Schließung

Roeser Medical schließt Standort Essen: 140 Jobs fallen weg

Erst vor fünf Jahren war Roeser an seinen Gründungsstandort Essen zurückgekehrt.

Erst vor fünf Jahren war Roeser an seinen Gründungsstandort Essen zurückgekehrt.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen.  Klinik-Zulieferer Roeser schließt den Standort in Essen-Kray zum Jahresende. 140 Mitarbeiter verlieren ihre Stellen. Die Logistikzentrale bleibt

Bittere Nachricht für die Belegschaft der Roeser Medical GmbH: Wie der Klinik-Zulieferer auf seiner Homepage mitteilt, wird der Standort Essen zum Jahresende aufgegeben: „140 Mitarbeiter werden das Unternehmen verlassen“, heißt es in der Mitteilung.

Roeser war 1918 als Werkstatt für Prothesen in Essen gegründet worden und hatte sich im Laufe der Jahrzehnte zu Deutschlands größtem Handels- und Dienstleistungsunternehmen für die Einrichtung und Versorgung von Kliniken mit Medizinprodukten und Dienstleistungen entwickelt. Die Firma, die auch einen Standort in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart hat, hatte ihren Hauptsitz noch bis vor wenigen Jahren in Bochum. Erst im Jahr 2015 kehrte Roeser in seine Heimatstadt zurück und siedelte die Zentrale auf dem Medion-Technologie-Campus in Kray an.

Die Aufgabe des Standortes Essen sei ein „harter Schritt“

Mit Blick auf die lange Tradition, für die der Standort Essen steht, teilen die Geschäftsführer Thorsten Reichle und Ralf Stähler mit: „Uns ist bewusst, dass die Aufgabe des Betriebsstandortes Essen für unsere Beschäftigten ein harter Schritt ist.“ Die Entscheidung sei allerdings Teil einer strategischen Neuausrichtung, mit der Roeser seine „zukunftsorientierte Vorreiterrolle“ ausbauen wolle.

Roeser war im Jahr 2017 von der Sana Kliniken AG aus der Nähe von München übernommen worden. Die Essener Firma passte gut ins Portfolio der drittgrößten privaten Klinikgruppe Deutschlands, die bundesweit Krankenhäuser und Seniorenheime betreibt. Roeser sollte als eigenständige Tochter auf dem Medizinmarkt erhalten bleiben.

Die Logistikzentrale soll in Essen bleiben

Mit der jetzigen Neuausrichtung trage man den Entwicklungen in der Gesundheitsbranche Rechnung, sagt Roeser-Geschäftsführer Ralf Stähler: „Alle Gesundheitseinrichtungen und insbesondere Krankenhäuser müssen ihr Sortiment weiter standardisieren und krisensichere Lieferketten vorhalten, um auf dem Beschaffungsmarkt wirtschaftlich schlagkräftig zu bleiben, aber auch um qualitativ hochwertige und unabhängige Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“roeser zieht es zurück nach essen

Die Standardisierung ermöglicht offenbar einen schlankeren Betrieb und somit den Stellenabbau. Das Unternehmen spricht von einer veränderten Betriebsorganisation: Erhalten bleibe neben dem Standort Leinfelden-Echterdingen auch die „hochleistungsfähige Logistikzentrale“ in Essen. Dagegen werde der Verwaltungssitz in Essen geschlossen.

140 Mitarbeiter verlieren zum Jahresende ihre Stellen

Die 140 Mitarbeiter, die zum Jahresende ihre Stellen verlieren werden, sind nach Angaben einer Sprecherin des Unternehmens bereits vor zwei Wochen informiert worden. Welche Regelungen für sie getroffen werden und ob es einen Sozialplan gibt, ließ die Sprecherin offen. Zum jetzigen Zeitpunkt wolle das Unternehmen keine über die Pressemitteilung hinausgehenden Angaben machen.

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