Kirchenabriss im Dachsfeld hat begonnen

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Dellwig.  Der Abriss der profanierten Kirche St. Hermann-Josef im Dachsfeld hat begonnen. Als erstes fiel das Kreuz. Damit endet ein Stück Kirchenhistorie, die vor rund 50 Jahren ihren Anfang nahm.

Am 1. Oktober 2010 feierte Bischof Dr. Franz-JosephOverbeck die letzte Messe in der St. Hermann-Josef-Kirche, die im Jahre 1964 nach Entwürfen des Architekten Alfons Leitl im Dachsfeld in Dellwig erbaut worden war. Ein schwerer Schritt für viele Menschen in der Gemeinde, aber die katholische Kirche hatte sich im Rahmen der Neustrukturierung ihrer Gemeinden entschlossen, Kirche, Pfarramt, Pfarrheim und Kindergarten zu schließen.

Pfarrer Wolfgang Haberla, der wie ein gutes Dutzend Menschen aus der Gemeinde die Arbeiten vor Ort verfolgte: „Natürlich trauern auch heute noch viele über den Verlust ihrer geistigen und religiösen Heimat.“ Rational gesehen habe die katholische Kirche aber die Realität eingeholt. „Die Anzahl der Gläubigen und die Zahl der Kirchenbesucher ist rapide zurückgegangen“, so Haberla. „Die finanzielle Situation ist auch schlechter geworden.“ Das habe zur Folge, dass das Bistum Essen sparen und sich auch von Kirchen trennen müsse. „Gut tut uns allen, dass wir für das Kirchengelände eine gute Lösung gefunden haben, zu der allerdings eben auch der Abriss der Kirche dazu gehört.“

Die Lösung ist eine enge Kooperation mit der Allbau AG, die das Grundstück erworben hat und mit höherwertigen Mietwohnungen bebauen wird. „Wir haben uns in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand und Anwohnern zu diesem Wohnungsmix entschieden“, erklärt Allbau-Vorstand Dirk Miklikowski. „Wir bauen familiengerecht und barrierefrei, so dass der Mehrgenerationen-Gedanke für die Gemeinde unterstützt wird.“

Der Abriss von Kirche, Pfarramt und Pfarrheim beginnt noch in diesen Tagen und wird voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein. Die ersten neuen Mieter werden wohl Ende 2014 einziehen können.

„Frechdachse“ sind schon da

Gleichzeitig vereinbarten der Kirchenvorstand von St. Josef und die Allbau AG, dass das Kreuz vom Kirchendach gesichert und im Neubaubereich zum Gedenken an die ehemalige Kirche aufgestellt wird. „Wir können uns gut vorstellen, dass es für die Gemeinde schwierig war, ihre geliebte Kirche zu schließen, aber ich versichere, dass wir für das Kreuz einen würdigen Platz finden werden“, so Miklikowski.

Auch Pfarrer Haberla übt sich in Pragmatismus: „Es tut weh, eine Kirche zu schließen. Aber noch schlimmer ist es, sie aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln verfallen zu sehen.“ Stattdessen entsteht Platz für Neues, Lebendiges: Nach der Modernisierung des Kindergartens gegenüber der Kirche – ebenfalls durch den Allbau – übernahm der Verein für Kinder- und Jugendarbeit (VKJ) die Trägerschaft des verwaisten Kindergartens. Heute spielen dort rund 100 „Frechdachse“, so der Name der Kita, und sorgen für viel positive Stimmung.

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