"Zutiefst beunruhigend"

Clans im Essener Norden: "Kein Respekt gegenüber Mitbürgern"

Großeinsatz gegen Drogendealer und kriminelle Clans in Essen: Schon im Oktober 2016 kontrollierten Polizei und Ordnungsamt einschlägig bekannte Lokale in der nördlichen Innenstadt. Seit dem Frühjahr sind Razzien und Kontrollen die Regel.

Großeinsatz gegen Drogendealer und kriminelle Clans in Essen: Schon im Oktober 2016 kontrollierten Polizei und Ordnungsamt einschlägig bekannte Lokale in der nördlichen Innenstadt. Seit dem Frühjahr sind Razzien und Kontrollen die Regel.

Foto: Socrates Tassos

Essen.   Die Immobilien- und Standortgemeinschaft City Nord in Essen hat auf beunruhigende Entwicklungen in dem Quartier hingewiesen.

Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) City Nord begrüßt die von Reinhard Wiesemann angestoßene „Respektmeile“ an diesem Freitag. Gleichzeitig prangert die ISG eine „zutiefst beunruhigende Entwicklung“ an, für die sie in der Nord-City operierende arabische Clans verantwortlich macht.

Diese Parallelgesellschaften in Essen zeigten „gegenüber unseren Mitbürgern und den deutschen Institutionen keinerlei Respekt“, bemängeln Thomas Weden und Frank Baumeister vom ISG-Vorstand. Darüber hinaus hätten diese Clans „fast ungestört kriminelle Strukturen“ aufgebaut, denen man „nach Jahren des Hinwegsehens nur noch schwer beikommen“ könne.

„Nachhaltige Verunsicherung in der Bevölkerung“

Durch den Appell nach mehr Respekt sollten sich insbesondere auch die Politiker in Essen, Düsseldorf und Berlin angesprochen fühlen. „Denn die nachhaltige Verunsicherung in der Bevölkerung ist die Folge einer Reihe von gravierenden Fehlentscheidungen in der Vergangenheit gewesen“, analysiert der ISG-Vorstand, und fügt hinzu: „Nur ein kluges, aber auch konsequentes und wirksames Gegensteuern wird wieder den Boden für ein friedliches Miteinander schaffen können, auf dem der gegenseitige Respekt verschiedener Kulturen gedeihen kann.“

Das „Viel-Respekt-Zentrum“ hat dazu aufgerufen, am Freitag, 21. September, ab Uhr in der nördlichen Innenstadt eine Respektmeile zu bilden. Ein Viertel, das von der Ansiedlung der Allbau-Zentrale profitieren und sich als Kreativquartier positionieren will, gleichzeitig aber unter der Clan-Kriminalität leidet.

Respektlos sei auch das Posieren mit entblößtem Oberkörper vor der Kreuzeskirche

Den jüngsten Angriff auf eine junge Polizistin vor der Shisha-Kneipe „Buddy Bar“ am Kopstadtplatz nennt ISG-Vorstand Thomas Weden „ein Trauerspiel“. Die Polizistin wurde bei einer Routinekontrolle das Opfer eines Gewaltausbruchs.

Ebenfalls respektlos findet Weden, dass Mitglieder arabischer Clans teilweise mit entblößtem Oberkörper und Badeschlappen auf den Treppen der Kreuzeskirche posierten. Auf einem in den sozialen Netzwerken verbreiteten Foto nennt sich ein Quintett „Essener Gangstazzzz“ und rühmt sich mit insgesamt „50 Jahren Haft“.

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