Soziales Wohnen

Karl-Hohlmann-Haus in Rüttenscheid kommt in die Jahre

Der Vorstand des Bürger- und Verkehrsvereins Rüttenscheid vor dem Karl-Hohlmann-Haus: Rolf Rüttermann, Oliver Ottmann, Gabriele Reinders und Jürgen Büring (v.l.).

Foto: Kerstin Kokoska

Der Vorstand des Bürger- und Verkehrsvereins Rüttenscheid vor dem Karl-Hohlmann-Haus: Rolf Rüttermann, Oliver Ottmann, Gabriele Reinders und Jürgen Büring (v.l.). Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Rüttenscheid.  Bürger- und Verkehrsverein muss zahlreiche Reparaturen am barrierefreien Gebäude durchführen lassen. Doch die Finanzierung ist schwierig.

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Vor der Tür des Karl-Hohlmann-Hauses ist so gut wie immer Betrieb. Es liegt eben an der Rüttenscheider Straße. Aber kaum jemand beachtet das rot-graue Gebäude – kein bunt geschmücktes Schaufenster, keine Leuchtreklame. Der Bürger- und Verkehrsverein Rüttenscheid hat hier sein Büro. „Wir müssen noch bekannter werden“, sagt der Vorsitzende Oliver Ottmann. Denn damit der Verein Menschen helfen kann, braucht er auch etwas Hilfe.

„Wir haben gerade mit dem Austausch der Heizung angefangen, als nächstes wären die Fenster und die Badezimmer dran, die Elektrik, das fängt schon mit den Steckdosen an“, erzählt Ottmann. „Da muss man was machen.“ Schließlich ist das barrierefreie und behindertengerechte Gebäude schon 35 Jahre alt. Es war das erste seiner Art in Essen, die Bewohner müssen einen Wohnberechtigungsschein mitbringen. „Und da beißt sich die Katze in den Schwanz“, sagt Ottmann. „Wir bekommen Sozialmieten, davon können wir kaum Rücklagen für Reparaturen bilden. Da würden uns Spenden und Erbschaften weiterhelfen.“ Wegen der langen Warteliste für das Karl-Hohlmann-Haus würde der Verein auch gerne ein weiteres Gebäude errichten. „Vielleicht ein Mehrgenerationenhaus, das sich auch Leute leisten können, für die nicht immer die Sonne scheint“, sagt Ottmann. Seit Jahren putzt der Vorstand deshalb Klinken, doch es reicht noch nicht.

Kapital der Stiftung Rüttenscheid bringt kaum Zinsen

Der Bürger- und Verkehrsverein ist auch ideeller Träger der Stiftung Rüttenscheid, die Vorstandsmitglieder engagieren sich im Kuratorium. Auch hier haben sie mit finanziellen Problemen zu kämpfen. „Das Grundkapital, das wir haben, dürfen wir nicht angreifen“, erklärt Jürgen Büring, Schriftführer des Vereins und Vorsitzender der Stiftung. Bei der aktuellen Lage auf dem Finanzmarkt wirft das Kapital allerdings kaum noch Zinsen ab, mit denen die Stiftung Projekte unterstützen könnte. „Dieses Problem haben derzeit viele Stiftungen, die so aufgestellt sind. Für das Geld bekommt man nichts mehr“, sagt Oliver Ottmann. „Wir können aber auch nicht an den Roulettetisch gehen, sondern brauchen sichere Anlagen. An der Börse spekulieren geht nicht, wir müssen den erzkonservativen Weg gehen.“

Rund 50 000 Euro jährlich kostet das Karl-Hohlmann-Haus den Verein. „Zwischendurch haben wir kleine Erfolge und bekommen Spenden“, erzählt Ottmann. „Wir arbeiten alle bis zum Anschlag. Aber wenn wir sehen, was hier im Haus passiert, dann macht diese Arbeit auch Spaß.“

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