Grugapark

Sanierter Gruga-Lesepavillon lädt zum Tag der offenen Tür

Christian Gnaß sortiert Bücher im alten Lesepavillon über der großen Spielwiese, den der Verein „Kubig 400“ vorbildlich reaktiviert hat.Neben der historischen Funktion dient der Bau auch als Raum für Kulturveranstaltungen.

Christian Gnaß sortiert Bücher im alten Lesepavillon über der großen Spielwiese, den der Verein „Kubig 400“ vorbildlich reaktiviert hat.Neben der historischen Funktion dient der Bau auch als Raum für Kulturveranstaltungen.

Foto: Klaus Micke

Essen.  Nach Abschluss der Sanierung ist der historische „Kubig 400“ deutlich besser nutzbar geworden. Am 1. Mai startet der Trägerverein in die Saison.

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Monatelang wurde am Lesepavillon im Grugapark gearbeitet, rund 120 000 Euro sind in die Sanierung geflossen – doch davon ist auf den ersten Blick kaum etwas zu sehen. Der Charme des gläsernen Gebäudes, das im Rahmen der letzten großen Gruga-Erweiterung 1965 entstand, wurde trotz der Modernisierung voll erhalten. Am Dienstag, 1. Mai, lädt der Verein „Kubig 400“, der das Programm im Pavillon gestaltet, zum Tag der offenen Tür ein. Dann können die Parkbesucher genauer hinschauen, was sich hinter den großen Fenstern der Architektur-Ikone verändert hat.

„Die Anmutung ist jetzt hochwertiger, aber es ist nicht zu schick geworden“, sagt Christian Gnaß, Vorsitzender des Vereins, über den Lesepavillon nach der Sanierung. „Man kann so ein Gebäude auch schnell kaputtveredeln.“ Die alten Scheiben wurden zwar gegen Isolierglas ausgetauscht, doch die schmalen Profile beibehalten. „Den Besuchern fällt dadurch gar nicht auf, dass sich etwas getan hat, es gibt immer noch diese hohe Transparenz.“ Die wurde sogar vergrößert durch die Entfernung der alten Heizungen an den Fenstern – jetzt gibt es eine Bodenheizung. Und in den WCs sei nur da neu verfliest worden, wo es nötig war, ansonsten konnten die Fliesen aus den 1960er-Jahren erhalten bleiben. „Dadurch hat man nicht den Eindruck, dass man in ein komplett neues Gebäude kommt.“

Auch wenn man zurückhaltend ans Werk ging, war die Sanierung doch dringend nötig. Der Abriss des Lesepavillons wurde oft diskutiert, ungenutzt dümpelte er Jahre vor sich hin. Selbst nach der Wiedererweckung durch den Verein Kubig 400 konnte der Verfall nur mühsam aufgehalten werden. Die Ehrenamtler mussten Bodenplatten immer wieder selbst mit Klebstoff reparieren, im Winter konnte der Raum wegen der dünnen Scheiben kaum auf erträgliche Temperaturen gebracht werden. „Jetzt ist es technisch deutlich komfortabler“, sagt Gnaß. „Als es kälter war, haben wir schon gemerkt, dass die Therme nur noch mit halber Kraft laufen muss, um das Gebäude zu wärmen.“

An jedem Sonntag von 11 bis 17 Uhr ist der Lesepavillon für jedermann offen

Damit wird der Pavillon für den Verein auch in der kalten Jahreszeit nutzbar, doch zunächst plant man nur bis zum Spätherbst. So lange wollen die Ehrenamtlichen wieder an jedem Sonntag von 11 bis 17 Uhr für den Lesebetrieb öffnen. Beim Einräumen der Regale habe man einige Bücher aussortiert, um Platz für Neuanschaffungen zu machen. „Wir haben in eineinhalb Jahren gesehen, was die Nutzer genommen haben, jetzt wollen wir den Bestand auffrischen und verjüngen“, so Gnaß. Dafür nehme man auch etwas Geld in die Hand.

Am Samstag, 5. Mai ist eine Musikveranstaltung unter der Überschrift „Grenzgänge“

Für andere Veranstaltungen braucht der Verein Hilfe. Unterstützung gab es in der Vergangenheit etwa durch das Kulturbüro der Stadt, den Kunstring Folkwang und die Sparkasse. Beim ersten Konzert im sanierten Gebäude am Samstag, 5. Mai, ist die Allbau-Stiftung wieder mit im Boot. Dann spielt ab 19.30 Uhr ein Streichquartett Jazz und Crossover in der Reihe „Grenzgänge“. Zum übrigen Programm laufen noch die Vorplanungen. Der Raum dafür ist nun jedenfalls geschaffen.

INFO >>>>>>>>>>

Der Name Kubig 400 spielt auf die rund 400 Kubikmeter Raumvolumen an, ist ferner eine Abkürzung für „Kulturbau im Grugapark“. Der Pavillon entstand zur Bundesgartenschau 1965, dank der die Gruga- Fläche verdoppelt werden konnte. Ziel war es, einen Aufenthaltsort auch bei schlechtem Wetter zu schaffen. Durch die zeittypische Transparenz sollte der Bau das Erleben des Parks auch von Innen ermöglichen.

Die 120 000 Euro teure Sanierung ermöglichte ein Sonderprogramm des Bundes. Zehn Prozent steuerte die Stadt bei.

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