Die neue Heizkosten-Richtlinie für Hartz-IV-Empfänger in Essen stößt bei Mietervertretern und Teilen der Politik auf teils scharfe Kritik gestoßen. Die Mietergemeinschaft wirft der Stadt vor, den Nachweis über wirtschaftliches Heizen den Hartz-IV-Empfängern aufzubürden. „Am Ende führt das Konzept zu Einzelfallprüfungen, bei denen der öffentlichen Hand Kosten entstehen und die Leistungsempfänger ihrem Geld hinterher rennen müssen“, erklärte die Geschäftsführerin der Mietergemeinschaft, Siw Mammitzsch.

Die Essener SPD-Landtagsabgeordnete Britta Altenkamp bezeichnete es als „zynisch und lebensfremd“, die Heizkosten zu deckeln. „Getroffen werden damit diejenigen, die zumeist in schlecht gedämmten und isolierten Wohnungen leben müssen, weil die Auflagen des Wohngeldes für eine angemessene Unterkunft sie dazu zwingen“, so Altenkamp. Sanierte Wohnungen dagegen seien für Hartz-IV-Empfänger unerschwinglich. „Ein Teufelskreis!“, meint die Sozialdemokratin. Im städtischen Sozialausschuss hatte Altenkamps Partei der Deckelung allerdings zugestimmt.