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Neue "Akademie im Exil" für türkische Forscher in Essen

Das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) in Essen.

Foto: Ulrich von Born

Das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) in Essen. Foto: Ulrich von Born

Essen/Berlin.  In Essen können bedrohte türkische Forscher bald in der "Akademie im Exil" arbeiten. Das Institut für Turkistik und das KWI sind beteiligt.

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Bedrohte Wissenschaftler aus der Türkei sollen ihre Arbeit künftig an einer "Akademie im Exil" in Essen und Berlin fortsetzen können. Die neue Einrichtung wolle eine Plattform für die Forschung im Exil schaffen und ein wissenschaftliches Programm kritischer Türkeistudien mitgestalten, erklärte das Institut für Turkistik der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch.

Ausgangspunkt sei eine zunehmende Emigration von Forschern aus der Türkei. Die Akademie ist eine gemeinsame Gründung des Instituts für Turkistik mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und dem Forum Transregionale Studien in Berlin.Wegen der Kriminalisierung von Regimegegnern in der Türkei suchten Wissenschaftler, die sich für Frieden und Wissenschaftsfreiheit einsetzen, nach Möglichkeiten, ihre Arbeit im Ausland fortzusetzen, hieß es.

Akademie soll ein Forum zur Reflexion über Wissenschaftsfreiheit und Exilwissenschaft bieten

"Wissenschaftler an türkischen Universitäten sind derzeit besonderen Einschränkungen und Repressionen ausgesetzt", betonte Akademieleiterin Kader Konuk, Professorin für Türkische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Uni Duisburg-Essen. Die neue Einrichtung wird bis zu zehn Stipendien pro Jahr an gefährdete und im Exil lebende Wissenschaftler vergeben. Gleichzeitig soll sie ein Forum zur Reflexion über Wissenschaftsfreiheit und Exilwissenschaft bieten und zur Belebung der Türkeiforschung in Deutschland beitragen, wie Konuk erklärte.

Die Gründung geht auf Wissenschaftler aus dem Umfeld der Initiative "Akademiker für den Frieden" aus der Türkei zurück. Die "Akademie im Exil" soll bestehende Angebote für gefährdete türkische Wissenschaftler wie die Philipp-Schwartz-Initiative der Alexander-von-Humboldt-Stiftung ergänzen. Sie wird von einem fünfköpfigen Rat geleitet. Für das Forschungsprogramm und die Auswahl der Stipendiaten ist ein multidisziplinäres Kollegium verantwortlich. (epd)

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