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Sieben Stunden Razzia gegen libanesische Clans in Essen

Die Shisha-Bar „Chocolate“ war einer der zentralen Punkte der Razzia in der nördlichen Innenstadt. Foto: Justin Brosch

Die Shisha-Bar „Chocolate“ war einer der zentralen Punkte der Razzia in der nördlichen Innenstadt. Foto: Justin Brosch

Essen.   Im Visier der Fahnder: eine Parallelwelt aus Shisha-Bars und Spielhallen, ein Milieu mit viel Macho-Gehabe und getunten 500-PS-Schlitten.

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Polizei, Stadt, Zoll und Finanzbehörden haben erneut zu einem Schlag gegen kriminelle libanesische Clans ausgeholt. Die Groß-Razzia am Freitag ist bereits die dritte seit April – und die Bilanz beeindruckend: „Insgesamt wurden 140 Personen, zahlreiche Fahrzeuge und 20 Objekte kontrolliert.

Die Polizei vollstreckte drei Haftbefehle. 508 Verwarngelder wurden erhoben, 37 Ordnungswidrigkeiten und 10 Strafanzeigen wurden gefertigt“, sagte Polizeisprecher Ulrich Faßbender am Sonntag.

Razzia dauert sieben Stunden

Sieben Stunden lang – von 17 Uhr bis nach Mitternacht – kontrollierte ein Großaufgebot der Polizei einschlägige Bars, Geschäfte und bekannte szenetypische Aufenthaltsorte.

Schwerpunkt der Razzia waren wieder einmal die Nördliche Innenstadt und Altendorf, hinzu kam erstmals die Karnaper Straße: eine Parallelwelt aus Shisha-Bars und Spielhallen, ein Milieu mit viel Macho-Gehabe und getunten 500-PS-Schlitten. Karossen, die schon mal von Männern gesteuert werden, die nur von der Sozialhilfe leben.

Die Essener Zollfahnder konnten bei den Kontrollen insgesamt 42 Kilogramm unversteuerten Wasserpfeifentabak sicherstellen. Beamte von Stadt und Polizei hatten am Freitag ebenfalls die PS-Protzer im Visier. Durch Geschwindigkeitsmessungen mit dem Radarwagen der Stadt wurde die Razzia flankiert.

Führerschein der Raser kassiert

Dabei seien zwei junge Leute (18 und 20 Jahre) auf dem breiten Berthold-Beitz-Boulevard negativ aufgefallen. Bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h wurden beide mit 126 km/h gemessen. Die Führerscheine der Raser wurden sofort sichergestellt, die Autos am Straßenrand abgestellt. Ferner sind zwei Lokale geschlossen worden.

Nur durch stetige Kontrollen könnten Straftaten reduziert und das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt werden, argumentiert die Polizei. „Unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten gehen wir gemeinsam mit den Finanz-, Ordnungs- und Sicherheitsbehörden gegen kriminelle Machenschaften vor.

Mit den Kontrollmaßnahmen stärken wir die polizeiliche Präsenz und setzen Zeichen in der Nördlichen Innenstadt und in Altendorf“, sagt Polizeipräsident Frank Richter. „Wir werden nicht nachlassen und alle verfügbaren Kräfte in den Einsatz bringen, Null-Toleranz für Straftäter.“

Die Nord-City war häufig Schauplatz von Auseinandersetzungen gewaltbereiter libanesisch-arabischer Familienclans und den Sicherheitsbehörden. Die Polizei beklagt bei den überprüften Personen „eine hohe Emotionalisierung und eine fehlende Akzeptanz polizeilicher Maßnahmen“. Polizeisprecher Faßbender: „Das Sicherheitsgefühl der Bürger dieser Stadt war nachhaltig beschädigt.“

Strategie der Nadelstiche

Die Strategie der Nadelstiche hat mit der Razzia am 12. April begonnen – unter den Augen des Innenministers, des Polizeipräsidenten und des OB. Seitdem wurden Personen festgenommen, Haftbefehle vollstreckt sowie unversteuerter Tabak, Drogen und Bargeld beschlagnahmt.

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