Kulturfestival

Russisches Kultur-Festival: „Essen ist das Cannes im Winter“

Ljubov Jakovleva-Schneider, Festival-Koordinatorin und Geschäftsführerin des Verein Rhein-Ruhr-Russland und Lutz Rickelt, Leiter des Ikonenmuseums Recklinghausen, präsentieren das Veranstaltungs-Programm.

Ljubov Jakovleva-Schneider, Festival-Koordinatorin und Geschäftsführerin des Verein Rhein-Ruhr-Russland und Lutz Rickelt, Leiter des Ikonenmuseums Recklinghausen, präsentieren das Veranstaltungs-Programm.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen.  Das Festival der russischen Kultur in Essen präsentiert neue Filme und neue Partner. Ikonen-Museum Recklinghausen zeigt eine Sonderausstellung.

Cannes, Mailand, Rom, Essen: Das „Festival der russischen Kultur“, das in diesem Jahr zum 16. Mal in Essen über die Bühne geht, gehört seit langem zum Projekt „Neue russische Kunst in Europa“. Es habe sich über die Jahre zum nachhaltigsten und größten deutsch-russischen Kulturevent etabliert, sagt die Koordinatorin des Festivals, Ljubov Jakovleva-Schneider, die sich über immer neue Festival-Partner freut. So ist 2019 neben neben den Essener Filmkunsttheater und der Lichtburg erstmals auch das Ikonen-Museum Recklinghausen dabei. Und auch wenn die Kettwiger Straße nicht die Croisette ist, steht für die Geschäftsführerin des Vereins Rhein-Ruhr-Russland fest: „Essen ist für uns das Cannes im Winter.“

Ein Lenin-Film und lateinamerikanische Tänze

Der Rote Teppich wird fünf Tage lang Filmemacher ausgerollt, die sich nicht nur mit historischen Themen beschäftigen. Russische Geschichte steht allerdings im Mittelpunkt, wenn Vladimir Khotinenko bei der Eröffnungsgala am 24. November (ab 18 Uhr) sein historisches Epos „Der Lenin-Faktor“ als Deutschland-Premiere zeigt. Die Verfilmung mit Starbesetzung präsentiert den Politiker nicht als fanatischen Revolutionär und Schöpfer des ersten sozialistischen Staates, sondern als Privatmenschen. Eröffnet wird die Gala um 18 Uhr mit einem Auftritt des zentralrussischen Tanzensembles Lipezk, das zu den führenden Formationen in den Standard- und lateinamerikanische Tänzen gehört.

Kino-Klassiker aus dem legendären Mosfilm-Studio

Der 95. Geburtstag des berühmten Mosfilm-Studios ist Anlass für eine kleine Reihe im Astra Theater mit Filmen aus verschiedenen Phasen dieser legendären russischen Traumfabrik, die nicht nur Meisterwerke wie „Panzerkreuzer Potemkin“ hervorgebracht hat. Auf dem Programm steht der Schwarzweiß-Klassiker „Andrej Rublijow“ von Andrej Tarkowskij (25. November, 18 Uhr), das Tanz- und Musik-Drama „Winterabend in Gagra“ von Karen Schachnasarow (26. November, 18 Uhr) sowie die aktuelle Komödie „Ein Haus mit allen Mängeln“ von Vera Storoshewa (27. November, 18 Uhr) jeweils mit deutschen Untertiteln.

Weil das Festival auch ein junges Publikum für den kulturellen Austausch gewinnen will, zeigt die populäre russlanddeutsche Schauspielerin und Filmemacherin Irina Lindt ihr Kinoprojekt „Ein. zwei, Drei“ im Gymnasium Überruhr (26. November, 12 Uhr) und im Mädchengymnasium Borbeck (27. November, 10 Uhr). Der Jugendfilm wirbt für eine bessere Völkerverständigung – über den Weg des Spracherwerbs.

Ikonen-Museum zeigt Exponate, die noch nie zu sehen waren

Den musikalischen Austausch unterstützt die Folkwang Universität der Künste mit einem Auftritt von Studenten des Moskauer Tschaikowski-Konservatoriums (26. November, 19.30 Uhr, Kammermusiksaal.) Bereits am 23. November eröffnet das Ikonen-Museum Recklinghausen die Ausstellung „Die Berührung der Ewigkeit“ (bis 16. Februar 2020). Begleitend zum Essener Kulturfestival habe man das Depot geöffnet und Exponate ausgewählt, die lange nicht mehr oder noch nie zu sehen waren und einen Einblick in die Vielfalt der russisch-orthodoxen Kultur vermittelten, sagt Museumschef Lutz Rickelt. In der Lichtburg wird das Festival zudem mit einer kleinen Ausstellung über „Das deutsche Wolgagebiet“ flankiert.

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