AfD-Parteitag

Raus aus der AfD-Spitze: Guido Reil räumt Vorstandsposten

Runter von der großen AfD-Bühne, aber nur ein bisschen: Guido Reil will seine Arbeit auf Essen und Europa beschränken.

Runter von der großen AfD-Bühne, aber nur ein bisschen: Guido Reil will seine Arbeit auf Essen und Europa beschränken.

Foto: Matthias Balk / dpa

Essen.  Zwei Jahre lang saß der Essener Ratsherr Guido Reil im Bundesvorstand der AfD. Beim Parteitag tritt er nicht erneut an. Er habe Wichtigeres vor.

Bei ihrem Parteitag in Braunschweig wählt die „Alternative für Deutschland“ (AfD) an diesem Wochenende eine neue Spitze, doch wie immer die aussieht, ein Name wird nicht mehr darunter sein: Guido Reil, vom einstigen Traditions-Sozi zum AfD-Frontmann gewandelt, verzichtet auf eine erneute Kandidatur für den Bundesvorstand. Er habe in Essen und Europa genug zu tun.

Noch vor ein paar Wochen war von seinem Rückzug keine Rede. Es bleibt offen, ob Guido Reil mit seinem Vorstoß nun auf Signale reagiert, dass eine Wiederwahl für ihn womöglich knapp geworden wäre, oder ob ihm die Arbeit als Noch-Ratsherr und Europa-Abgeordneter sonst schlicht über den Kopf wächst.

Die AfD von außerhalb besser „entdämonisieren“

Mit Formalia jedenfalls, das machte Reil in einem „alternativen Kandidaten-Video“ deutlich, habe sein Rückzug nichts zu tun. Sicherheitshalber rekapitulierte er darin seinen Einsatz: In den zwei Jahren als Beisitzer im AfD-Bundesvorstand habe er an 25 der 26 Vorstandssitzung teilgenommen, drei Wochen Jahresurlaub genommen, um eine Groß-Demo vorzubereiten, und auch seine Mandatsträger-Abgabe stets ordentlich abgeführt: Nicht weniger als 1300 Euro überweise er derzeit an die Partei – 700 Euro Pflichtabgabe an die Bundespartei und obendrein freiwillig 500 Euro an den Landesverband und 300 Euro an die Essener AfD.

Stattdessen eine inhaltliche Begründung: Sein Versprechen „für die Entdämonisierung der AfD zu sorgen – das kann ich viel besser, wenn ich nicht mehr im Bundesvorstand bin“, meinte Reil. Er werde deshalb fortan „viel Zeit in Essen verbringen“ und die Kommunalwahl vorbereiten.

Im Dezember soll ein neuer Sozialverband an den Start gehen

Bei der will der 49-Jährige nach eigenem Bekunden schließlich als Oberbürgermeister-Kandidat für die AfD antreten. Nicht zuletzt um den Sozialdemokraten das Wasser abzugraben, denen er ein gutes Vierteljahrhundert angehörte. Daneben plant Reil, der 2014 seinen Ratssitz für die SPD in Karnap holte, einen Sozialverband zu gründen. im Dezember soll dieser aus der Taufe gehoben werden.

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