Wohnen

Mehrgenerationenhaus soll Leben im „eigenen Kosmos“ bieten

Auf dem Dach des Mehrgenerationenhauses werden drei Wohnungen penthausartig eingerichtet. Der Mietpreis wird bei etwa zehn Euro pro Quadratmeter liegen.

Foto: Ulrich von Born

Auf dem Dach des Mehrgenerationenhauses werden drei Wohnungen penthausartig eingerichtet. Der Mietpreis wird bei etwa zehn Euro pro Quadratmeter liegen. Foto: Ulrich von Born

Essen-Rüttenscheid.  An der Wittenbergstraße in Rüttenscheid entsteht ein Mehrgenerationenhaus. Nun sind die Zuschnitte erkennbar und die Vermietung hat begonnen.

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Zwischen den Kränen, den nackten Steinen und dem grauen Beton braucht es noch etwas Fantasie, um ins Schwärmen zu geraten, aber Peter Marnitz gelingt das leicht. „Wenn man sich vorstellt, wie viele unterschiedliche Leute und Altersgruppen hier zusammenkommen können, ist das schon einmalig“, sagt der Sprecher der Essener Awo. An der Wittenbergstraße in Rüttenscheid entsteht derzeit ein Mehrgenerationenhaus, und es hat schon so weit Form angenommen, dass nun mit der Vermietung begonnen wird.

„Wir waren uns mit der Anneliese-Brost-Stiftung, der Bauherrin des Hauses, einig, erst mit der Vermarktung zu beginnen, wenn man sich hier langsam vorstellen kann, wie es aussehen soll“, sagt Marnitz. „Jetzt ist wenigstens der Schnitt zu erkennen.“ 26 barrierefreie Wohnungen für Senioren und Familien werden im Mehrgenerationenhaus eingerichtet, sechs davon rollstuhlgerecht. Die kleinste wird 50 Quadratmeter haben; auf dem Dach werden drei Wohnungen penthausartig gestaltet, jeweils 150 Quadratmeter groß. „Der Preis liegt um die zehn Euro pro Quadratmeter“, erklärt Marnitz. „Die Ausstattung wird hochwertig, mit edlen Fliesen und Hölzern.“ Damit die Mieter wenig von der vierspurigen Straße mitbekommen, werden dreifach verglaste Fenster eingebaut.

Awo bietet 24 Veranstaltungen pro Jahr im Haus an

Neben der Ausstattung soll vor allem das Konzept des Mehrgenerationenhauses potenzielle Mieter anlocken. „Auf jeder Etage werden Begegnungsräume für die Bewohner eingerichtet“, erklärt Werner Meys vom Vorstand der Anneliese-Brost-Stiftung. Eine kleine Küche steht dann zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung, zusätzlich wird die Awo laut Kooperationsvertrag mindestens 24 Veranstaltungen pro Jahr anbieten. „Vom Kaffeetrinken über Kunstaktionen bis zu Musikveranstaltungen“, sagt Marnitz. „Das soll in Absprache mit den Mietern passieren. Wir wollen das Angebot auf sie zuschneiden, deshalb werden sie in der Anfangszeit von Mitarbeitern der Awo besucht.“

Eine „Zwangsbespaßung“ soll es nicht geben, betont Marnitz. Doch wolle man durchaus schon vor der Vermietung klären, ob an solchen Angeboten und an der besonderen Art des Zusammenlebens Interesse besteht. „Die Mieter sollen einen eigenen Kosmos bilden, in dem sie zusammen leben und nicht nur zusammen wohnen.“ Der Verein für Kinder- und Jugendarbeit (VKJ) wird im Mehrgenerationenhaus eine Kita betreiben. „Davon versprechen wir uns Fluktuation durch eine jüngere Generation – damit meine ich nicht nur die Kita-Kinder, sondern die Eltern.“

Ob das Konzept des Mehrgenerationenhauses aufgeht und die Mieter einen engen Austausch pflegen, kann die Awo im Vorfeld allerdings nur gering beeinflussen, räumt Marnitz ein. „Wir gehen da auch nicht zwanghaft heran.“ Bei den ersten Interessenten habe man aber durchaus festgestellt, dass sie mit dem Konzept etwas anfangen könnten.

>>> Vermietung hat begonnen

Das Mehrgenerationenhaus an der Wittenbergstraße soll im April 2018 fertiggestellt werden. Interessierte können sich an die Awo-Wohnungsverwaltung unter 0201 / 18 97 231 wenden.

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