Kriminalfall

Leiche in der Regentonne – Verurteilter stirbt in der Zelle

In diesem Haus an der Lerchenstraße in Essen-Stadtwald starb der 75 Jahre alter Vermieter, getötet von seinem Mieter.

In diesem Haus an der Lerchenstraße in Essen-Stadtwald starb der 75 Jahre alter Vermieter, getötet von seinem Mieter.

Foto: Eva Adler

Essen.   Der 52 Jahre alte Roland P. aus Essen, der seinen Vermieter getötet und in einer Regentonne verbuddelt hatte, ist tot. Er starb in der JVA Essen.

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Er überlebte sein Urteil nicht einmal um ein Jahr. Am Dienstagabend starb der 52 Jahre alte Essener Roland P. in seiner Zelle in der Essener Justizvollzugsanstalt. Im Mai hatte das Essener Schwurgericht ihn wegen Totschlags zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er seinen 75 Jahre alten Vermieter am 8. Juni 2016 in dessen Haus in Stadtwald getötet und anschließend in einer Regentonne im Garten verbuddelt hatte.

Bei einer Routinekontrolle hatten ihn Beamte der JVA gegen 19 Uhr in der Zelle gefunden. Wiederbelebungsversuche durch sie und die später eintreffende Notärztin blieben erfolglos.

Todesursache noch unklar

Die Todesursache ist noch unklar, erklärte Staatsanwältin Elke Hinterberg am Mittwoch gegenüber der WAZ. Ein erster Verdacht hatte auf Diabetes gelautet, diese Krankheit schied aber als ursächlich aus. Weitere Untersuchungen sollen jetzt klären, ob eine Vergiftung zum Tode führte. Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden ergab die am Mittwoch durchgeführte Obduktion aber nicht.

Rechtskräftig war das Urteil des Schwurgerichtes gegen Roland P. noch nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte Revision eingelegt, weil sie die Tötung rechtlich als Mord einstufte. Dann wäre eine lebenslange Haftstrafe die zwingende Folge gewesen. Die Bundesanwaltschaft hatte sich der Rechtsauffassung der Essener Staatsanwaltschaft bereits angeschlossen, der Bundesgerichtshof hatte für den 26. April eine mündliche Verhandlung angesetzt. „Dieser Termin findet natürlich nicht mehr statt“, bestätigte Volker Schröder, Verteidiger von Roland P..

Leben auf Lügen aufgebaut

Im Prozess vor dem Schwurgericht war deutlich geworden, dass der Altenpfleger sein Leben auf Lügen aufgebaut und immer in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt hatte. Zuletzt lebte er in dem einst stattlichen Haus an der Lerchenstraße.

Laut Urteil hatte er dem 75-jährigen Vermieter, der allein lebte und keine Angehörigen hatte, im Streit zweimal eine Stange über den Kopf geschlagen und ihn dann erwürgt. Den Leichnam schlug er in einen Schlafsack ein, umwickelte ihn mit Folie und steckte ihn in eine Regentonne. Diese vergrub er im Garten. Vom Konto des Vermieters hob er regelmäßig Geld ab. Richter Andreas Labentz sprach im Urteil von einem „respektlosen Verhalten gegen den Leichnam“.

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