Gewaltverdacht

Mann soll in Essener City Opfer von Gewalt geworden sein

Nach Angaben seiner Cousine erlitt Sacha W. schwere Verletzungen vor allem am Kopf.

Nach Angaben seiner Cousine erlitt Sacha W. schwere Verletzungen vor allem am Kopf.

Essen.  Ein 41-Jähriger wurde am Sonntag schwer verletzt in Hauptbahnhof-Nähe gefunden. Schlägerei oder Unfall – Polizei ist unsicher und sucht Zeugen.

Zurzeit gibt der Fall der Essener Polizei noch Rätsel auf: Schwer verletzt wurde der 41-jährige Essener Sascha W. am Sonntagabend an der Ecke Maxstraße/Henriettenstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs aufgefunden. Ob er Opfer von brutalen Schlägern wurde, wie seine Cousine sagt, oder ob er schwer stürzte, ist derzeit noch unklar. Die Polizei sucht jedenfalls dringend Zeugen, die sich zwischen 18 und 18.30 Uhr am Sonntag, 5. März, an der genannten Stelle in der Innenstadt, die abseits der Geschäftszeiten recht menschenleer ist, aufgehalten und etwas gesehen haben. Die Polizei bemüht sich nach Angaben von Sprecher Ulrich Faßbender zudem auch um Aufnahmen einer Überwachungskamera im Hauptbahnhof.

Der Fall soll nämlich eine Vorgeschichte mit gewalttätigem Hintergrund haben. Das sagt die Cousine des Schwerverletzten, Tanja B., im sozialen Netzwerk Facebook und auch im Gespräch mit dieser Zeitung. In einer S-Bahn soll der 41-Jährige demnach mit zwei Männern Streit bekommen haben, die im Zug eine Frau belästigt haben sollen.

Zwei Männer sollen ihm auf dem Nachhauseweg gefolgt sein

Sascha W. soll dazwischen gegangen sein, wonach der Konflikt nach einigen verbalen Auseinandersetzungen zunächst entschärft schien. Als alle Beteiligten am Hauptbahnhof ausstiegen, sollen die zwei Männer aber ihrem Widersacher auf dessen Nachhauseweg gefolgt sein, schließlich sollen sie ihn an der Maxstraße zusammengeschlagen haben. Der 41-Jährige erlitt tatsächlich offenbar so schwere Verletzungen, dass ein Sturz nicht unbedingt als wahrscheinlichste Ursache erscheint. Mittlerweile wurde er nach Angaben seiner Verwandten im Uniklinikum am Kopf operiert. Unter anderem erlitt er einen Bruch des Augenbogens und des Unterkiefers sowie des Jochbeins.

Erinnern kann sich Sascha W. an die vermeintliche oder tatsächliche Schlägerei im Gespräch mit dieser Zeitung selbst nicht mehr, wohl aber an den voran gegangenen Konflikt. Auch dass er die beiden möglichen Täter noch am Nordausgang des Hauptbahnhofs gesehen hatte, weiß Sascha W. noch. „Ich habe mich dann aber nicht mehr umgedreht, sie sind mir aber offensichtlich gefolgt.“ Auch W. betont, seine schweren Verletzungen könnten nicht von einem Sturz herrühren.

Der 41-Jährige wurde am Sonntag Abend zunächst ins Elisabeth-Krankenhaus eingeliefert, nachdem ihn Passanten auf der Straße entdeckt hatten. Dort hielt man den Fall zunächst für ein Unglück, weshalb auch die Polizei erst heute aktiv wurde. Inzwischen ermittelt die Kripo in alle Richtungen, hält aber auch die Sturz-These noch nicht für entkräftet.

Hinweise erbittet die Essener Polizei unter der Telefonnummer 0201-8290.

Auch interessant
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik