursache nicht erkennbar ist“, erklärt Prof. Marco Niedergethmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Alfried-Krupp-Krankenhaus, zu der Essens erstes Pankreaszentrum gehört.

Bis Brunhilde Marquardt dort operiert wurde, wurde sie, wie bei der chronisch entzündeten Bauchspeicheldrüse möglich, internistisch und weniger risikoreich behandelt. Dabei erhielt sie seit dem Herbst 2011 nacheinander 22 Stents implantiert. Die kleinen Metallgeflechte sollen Gefäße offen halten. Jeder neue Stent war mit einer schmerzhaften Spiegelung verbunden. Alle zehn Wochen stand ein Eingriff an. „Und es wurde nicht besser“, sagt Brunhilde Marquardt. Beunruhigend kam hinzu: Studien zeigen, dass eine chronisch entzündete Bauchspeicheldrüse den Nährboden für eine Krebserkrankung bildet. „Krebs tritt bei jedem sechsten bis achten dieser Patienten auf. Damit ist das Risiko deutlich höher als bei der Normalbevölkerung“, sagt Dr. Andreas Schäfer, Arzt für Innere Medizin am Krupp-Krankenhaus.

„Ein völlig neues Lebensgefühl“

Dr. Schäfer und Prof. Niedergethmann besprachen mit Brunhilde Marquardt die Möglichkeit des chirurgischen Eingriffs. Fast drei Stunden lang wurde sie im Februar im Pankreaszentrum operiert. „Wir haben einen Teil der Bauchspeicheldrüse und vernarbtes Gewebe entfernt“, erklärt Prof. Niedergethmann. Der Erfolg hat sich eingestellt. „Die Dauer-Schmerzen sind weg“, sagt Brunhilde Marquardt. Mit der Operation hat sich zudem ihr Krebsrisiko reduziert. „Das hatte ich vorher schon im Hinterkopf“, verrät die 59-Jährige.

Dann lächelt sie entlastet und sichtlich befreit: „Wissen Sie, ich habe jetzt ein völlig neues Lebensgefühl.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben