Gastro-Kritik

Modern und kreativ: Das Restaurant Parkhaus Hügel in Essen

Das Restaurant Parkhaus Hügel.

Foto: Stefan Arend

Das Restaurant Parkhaus Hügel. Foto: Stefan Arend

Essen.   Das Parkhaus Hügel besticht durch seine unaufdringliche Kultiviertheit, stilvolles Ambiente und sympathisches Personal. Eine Gastro-Kritik.

Eine kleine anlassbezogene Tischdeko gehört im Parkhaus Hügel ebenso selbstverständlich zum Service wie ein Starter mit sechs Brotsorten und Bärlauchcreme. Beim Amuse-Gueule zeigen drei feine Terrinenvariationen mit Lachsschaum, Meerrettich oder Safran-Blumenkohl, dass das Küchenteam das Zusammenspiel von Kreativität und Zurückhaltung beherrscht.

Als Aperitifs wählen wir einen Sherry und einen Apfelsecco und sind über den Preis von 4 Euro angenehm überrascht. Die Karte passt auf eine Doppelseite: Fisch, Fleisch und vegetarische Gerichte werden durch saisonale Angebote – wie die aktuelle Spargelkarte – ergänzt. Alle Vorspeisen sind auch als Zwischengericht zu haben.

Pilz-Kraftbrühe mit Samthaube und Ravioli in Sonnenform

Wir starten mit einer kräftigen Pilz-Kraftbrühe, die mit Samthauben und Ravioli in Sonnenform auch optisch ein Genuss ist. Unsere Hauptspeisen sind Seeteufelmedaillon in der Pinienkruste, Olivengraupen und Zuckerschotenschaum (als ausreichendes Zwischengericht für 16 Euro) und kross gebratener Spanferkelrücken mit Altbierjus, Kümmelkraut, Urmöhren und Laugenknödeln (29 Euro).

Toll, wenn bekannte Komponenten in neuer Form daherkommen. In diesem Fall sind die knackigen Zuckerschoten so fein geschnitten, dass sie wie Algen anmuten. Fisch, Olivengraupen und Schaum sind auf einem Teller mit tiefer Mulde arrangiert. So umspielen die Begleiter die feste Struktur des Seeteufels und zeigen, wie gut sie harmonieren.

Sattes Violett der Urmöhren

Das Spanferkel macht nicht nur seine Zartheit besonders, ein Miniapfel auf einem Medaillon und das satte Violett der Urmöhren bringen ungewohnte Gestaltungselemente auf den Teller. Genau wie die Nachspeise (10 Euro), die mit geometrischen Formen spielt und mit Passionsfrucht-Panna cotta und warmem Mohnkuchen eine ganz besondere Verbindung herstellt.

Für einen Samstagabend ist es hier recht leer. Dabei sollten das sympathische Personal, das helle, stilvolle Ambiente, die Küche und der See Argumente genug für einen Besuch sein. Das Parkhaus besticht durch seine unaufdringliche Kultiviertheit, die von Festgesellschaft bis zum ungezwungenen Zusammensein alle Anlässe bedient – Hotelzimmer und S-Bahn-Haltestelle inklusive.

Abendsonne über dem Baldeneysee

Beim Verlassen des Restaurants belohnt uns die Abendsonne, die romantisch über dem Baldeneysee steht. Wir hatten ein fantastisches Essen für Zwei mit Aperitif und Kaffee für unter hundert Euro.

Parkhaus Hügel, Freiherr-vom-Stein-Straße 209, 47 10 91. Mo-Fr ab 14.30 Uhr, Sa, So ab 11.30 Uhr, www.parkhaus-huegel.de

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