Gastro-Szene

Ruhrtropolis-Hostel ersetzt Deutsches Haus in Essen

Mit Farbrolle, Tapeziertisch und viel Elan gehen Feli Püttmann und Dennis Hülsmann zu Werke. Die Traditionsadresse „Deutsches Haus“ wollen sie bis April in ein Hostel namens Ruhrtropolis verwandeln.

Mit Farbrolle, Tapeziertisch und viel Elan gehen Feli Püttmann und Dennis Hülsmann zu Werke. Die Traditionsadresse „Deutsches Haus“ wollen sie bis April in ein Hostel namens Ruhrtropolis verwandeln.

Foto: Klaus Micke

Essen.   Besitzer- und Generationenwechsel im traditionsreichen Hotel-Restaurant auf der Kastanienallee. Junge Gastronomen wollen junge Kunden ansprechen.

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In der Kastanienallee 16 ist am letzten Tag des Jahres 2017 eine stolze Ära zu Ende gegangen: Die Wirtsleute Alfred und Christa „Kika“ Witthaut haben den Traditionsbetrieb „Deutsches Haus“ nach 99 Jahren geschlossen. Mit dem Jahres- erfolgte zugleich ein Generationenwechsel: Das junge Gastronomenpaar Feli Püttmann und Dennis Hülsmann - sie 29, er 27 – haben das ehrwürdige Haus direkt neben der neuen Allbau-Zentrale übernommen. „Wir sind zurzeit dabei zu renovieren und umzubauen, im April wollen wir neu öffnen“, sagt Feli Püttmann.

Einen Namen haben sie für ihr „Kind“ bereits gefunden: Ruhrtropolis-Hostel. „Unser Zielpublikum sind junge Menschen, Singles und Alleinreisende“, sagen die beiden Essener. Ein Klientel, das es – erst recht weil der Geldbeutel schmaler ist – gerne schlichter mag. Zurzeit verfügt das Haus über 20 Zimmer mit rund 30 Betten, demnächst würden einige Zimmer mit Doppelstockbetten ausgestattet. Auch Gemeinschaftsräume seien geplant.

„Das preiswerteste Bett können wir schon für etwa 15 Euro anbieten“, sagt Feli Püttmann. Ideal also für Studenten, die vor Semesterbeginn in Essen auf Wohnungssuche gehen, oder für internationale Besucher der Spielemesse. „Uns geht’s darum, eine persönliche Atmosphäre zu entwickeln“, versprechen die neuen Besitzer. Das künftige Ambiente sei mit dem Etikett „alternativ“ am besten beschrieben. Wo jetzt noch Eiche rustikal die Wände und Kupfer die Lampenschirme ziert, werden demnächst Graffiti und leuchtende Farben zu sehen sein.

Feli Püttmann absolvierte die Sommelier-Ausbildung in den USA

Feli Püttmann ist eine Frau vom Fach. Nach der Ausbildung zur Hotelfachfrau stand sie ein Jahr in Diensten des Kreuzfahrtschiffes MS Astor, es folgte eine weiteres Jahr bei einem neuseeländischen Winzer und die einjährige Ausbildung zur Sommelière in San Francisco. Zurzeit betreibt die Essenerin in der Mechtildisstraße eine Kneipe namens „Felis Bar“. Diese werde mit umziehen in die Kastanienallee – mitsamt Livemusik, Sprachcafé und Kicker. Anstelle der gutbürgerlichen Küche soll es im neuen „Ruhrtropolis-Hostel“ eine einfache, aber schmackhafte Kneipenküche geben.

Eine charmante Anekdote am Rande: Mit dem Hotelprojekt auf der Kastanienallee geht für Feli Püttmann ein lang gehegter Kindheitswunsch in Erfüllung. An dem Tag, als sie den Schlüssel fürs Deutsche Haus in Händen hielt, postete sie auf ihrer Facebook-Seite ein Blatt aus ihrem Felix-Buch. Darin verrät die damals Zehnjährige ihren innigen Berufswunsch: „Wenn ich groß bin, möchte ich Hotelbesitzerin werden.“

Eine bewährte Kraft aus dem Witthaut’schen Familienbetrieb werde übernommen, zudem sollen ein Koch und zwei Serviceleute eingestellt werden. „Mit uns beiden sind wir dann zu sechst“, sagen Feli & Dennis, die neuen Chefs des Ruhrtropolis.

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Die Wirtsleute Wittsiepe eröffneten den „Gasthof zum deutschen Haus“ im Jahr 1918 auf der Rottstraße, 1958 folgte der Umzug zur Kastanienallee.

Christa „Kika“ Witthaut, die Enkelin der Wittsiepes, und ihr Mann Alfred haben das Lokal aus Altersgründen geschlossen.

Prominente Gäste waren Fritz Walter und Helmut Rahn. Bundesliga-Star Jürgen „Kobra“ Wegmann war Stammgast.

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